Bewertung: 7
Nicholas Hytner

History Boys, Die – Fürs Leben lernen

Geschichte. Ein Scheiß nach dem anderen.

Foto: Copyright: Twentieth Century Fox Home Entertainment
© Twentieth Century Fox Home Entertainment

Inhalt

England in den 1980er Jahren: Acht Jungs aus der Arbeiterschicht wollen es an die Elite-Universitäten Oxford und Cambridge schaffen und werden in ihrer Schule darauf vorbereitet. Der Schwerpunkt liegt dabei auf dem Fach Geschichte.

Während der junge Lehrer Mr. Irwin (Stephen Campbell Moore) den Jungs den letzten Schliff verpassen und sie perfekt auf die Aufnahmeprüfungen vorbereiten soll, sorgen die unkonventionellen Lehrmethoden des alten Lehrers Hector (Richard Griffiths) bei dem ehrgeizigen Schuldirektor (Clive Merrison) für Unmut. Hectors homosexuelle Neigungen drohen ihm schließlich zum Verhängnis zu werden, doch auch zwischen Irwin und Dakin (Dominic Cooper), dem attraktivsten der acht History Boys, scheint sich langsam mehr als eine normale Schüler/Lehrer-Beziehung zu entwickeln. Auch Posner (Samuel Barnett), der schüchternste History Boy, liebt Dakin.

Kritik

Dieser Film von Regisseur Nicholas Hytner basiert auf dem preisgekrönten Theaterstück "The History Boys", das im Mai 2004 in London uraufgeführt wurde. Der Autor des Stücks, Alan Bennett, konnte auch für die Filmversion gewonnen werden und schrieb das Drehbuch. Eine gute Voraussetzung für eine gelungene Umsetzung des Stoffes.

"Die History Boys – Fürs Leben lernen" zeigt, wie acht Jungs aus bescheidenen Verhältnissen darauf vorbereitet werden, die Aufnahmeprüfungen für die Universitäten Oxford und Cambridge zu schaffen. Dabei haben die Kids zwei sehr unterschiedliche Lehrer. Bei dem alten Pädagogen Hector sammeln sie jede Menge Wissen an, lernen haufenweise Zitate von bekannten und weniger bekannten Persönlichkeiten, spielen auch mal auf Französisch einen Puff-Besuch nach und stellen Filmszenen dar. Der junge Lehrer Irwin, selbst gerade frisch von der Universität, versucht den Jungs dagegen beizubringen, den Prüfern zu gefallen und zu diesem Zweck auch zu lügen, sich clever zu verhalten und interessant zu wirken.

Das Thema Homosexualität spielt in diesem Film eine wichtige Rolle. Der alternde Lehrer Hector und der Schüler Posner sind homosexuell und auch bei einigen der anderen Charaktere, besonders zwischen dem jungen Lehrer Irwin und dem Schönling Dakin, ist eine latente Homosexualität zu erkennen. Zu eindeutigen Liebeszenen kommt es dabei nicht. Der Film spielt Anfang der 1980er Jahre und dieser Zeit entsprechend wird das Thema Homosexualität zurückhaltend und vorsichtig behandelt, ohne das ganz große Drama.

"Die History Boys – Fürs Leben lernen" ist insgesamt ein ruhiger Film, in dem an sich nicht viel passiert. Es geht einzig und allein um die Vorbereitung der Jungs auf die Aufnahmeprüfungen. Der Film lebt von den vielen historischen und literarischen Zitaten, mit denen sich die History Boys untereinander und mit ihren Lehrern amüsante Gespräche liefern, sowie von den verschiedenen Arten der Wissensvermittlung, die der junge und der alte Pädagoge demonstrieren. Das Ende des Films wird mir dabei wohl am meisten in Erinnerung bleiben, denn dieses ist sehr gut gemacht und durchaus bewegend.

Fazit

Die Theaterverfilmung "Die History Boys – Fürs Leben lernen" ist ein ruhiger Film über Wissen, Unterrichten, Erwachsenwerden und Sexualität.

Maret Hosemann - myFanbase
03.02.2009

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