Bewertung: 5
Christian Alvart

Fall 39

Some Cases should never be opened.

Foto: Copyright: Paramount Pictures
© Paramount Pictures

Inhalt

Die Sozialarbeiterin Emily Jenkins (Renée Zellweger) ist eine Frau, die fast ihr ganzes Leben der Arbeit widmet. Sie kämpft für missbrauchte und vernachlässigte Kinder und versucht diesen ein neues, schöneres Leben zu ermöglichen. Als sie die junge Lillith (Jodelle Ferland) aus den Fängen ihrer grausamen Eltern befreit und auf die Schnelle keine neue Pflegefamilie findet, beschließt sie, das emotional verstörte Mädchen bei sich aufzunehmen...

Kritik

Es gibt Filme, die schaut man sich an, fühlt sich dabei ganz ordentlich unterhalten, aber am nächsten Tag hat man diese auch fast schon wieder vergessen. Das hängt zumeist damit zusammen, dass ein solcher Film nichts wirklich Neues erzählt und dies schon oft gesehene auch ohne jegliche Kreativität oder Innovation filmisch umgesetzt wird. Genau ein solcher Film ist "Fall 39".

Der Film fängt gut an, man ist schnell in der Geschichte und wähnt sich in einer Art Sozialdrama, bis der Film umschwenkt und in einem überraschungsfreien, mit typischen Elementen des Genres hantierenden Horrorfilm mündet.

Es gibt einige ganz nette Gruselmomente und es ist immer sehr erfrischend zu sehen, wenn auf traditionellen Grusel- und Psychohorror gesetzt wird und weniger auf "Saw"-Folterexzesse. Auch die Darstellerleistungen sind ordentlich bis wirklich beeindruckend. Für letzteres ist die noch sehr junge Jodelle Ferland verantwortlich, die für ihr Alter schon viel Schauspielerfahrung vorweisen kann, dadurch eine beeindruckend intensive Leistung vollbringt und ihre erfahreneren, älteren Kollegen das ein oder andere Mal an die Wand spielt. Renée Zellweger spielt die gutherzige Sozialarbeiterin ganz ordentlich, ohne wirkliche Akzente zu setzen, und Bradley Cooper bleibt blass, was auch an seinem Charakter liegt, der nicht über die Rolle eines Stichwortgebers hinausgeht.

Der Film wird von Minute zu Minute langweiliger und eintöniger, denn irgendwann hat man alle möglichen Schockeffekte gesehen und dann werden diese nur noch wiederholt. Es plätschert alles so vor sich hin, ab und an erschreckt man sich oder gruselt sich ein wenig, und dann ist der Film auch irgendwann zu Ende. Auch das ist wenig spektakulär und reiht sich in die Mittelmäßigkeit des ganzen Filmes ein. Das Hauptproblem ist schlicht und einfach die Story, bei der man sich wirklich wenig Mühe gegeben hat und die nur aus Versatzstücken anderer, älterer und oft besserer Filme des Genres besteht.

Fazit

"Fall 39" ist ein Film, der keinem weh tun wird. Er unterhält stellenweise ganz ordentlich, bietet eine wirklich gute darstellerische Leistung und beinhaltet auch einige ganz nette Gruselmomente, doch als Gesamtwerk ist das Gezeigte höchst mittelmäßig.

Moritz Stock - myFanbase
21.03.2010

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