Bewertung: 5
John Stockwell

Middle Of Nowhere

"We need to keep an eye on our friends. Cause most people walk in and out of our lives. But friends leave footprints on our hearts."

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Inhalt

Der 17-jährige Dorian (Anton Yelchin) wird nach zahlreichen Eskapaden dazu verdonnert, den Sommer über bei seinem Onkel zu verbringen, um dort in einem nahe gelegenen Freizeitbad für einen Hungerlohn zu arbeiten. Dort trifft er auf die etwas ältere Grace (Eva Amurri), die versucht, sich durch den Job ihr Studium finanzieren zu können. Weil Dorian sich finanziell von seiner reichen Familie emanzipieren will, steigt er in den Verkauf von Haschisch ein, da er aber kein Auto hat, bittet er Grace um Hilfe, ob sie bereit sei, seine Fahrerin und Geschäftspartnerin zu sein. Aus ihrer finanziellen Notlage heraus willigt sie ein und zwischen Dorian und Grace beginnt sich so etwas wie Freundschaft zu entwickeln...

Kritik

In der heutigen Zeit werden so viele Filme gedreht, dass es immer häufiger vorkommt, dass kleine Filme, mit größtenteils unverbrauchten, unbekannten Darstellern und einer außergewöhnlich erzählten Geschichte, nicht den Weg in die Kinos finden. Doch zum Glück gibt es noch das Medium DVD, bei dem man immer wieder auf kleine, vom Massenpublikum sträflich missachtete Filme stößt.

Auch der Film "Middle of Nowhere" könnte, betrachtet man die Darstellerriege und den Plot der Geschichte, ein solcher sein. Doch leider gelingt es ihm nicht, sich aus den typischen Konventionen des Genre der "Coming of Age"-Dramas zu befreien und etwas Eigenständiges zu kreieren. Dabei kann der Film mit einer exzellenten Besetzung aufwarten, die fast ausschließlich aus jungen, größtenteils unbekannten Nachwuchsakteuren besteht. Anton Yelchin, der bereits in der Tragikomödie "Charlie Bartlett" zu überzeugen wusste, übernimmt die Hauptrolle des 17-jährigen Dorian, der in einer gutbürgerlichen Adoptivfamilie aufwuchs, mit deren Werten und Normen er aber überhaupt nicht konform geht und deshalb aus dieser Welt auszubrechen versucht. Den weiblichen Part übernimmt Eva Amurri, die die 19-jährige Grace spielt, die in schwierigen familiären Verhältnissen ohne Vater aufwuchs und versucht, sich den Traum vom College zu erfüllen. Susan Sarandon spielt die Rolle von Grace' Mutter, die im Übrigen auch im wahren Leben die Mutter von Eva Amurri ist, und die aus "O.C., California" bekannte Willa Holland spielt die 15-jährige kleine Schwester von Grace. Alle Darsteller überzeugen durch ungeheure Authentizität, so dass man das Gefühl hat, es mit echten Menschen zu tun zu haben. Es wirkt nichts aufgesetzt, weder die Dialoge, noch das Spiel der Akteure.

Hauptsächlich geht es in dem Film um die typischen Elemente des "Coming of Age"-Dramas: Die Suche nach sich selbst, das Befreien vom Elternhaus und natürlich um Liebe und Freundschaft. Leider schafft es der Film nicht, dem ganzen etwas Neues abzugewinnen. Es plätschert alles nur so vor sich hin: Das Drehbuch vermag es nicht, den Zuschauer wirklich zu fesseln und zum Mitfiebern zu bewegen. Es fehlen die kreativen Impulse, die emotional-fesselnden Momente, die dieses Werk vom bloßen Einheitsbrei abheben würden.

Dabei hat der Film durchaus Potenzial und einen tollen Cast, weiß damit aber viel zu selten wirklich etwas anzufangen. Aufgrund der darstellerischen Leistung und der stellenweise wirklich schönen Bilder, die eine Kleinstadt mitten im Nirgendwo gut porträtieren, ist der Film nicht wirklich schlecht, aber eben leider auch nicht wirklich gut.

Fazit

"Middle of Nowhere" ist ein nettes, kleines "Coming of Age"-Drama, das sein Potenzial nicht auszuschöpfen vermag.

Moritz Stock - myFanbase
29.12.2009

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