Bewertung: 2
David Slade

30 Days of Night

Welcome to Barrow. Top of the world.

Foto: Copyright: Concorde Home Entertainment
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Inhalt

Barrow, Alaska: im nördlichsten Ort der USA kommt es einmal im Jahr dazu, dass einen Monat lang nicht die Sonne aufgeht. Grund genug für den Großteil der Bewohner, das Dorf für diese Zeit zu verlassen. Unter denjenigen, die verbleiben, sind Sheriff Eben Oleson (Josh Hartnett) und seine Frau Stella (Melissa George), die bereits beim vorerst letzten Sonnenaufgang merkwürdige Vorkommnisse in Barrow bemerken.

Als schließlich die Nacht hereinbricht, die für die nächsten 30 Tage andauern wird, kommen mit ihr mysteriöse Fremde mit übermenschlichen Kräften, die die Bevölkerung von Barrow innerhalb kurzer Zeit abschlachten: Vampire. Nur eine Handvoll Leute, darunter Eben und Stella, kann entkommen und der Kampf ums nackte Überleben beginnt...

Kritik

Ein abgeschottetes Dorf im Schnee, eine 30-tägige Dunkelheit, blutrünstige Vampire, die Menschen den Kopf abreißen. Hat so ein Stoff Potential? Man könnte denken, ja. "30 Days of Night" allerdings ist ein perfektes Beispiel dafür, wie man es nicht machen sollte.

Es fängt ja eigentlich nicht schlecht an: Großartige, stimmige Bilder von Alaskas Schneewüsten führen den Zuschauer in die eisige Welt von Barrow, wo während des Großteils des Jahres Minustemperaturen herrschen und wahrscheinlich mehr Huskies als Menschen leben. Verübeln kann man es ihnen nicht. Während man innerhalb der ersten Viertelstunde Protagonist Eben bei seinem Job zusieht, kommt man nicht um den Gedanken herum, dass man echt Glück hat, nicht in so einem Kälteloch zu leben.

Als schließlich die Vampire auf den Plan treten, verstärkt sich dieser Gedanke nur noch - denn die Kreaturen aus "30 Days of Night" sind richtig hässliche Monster, die nicht nur alles zerfleischen, was ihnen über den Weg läuft, sondern auch nicht wirklich die Hellsten sind. Und hier liegt bereits das große Problem des Films: Trotz körperlicher Überlegenheit hat man irgendwie nie das Gefühl, dass die Vampire den Menschen tatsächlich überlegen sind. Sie reden nicht nur irgendein primitives Vampirkauderwelsch daher, sondern wirken auch trotz ihrer Monstrosität eher lächerlich als angsteinflößend.

Wenn hier von eher unterbemittelten Vampiren die Rede ist, so darf aber auch nicht die Gegenseite außer Acht gelassen werden: Wie in so vielen Horrorfilmen zeichnen sich auch die menschlichen Charaktere vor allem durch ihre Dummheit aus. Sei es, dass einfach mal lauthals gestritten wird, damit die Vampire auch mitkriegen, wo sich ihre Beute befindet, oder sich jemand selbstaufopfernd in die Luft jagt, dabei aber genau keinen Vampir mit in den Tod reißt. Problematisch ist es auch, viel Mitgefühl für irgendjemanden außer den Protagonisten Eben und Stella zu entwickeln: So wird jeder Verstorbene zwar ausführlich beweint, aber der Zuschauer kann sich der Trauer nicht wirklich anschließen, da jeglicher Bezug fehlt.

Insgesamt liegt die größte Schwäche des Films jedoch schlicht und ergreifend im Plot. Die Geschichte dümpelt vor sich hin und schafft es so gut wie nie, wirklich Spannung aufzubauen, geschweige denn zu halten. Anstatt einer direkten Konfrontation zwischen den Vampiren und den Menschen erlebt man eigentlich nur mit, wie ein paar Leute 30 Tage lang versuchen, sich zu verstecken. Einzig das Ende ist überraschend gut gelungen, kann die vorangehenden 105 Minuten Langeweile allerdings nicht mehr wettmachen.

Fazit

Mit "30 Days of Night" wird eine Story verbraten, die durchaus Potential gehabt hätte, aber leider miserabel umgesetzt wurde.

Maria Gruber - myFanbase
22.07.2008

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