Bewertung: 7
Andy Tennant

Hitch - Der Date Doktor

"Meine Grundprinzipien: Keine Frau wacht auf und sagt 'Gott, ich hoffe ich werde heut nicht im Sturm erobert'. Sie sagt vielleicht 'Im Moment passt mir das gar nicht' oder sie sagt so etwas wie 'Ich brauch meinen Freiraum'. Mein Lieblingsspruch ist: 'Ich konzentriere mich im Augenblick lieber auf meine Karriere'. Glaubst du das? Sie auch nicht..." - Hitch

Foto: Copyright: Sony Pictures Home Entertainment
© Sony Pictures Home Entertainment

Inhalt

Der gut aussehende und charmante Alex Hitchens (Will Smith) hat einen ungewöhnlichen Job - er ist selbsternannter Date-Doktor. Dies beinhaltet, dass er unbeholfenen Männern auf die Sprünge hilft, um mit ihrer jeweiligen Traumfrau anzubandeln. Es geht aber nicht nur um schnellen Sex, sondern tatsächlich um Liebe, was dem Zuschauer gleich zu Beginn klar gemacht werden soll.

Einer seiner aktuellen "Fälle" scheint besonders schwierig. Der nicht nur übergewichtige, sondern auch tolpatschige, aber ansonsten gutmütige Albert (Kevin James) hat sich in seine reiche, schöne und berühmte Kundin Allegra (Amber Valetta) verliebt. Hitch soll ihm im Verlaufe des Films nun zu seinem Glück verhelfen.

Hitch selbst verhält sich sonst eher distanziert gegenüber Frauen. Es scheint, als lasse er niemanden nah an sich heran. Bis er auf die zunächst sehr zugeknöpfte Sara trifft, die es nun zu erobern gilt. Er hat da auch so einige Tipps und Tricks parat und alles scheint sich zum Guten zu wenden, bis ein (wie sollte es anders sein) Missverständnis das Glück der beiden verhindert...

Kritik

Eines muss ich vorweg gestehen: Ich mag Will Smith sehr gern und bin damit irgendwie voreingenommen. Natürlich birgt eine so genannte romantische Komödie im Normalfall nicht so viel Anspruchsvolles, dass ein Schauspieler sein volles Potential ausschöpfen müsste. Will Smith zeigt sich meiner Meinung nach in guter, aber nicht ausgezeichneter Form. Smith ist von Hause aus ein sympatischer, netter Kerl, den man gern als Nachbar haben möchte. Und genau so kommt er auch in dieser Rolle rüber. Man kauft es ihm ab, dass er sich mit Frauen auskennt und anderen helfen kann. Dass er dann so plötzlich "stolpert", als es um seine Traumfrau geht, mag man ihm deshalb nur bedingt abkaufen. Auch völlig verkrampft fand ich die Rückblende in Hitchs Schulzeit, da wirkte er irgendwie deplatziert.

Die Suche nach einer "ebenbürtigen" Partnerin für Will Smith gestaltete sich laut Aussagen einiger Beteiligten als schwierig. Ich glaube, jede Frau hat es and er Seite von Will Smith schwer. Eva Mendes ist sicher eine gute Wahl, sie spielt souverän, wenn auch vielleicht nicht brillant, was ihre Rolle aber auch nur zu Teilen zugelassen hätte. Eva Mendes wirkt im Original übrigens besser als in der Synchro, da hat man meiner Meinung nach wieder mal daneben gegriffen.

Kevin James hätte ich gern mal in einer anderen Rolle gesehen, aber an ihm habe ich eigentlich nichts auszusetzen. Genauso geht es mir mit Amber Valetta. Allerdings war ihre Rolle vielleicht etwas zu positiv gezeichnet. Wäre sie etwas zickiger oder distanzierter gewesen, hätte die Story mehr zu bieten gehabt. Da Allegra storybedingt so "lieb" war, gab es am Ende gar nicht die große Herausforderung für Hitch bzw. seinen Schützling Albert. Ich hätte es besser gefunden, wenn sie erst hätte "umerzogen" werden müssen oder andere Überraschungen bereit gehalten hätte. Auch bei Amber Valetta klingt das Original besser als die deutsche Version, die teilweise etwas holprig ist.

Wie schon angedeutet plätschert die Story so dahin, ziemlich typisch für Filme dieses Genres. Die Handlungen sind relativ vorhersehbar und selbstverständlich gibt es ein Happy End. Dass man das Ganze auf fast zwei Stunden ausdehnt, finde ich etwas übertrieben. 90 Minuten hätten bei der dünnen Story durchaus gereicht.

Der Film lebt eher von einzelnen Szenen und Gags als von der Gesamthandlung. Hitch hat so einige Weisheiten parat, die die meisten sicher mindestens schmunzeln lassen, z.B. "Egal wie, egal wann, egal wer: Jeder Mann hat die Chance, eine Frau von den Füßen zu fegen - vorausgesetzt, er hat den richtigen Besen." Insgesamt sind witzige Gags vorhanden, aber nicht die absoluten Brüller wie man sie von Will Smith kennt, aber er hat hier halt auch nicht am Script mit gearbeitet. Unerwartet witziger waren die Szenen zwischen Albert und Allegra, was ich sehr schön fand.

Fazit

Der Film ist nett anzuschauen, tut niemandem weh, ist streckenweise sogar witzig und manche Männer lernen vielleicht sogar noch was über Frauen. Die schauspielerische Leistung der Darsteller war durchweg gut, von Will Smith hat man allerdings auch schon bessere Sachen gesehen. Die Story dieser Romantikkomödie ist, wie zu erwarten, nicht sehr anspruchsvoll, streckenweise wirkt es etwas unglaubwürdig und an den Haaren herbeigezogen, dass Hitch ausgerechnet bei Sara Probleme hat, wo er doch sonst der Auskenner in Sachen Frauen ist.

Nicole Brandt - myFanbase
17.08.2005

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