Bewertung: 6
Joseph Ruben

Vergessenen, Die

Was ist, wenn alles, was du je erlebt hast, alles was du denkst, niemals geschehen ist?

Foto: Copyright: Sony Pictures Home Entertainment
© Sony Pictures Home Entertainment

Inhalt

Telly (Julianne Moore) ist seit 14 Monaten bei Psychiater Dr. Munce (Gary Sinise) in der Behandlung, da sie den Tod ihres Sohnes Sam bei einem Flugzeugabsturz nicht verarbeiten kann. Täglich sitzt sie in Sams Zimmer und sieht sich Erinnerungsphotos an, ist nicht ansprechbar und verschließt sich sogar vor ihrem Ehemann Jim (Anthony Edwards). Doch dann offenbart ihr Dr. Munce, dass sie an Wahnvorstellungen leide und niemals einen Sohn gehabt hat, sondern sich nur einbilde, dass Sam existiert habe. Plötzlich sind auch alle Photos und Erinnerungsstücke von Sam wie vom Erdboden verschwunden. Doch Telly ist felsenfest überzeugt davon, dass Sam wirklich gelebt hat und zusammen mit Ash (Dominic West), der auch denkt, dass er seine Tochter beim selben Flugzeugabsturz verloren hat, machen sie sich auf die Suche nach der Wahrheit und finden etwas Erschreckendes...

Kritik

Bei einem Budget von 42 Millionen US-Dollarn spielte der Film 67 Millionen ein und wurde dazu sechs Mal für diverse Awards nominiert, unter anderem als Bester Thriller bei den Golden Trailer Awards und als Bester Science-Fiction-Film für einen Saturn Award.

Die oben genannten Fakten sprechen eindeutig für sich, denn ab der ersten Sekunde konnte ich die Fernbedienung nicht mehr aus der Hand legen. "Die Vergessenen" fängt spannend an und geht noch spannender weiter. Stück für Stück folgen wir den Hauptcharakteren, um das Geheimnis um den unheimlichen Kinderschwund zu lösen. Clever spielen die Macher mit dem Publikum, denn es werden nur einige Puzzleteile offenbart und auf das letzte Puzzlestück muss man bis zum Schluss warten. Mit raffinierten und unterwarteten Schockeffekten kann sich der Zuschauer mehr als nur einmal schaudern. Die Storyline ist gut ausgedacht und nervenaufreibend.

Was sehr selten bei solchen Thrillern ist, sind die tiefgründigen Beziehungen und die glaubhaften Charaktere. Oftmals wird vor lauter Spannung zu wenig Sorgfalt bei der Ausarbeitung der Charaktere investiert, aber bei "Die Vergessenen" sind sowohl die Charaktere als auch ihre Beziehungen zueinander perfekt. Man kauft der Mutter Telly jede Sekunde ihre Verzweiflung ab und empfindet es überhaupt nicht als unlogisch, dass sie sich noch an ihren Sohn erinnern kann, obwohl alle Beweise dafür sprechen, dass sie verrückt ist. Der Film zeigt äußerst emotional, wie stark die Bindung zwischen Eltern und Kindern sein kann und am Ende wird fast kein Auge trocken bleiben. Großes Lob an den gesamten Cast und allen voran an Julianne Moore, die den Film trägt und mit Abstand die größte Verantwortung zu tragen hatte. Sie verleiht dank ihrer emotionalen und glaubhaften Darstellung dem Film das gewisse Etwas.

Warum aber nur sechs Punkte, wenn dieser Thriller doch bis hierhin brillant war? Das liegt am Schluss, und nur am Schluss, denn dieser war anders als erwartet. Ich möchte nicht zu viel verraten, da es sonst den ganzen Film kaputt machen würde. Dennoch hat man als Zuschauer die ganze Zeit über mitgefiebert und sich ständig rationale Theorien ausgedacht, was hinter dieser ganzen Entführungsgeschichte stecken könnte. Aber als man schließlich die langersehnte Aufklärung bekommt, mag das für die einen Grund zur Begeisterung sein, weil man sich so was schon die ganze Zeit gedacht hat. Aber für die anderen, mich eingeschlossen, blieb nur noch Enttäuschung zurück, weil man einfach mehr als so ein simples Ende erwartet hätte.

Fazit

"Die Vergessenen" kann in allen Punkten überzeugen, doch der Schluss vergibt die Chance, aus diesem Thriller ein Glanzstück zu machen. So bleibt ein spannender und unterhaltsamer Thriller mit genialen Akteuren, wobei man aber nicht zu viele Hoffnungen in das Ende setzen sollte.

Tanya Sarikaya - myFanbase
12.12.2009

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