Bewertung: 6
Michael McCullers

Baby Mama

I just woke up one day and it felt like every baby on the street was staring at me!

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Inhalt

Kate Holbrook (Tina Fey) ist eine erfolgreiche, alleinstehende Geschäftsfrau, die im Alter von 37 ihre biologische Uhr ticken hört und den Wunsch nach einem Baby entwickelt. Als sie jedoch erfährt, dass ihre Chance, selbst schwanger zu werden bei 1 zu 1.000.000 liegen, und die Wartezeit bei einer Adoption für eine Single-Frau bis zu fünf Jahre betragen können, wird sie in ihren Plänen erst einmal zurückgeworfen.

Schließlich wird sie von ihrer Schwester Caroline (Maura Tierney) auf die Idee gebracht, sich an eine Leihmutter-Agentur zu wenden. Dort muss sie 100.000 $ zahlen, damit eine andere ihr Baby austrägt. Als sie ihre Leihmutter Angie Ostrowiski (Amy Poehler) trifft, ist diese das komplette Gegenteil der ehrgeizigen Karrierefrau und Kate muss ihr einiges über gesunde Ernährung und eine angemessene Lebensart für eine Schwangere beibringen. Als Angie in einen Streit mit ihrem Freund Carl (Dax Shepard) gerät, steht sie plötzlich überraschend vor Kates Tür und will bei ihr unterkommen. Doch Angie hat ein Geheimnis, das Kates Leben noch ein wenig mehr durcheinanderwirbeln soll, als es das ohnehin tut, und über ihre Arbeit lernt sie den sympathischen Rob Ackerman (Greg Kinnear) kennen, der so gar nichts von Leihmüttern hält.

Kritik

Tina Fey ist eines dieser typischen Multitalente. In ihrer eigenen Fernsehshow "30 Rock", eine meiner persönlichen Lieblingscomedys, spielt sie nicht nur die charismatische Protagonistin, sondern schreibt auch Drehbücher und produziert die Serie. Vier Emmys und zwei Golden Globes sprechen wohl eine eigene Sprache. Auch Amy Poehler, die Fey noch aus ihren SNL-Tagen kennt, gefällt mir in "Parks and Recreation" sehr gut, weshalb dieser Film für mich definitiv Pflicht war. Große Erwartungen hatte ich allerdings nicht, da die Story und Grundlage in meinen Augen auf den ersten Blick relativ platt wirken.

Fey und Poehler sind auch definitiv das Highlight des Films. Durch ihre charmante Art und ihr gutes Zusammenspiel allein kommen schon zahlreiche Lacher zustande. Was den Humor angeht, kann man dem Film auch sicher nichts vorwerfen. Ich musste mehrfach laut auflachen und das sogar bei Szenen, die normalerweise nicht mal meinem Humor entsprechen. Damit spiele ich insbesondere auf die zahlreichen Slapstick-Momente an. Leider geht wie so oft einiges an Humor durch die teilweise etwas zu ernsthafte Übersetzung und Synchronisation verloren, was Fey auf ihre gespielt-uncoole Art so sympathisch rüberbringt.

Grandios war in meinen Augen Steve Martin als verschrobener Boss von Feys Charakter Kate. Normalerweise bin ich kein großer Fan des Komikers, da mich sein Humor einfach nicht anspricht, aber in diesem Film konnte ich mich jedes Mal wieder köstlich amüsieren, wenn er Kate zur Belohnung für gute Arbeit fünf Minuten intensiven Blickkontakt schenkt. Einfach nur genial. Insgesamt ist das Aufgebot an Stars oder Darstellern, die man vor allem einfach aus Serien, insbesondere "Saturday Night Live" o.ä., kennt, sehr hoch. Fast jedes Gesicht, das mir im Film begegnete, kam mir bekannt vor.

Sobald man jedoch von Angies Geheimnis erfährt und Liz auf den durchaus niedlichen Rob Ackerman trifft, geht die Story in eine sehr langweilige, vorhersehbare Richtung. So kann man schon nach rund einer halben Stunde voraussehen, wie der Film enden wird. Das Ende kommt dann leider irgendwie auch viel zu abrupt. Nachdem das Geheimnis raus ist, gibt es eine dieser typischen, schwülstigen Montagen mit unterlegter Musik, kurze Zeit später kommt es zu einer letzten Auseinandersetzung und dann findet die Geburt statt und alles ist plötzlich irgendwie gut und geht viel zu schnell. Ich denke, ein paar zusätzliche Minuten hätten dem Film und damit seiner Glaubhaftigkeit durchaus gut getan.

Fazit

Über Tina Fey und Amy Poehler könnte ich mich stundenlang kaputtlachen. Auch Greg Kinnear als Love Interest hat mich überzeugt. Was die Story angeht, hat "Baby Mama" jedoch leider nicht viel zu bieten. Das Meiste ist vorhersehbar, austauschbar und wirkt zu gehetzt. Für einen Filmabend mit Freunden kann man "Baby Mama" jedoch trotzdem empfehlen, da er trotz seiner zahlreichen Schwächen immer noch sehr viel Spaß macht.

Nadine Watz - myFanbase
07.06.2009

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