Bewertung: 2
Tom Shankland

WAZ - Welche Qualen erträgst du?

Stirb oder der Mensch, der dir am nächsten steht, wird getötet!

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Inhalt

Eddie Argo (Stellan Skarsgård), ein kaltblütiger New Yorker Cop, und seine neue Partnerin Helen Wescott (Melissa George) ermitteln in einem Doppelmord. Zwei verstümmelten Leichen wurde das Symbol W-Delta-Z eingeritzt. Anfangs kommen sie mit ihren Ermittlungen nicht voran, bis erneut zwei Leichen mit demselben Symbol auftauchen und Helen die geheimnisvolle Gleichung langsam knackt. Wer immer der Killer ist, er verlangt jeweils von zwei Menschen, die sich nahe stehen, den anderen zu töten: Stirb oder der Mensch, der dir am nächsten steht, wird getötet. Der Killer sucht sich seine Opfer nicht durch Zufall aus, er hat noch eine Rechnung offen und sinnt auf Rache...

Kritik

"WAZ" kann sich in die Reihe der massenproduzierten B-Movies einreihen, da dieser Film keinesfalls als Thriller oder Horrorfilm überzeugen kann. Wenn es einen Preis für die beste Schlaftablette in diesem Genre geben würde, dieser Film hätte ihn mit Sicherheit gewonnen. Dies hat mehrere Gründe und Regisseur Tom Shankland und Drehbuchautor Clive Bradley sind nicht gerade unschuldig daran. Wenn man sich mit der Story befasst und die ersten zehn Minuten gesehen hat, ist man voller Erwartungen, da der Streifen sehr viel zu versprechen scheint, doch dem ist nicht so. Man wird nur enttäuscht von diesem Film. Die anfängliche Handlung um einen Doppelmord wird fast schon ins Lächerliche gezogen und zu einer sehr oberflächlichen, undurchschaubaren, vor allem aber uninteressanten Story. Bei "WAZ" kommt keine entsprechende Atmosphäre auf, von Spannung ganz zu schweigen.

Dass Eddie Argo ein Geheimnis hat, wird von Anfang an sehr deutlich, denn geheimnisvoller konnte man diesen Cop nun wirklich nicht darstellen, und das meine ich überhaupt nicht positiv. Sein Charakter war zu offensichtlich und aus diesem Grunde wurden die Spannung und vor allem die Überraschungsmomente, die dieser Thriller eigentlich brauchte, zunichte gemacht. Die Story plätscherte sinnlos vor sich hin. Auch Melissa George wirkte in ihrer Rolle der Helen die meiste Zeit fehl am Platz. Dazu war Helen ein sehr ausdrucksloser Charakter, über den man im Prinzip hinwegsehen konnte. Da hat mir Eddie Argo einen Tick besser gefallen. Skarsgård und George harmonierten des weiteren nicht gerade gut vor der Kamera, was aber auch an ihren Charakteren lag, die unterschiedlicher nicht sein können. So zogen sich die Disharmonie, widersprüchliche Plots und sinnlose Dialoge wie ein roter Faden durch diesen Thriller und gaben ihm somit noch den Rest.

Der Film schaffte es nicht, den Zuschauer in seinen Bann zu ziehen, weil einem oft die Anhaltspunkte fehlten und der eigentliche Aha-Effekt erst zum Schluss kam, anstatt eher und greifbarer auf die ganze Story und Charaktere einzugehen. Ein chaotisches Drehbuch führte dazu, dass man gar keine Lust mehr hatte, sich 100 Minuten diesem Film zu widmen. Nach dem Anschauen kann man aber behaupten, dass Regisseur und Drehbuchautor nicht gerade viele eigene Ideen hatten und sich lieber bei Klassikern wie "Sieben" oder der "Saw"-Reihe bedienten, denn es gab einige Parallelen zu diesen beiden Filmen. Die Charaktere erschienen mir alle viel zu blass, sodass keiner aus der Mitte heraus stach, ebenso kein Schauspieler. Bei dem eindrucksvollen Schauspieleraufgebot finde ich es fast schon bedauerlich, dass dieser Film so ein Trash wurde, da gerade mal Skarsgård in einigen Szenen überzeugen konnte, sonst keiner. Da wundert es mich auch nicht mehr, dass dieser Film in keinem Kino anlief.

Fazit

Insgesamt gesehen wäre es wirklich besser gewesen, wenn die Dialoge und Handlungen plausibler und nicht so einfallslos gewesen wären. Mehr Tiefgang auf die Story und Charaktere hätten dem Thriller sicher nicht geschadet. Nun ist "WAZ" ein mäßiger, lahmer und langweiliger Thriller, den man mit gutem Gewissen wieder vergessen kann.

Dana Greve - myFanbase
28.01.2009

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