Bewertung: 7
Tom Tykwer

International, The

"Sie verwalten dein Geld, kontrollieren die Regierung und beschatten dein Leben. Und nun lassen sie uns alle dafür bezahlen."

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Inhalt

Die internationale Geschäfts- und Kreditbank (IBBC), kurz gesagt die größte Bank der Welt, wird des Mordes und der Verschwörung beschuldigt. Niemand kennt die Identität dieser Institution oder ihre genauen Machenschaften, dennoch versuchen viele verschiedene Organisationen, ihre Geheimnisse aufzudecken. Dies gilt auch für den Interpol-Agenten Louis Salinger (Clive Owen) und die Staatsanwältin Eleanor Whitman (Naomi Watts), doch während alle anderen nur ihren Job machen, ist es für Salinger zu einer Lebensaufgabe geworden. Für ihn wäre es ein Albtraum, sollte er erneut in diesem Fall versagen, vor allem, weil er seinem Ziel schon einmal so nahe war. Und nun da auch noch sein Kollege auf mysteriöse Weise gestorben ist, der ebenfalls in diese Angelegenheit verwickelt war, erhält er eine weitere Bestätigung, die seinen Verdacht bestärkt.

Um seinem Ziel näher zu kommen, leitet er eine Gruppe, welche die Finanzgeschichte des organisierten Verbrechens lösen soll und an oberster Stelle steht die IBBC. Anfangs gelingt es Whitman und Salinger tatsächlich, den illegalen Aktivitäten der weltgrößten Bank nachzugehen, allerdings nur in kleinen Schritten. Zusätzlich haben sie mit einem nicht gerechnet, nämlich, dass die Bank für ihren Schutz alles Mögliche in die Wege leitet, seien es noch so drastische Mittel. Daraufhin wird den beiden schnell bewusst, dass sie für die Wahrheit ihr Leben aufs Spiel setzen müssen...

Kritik

Der packende Actionthriller "The International" liefert eine spannende und geheimnisvolle Verfolgungsjagd ab, welche mit Hilfe der verschiedenen Auslandskulissen etwas Besonderes erhält und somit sehr authentisch wirkt. Des Weiteren erscheint die Story so beeindruckend, da nichts im Film von der eigentlichen Handlung ablenkt. Das heißt, man konzentriert sich ausschließlich auf die Charaktere und das Ziel, welches die Aufdeckung der korrupten Geschäfte der IBBC ist. Es kommt nicht mal zu einer Annäherung, geschweige denn zu einer Liebesbeziehung zwischen den beiden Hauptdarstellern, was üblicherweise in solch einem Film mit eingebaut ist. Jedoch finde ich es schade, dass die Handlung nur sehr wenige humorvolle Sprüche beinhaltet, so dass die Geschichte kaum aufgelockert wird.

Die Spannung des Films wächst mit jeder Minute und findet ihren Höhepunkt bei einem Actionspektakel im Guggenheim-Museum von New York. Mit dieser Szene erhält der Kinofilm einen unglaublichen Kick, so dass dem Zuschauer den Atem stockt. Außerdem wird hier nochmal deutlich, dass der Film nichts für ängstliche Gemüter ist, da viele blutige Szenen visuell deutlich dargestellt werden.

All dies zeigt, dass der deutsche Regisseur Tom Tykwer ("Das Parfum") hervorragende Arbeit geleistet hat und so eine starke Konkurrenz für die Hollywoodregisseure darstellt. Allerdings ist nicht nur der Director das Besondere am Film, sondern auch seine Schauspieler. Clive Owen verkörpert die Gier nach der Wahrheit, die seine Rolle Louis Salinger verzweifelt sucht, unfassbar gut. Auch die Figur Eleanor Whitman wird von Naomi Watts fabelhaft dargestellt, jedoch finde ich es schade, dass sie nicht viel Handlung erhalten hat. In diesem Kinofilm dient die Figur nur zu einem bestimmten Zweck. Eleanor bringt immer wieder neue Informationen über die Bank ans Licht, welche so eingesetzt werden, dass die Geschichte einen neuen kleinen Aufschwung verliehen bekommt und verdeutlicht, dass Louis Salinger doch nicht seinen Kampf verloren hat, wie man zunächst annehmen könnte.

Darüber hinaus verdient der Film einen kleinen Minuspunkt, weil das Ende viel zu plötzlich kam und infolgedessen nicht hundertprozentig klar wird, wie alles ausgeht. Andererseits wird durch das abrupte Ende unmissverständlich, dass nicht ein einziger Mann gegen die weltgrößte Bank antreten kann. So wäre es im Grunde unrealistisch, wenn der Film ein komplettes Happy End hätte.

Fazit

Der Film ist definitiv sehenswert, aber dennoch nicht für schwache Gemüter geeignet.

Juliane Walter - myFanbase
20.02.2009

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