Bewertung
Patrick Tatopoulos

Underworld: Aufstand der Lykaner

Wir können Sklaven sein oder wir können Lykaner sein!

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Inhalt

Seit Jahrhunderten werden die Lykaner vom Anführer der Vampire Viktor (Bill Nighy) versklavt und gejagt. Doch Lucian (Michael Sheen), der Stärkste aller Werwölfe, steht in Viktors Gunst, da er sich als tapferer Krieger gegen die Lykaner bewährt hat. Doch als Lucian von Viktor enttäuscht wird, plant er der grausamen Unterdrückung endlich ein Ende zu bereiten und zettelt einen Aufstand an. Dabei wird er ausgerechnet von Viktors Tochter Sonja (Rhona Mitra) unterstützt, denn die beiden verbindet trotz des Rassenunterschiedes eine heimliche Liebe.

Kritik

Dieses Prequel zu den beiden "Underworld"-Filmen erzählt aus Sicht der Lykaner, wie es zu der Blutfehde zwischen Werwölfen und Vampiren kommt. Darin liegt auch der Grund, wieso Kate Beckinsale in diesem Teil der Trilogie nicht großartig mitspielen konnte. Nun erfährt man das, was in den anderen beiden Filmen schon immer angedeutet wurde. Wieso ist Lucian so versessen darauf, die Vampire zu vernichten? Dieser Film liefert die Antworten auf einige Mysterien der Trilogie.

Patrick Tatopoulos, der in den beiden anderen "Underworld"-Filmen für das Design der Kreaturen verantwortlich war, übernimmt den Regiestuhl von Len Wiseman und steht seinem Vorgänger in nichts nach. Er schafft es, eine düstere Atmosphäre zu kreieren, die zu überzeugen weiß. Schließlich ist man circa 98 Prozent des Filmes von Dunkelheit umhüllt und muss aufpassen, dass man sich nicht die Augen verbrennt, wenn man wieder ins Tageslicht tritt. Weiterer Pluspunkt ist auf jeden Fall, dass sich der Film nicht wie viele andere Filme an sämtlichen Vampir- oder Werwolf-Klischees orientiert, sondern nach eigenen, innovativen Ideen gesucht wurde. Die Kampfszenen waren allesamt sehr gut inszeniert und umgesetzt, da macht das Zuschauen einfach Spaß, wenn die Schwerter klirren oder eine Armbrust pfeifend den nächsten Pfeil abschießt, der einen Lykaner aufspießt. Die Soundeffekte unterstreichen die düsteren Momente und vermitteln das Gefühl: mittendrin statt nur dabei. Auch für Horrorfans bietet der Film Unterhaltung und hat einige blutige Szenen zu bieten. Es ist spannend zu sehen, wie der Film dennoch packend bleibt, obwohl ein aufmerksamer "Underworld"-Zuschauer bereits weiß, wie der Film ausgehen muss.

Wieder einmal komme ich nicht umhin, Rhona Mitra für ihr Schauspielkönnen zu loben. Sie weiß einfach zu überzeugen und erfüllt jede Anforderung mit Bravour. Sie ist auf jeden Fall ein würdiger Ersatz von Kate Beckinsale und kann sich in der von Männern dominierten Underworld-Welt durchsetzen. Doch auch Michael Sheen und Bill Nighy, die nunmehr zum dritten Mal in ihre Rollen als Lucian und Viktor schlüpfen, waren wieder einmal hervorragend.

Auch den romantisch angehauchten Mädchen wird in dem Film etwas geboten, so entsteht zwischen Sonja und Lucian eine Liebe à la Romeo und Julia. Doch niemals hatte ich das Gefühl, dass die Geschichte extrem kitschig war, sondern es hat angesichts der anderen Filme genau gepasst. Einzige Minuspunkte des knapp 90-minütigen Filmes sind die manchmal doch sehr schnellen Szenenwechsel, die das menschliche Auge manchmal nur schwer mitverfolgen kann und die doch ein wenig zu künstlich aussehenden Lykaner.

Fazit

Ein mehr als würdiges Prequel zu einer der düstersten Gothic-Filmreihe der letzten Jahre. Der Film ist in keiner Sekunde langweilig, sondern wartet immer wieder mit neuen Spektakeln auf und weiß den Zuschauer zu überzeugen. Ein guter Fantasy-Horror mit einer Brise Romantik: einfach perfekt. Der Film wird auf jeden Fall in meine DVD-Sammlung aufgenommen.

Anja Schmidt - myFanbase
05.03.2009

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