Bewertung: 6
Sean Ellis

Broken, The

Zerbrochene Spiegel bringen sieben Jahre Pech, oder war es schlechter Sex?

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Inhalt

Die Radiologin Gina McVey (Lena Headey), deren Freund Stefan (Melvil Poupaud) und ihr Bruder Daniel (Asier Newman) mit Freundin Kate (Michelle Duncan) treffen sich, um den Geburtstag ihres Vaters John (Richard Jenkins) zu feiern. Während dem gemütlichen Zusammensitzen, zerbricht der große Spiegel an der Wand in tausend Stücke. Am nächsten Morgen fällt Gina ein vorbeifahrendes Auto auf, an dem sie selbst am Steuer sitzt. Völlig verstört folgt Gina der Frau in eine Wohnung, wenig später wacht sie im Krankenhaus auf und kann sich nur noch bruchstückhaft an die vergangenen Ereignisse erinnern. Ihr wird berichtet, dass sie in einen schweren Autounfall verwickelt war. Doch nicht nur, dass sie ihr Trauma überwinden muss, auch der Rest der Familie benimmt sich immer eigenartiger und es ereignen sich mehrere Tragödien.

Kritik

Der Film spielt natürlich im verregneten London, wo sonst könnte man eine düstere Atmosphäre schaffen, die auf der Basis der Kurzgeschichte "William Wilson" von Edgar Allan Poe beruht? Der Regisseur Sean Ellis hat ein solides Werk abgeliefert, das wohl niemanden richtig schocken wird, jedoch auch nicht langweilt. Sicherlich handelt es sich um keinen Horrorthriller, bei dem man vor Angst die Fingernägel in den Sitz krallt, doch man schläft auch nicht nach zehn Minuten ein, weil es nur vor sich hin dümpelt. "The Broken" ist ein Film, bei dem sich erst nach und nach viele Einzelheiten zu einem Großen und Ganzen zusammenfügen und man nach und nach das ganze Geschehen begreift.

Das Besondere an diesem Film ist wohl, dass kein Irrer à la Jigsaw oder Leatherface und kein Werwolf oder sonstiges Angst und Schrecken verbreitet, sondern das eigene Spiegelbild. Also Frauen passt gut auf, wenn ihr mal wieder stundenlang vor dem Spiegel steht und euch schminkt, vielleicht wird das euer letztes Mal sein. Nichtsdestotrotz wird der Film nicht jeden überzeugen, denn "The Broken" ist kein typischer Blockbuster, sondern eher ein Spartenfilm, was natürlich nichts über die Qualität des Films verrät.

Die Schauspieler, wobei eigentlich nur Lena Headey eine tragende Rolle spielt, sind gut und überzeugend. Lena Headey, die mich bereits als taffe Sarah Connor in "Terminator: S.C.C." und vielen anderen Filmen mit ihrem Können überzeugte, spielt auch hier die kühle und distanzierte Gina, als sei ihr die Rolle auf den Leib geschrieben. Auch der Plot und Kameraführung haben mir gefallen. Der düstere Sound hat die Atmosphäre gut unterstrichen und war passend. Besonders die stilistischen Feinheiten schaffen es zu begeistern.

Was man vielleicht noch sagen sollte: "The Broken" ist kein Horrorthriller, den man nebenbei laufen lassen kann, wenn man mal wieder Tiere quält oder Amokläufe plant, sondern man muss sich bewusst darauf einlassen und auch die Gehirnzellen anschalten. So, wer jetzt noch Lust hat, dem wünsch ich viel Spaß.

Fazit

Ein solider Horrorthriller, der weniger Slasher-Szenen aufweist, dafür aber einige Überraschungsmomente und eine düstere Stimmung erzeugt. Wer Filme wie "Mirrors" und "Body Snatchers" mag, wird wohl auch hiermit unterhalten werden; man sollte aber nicht zu viel erwarten.

Anja Schmidt - myFanbase
17.08.2009

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