Bewertung: 5
Curtis Hanson

Glück im Spiel

Ich glaube nicht an Glück, ich glaube an Fähigkeiten.

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Inhalt

Chuck (Eric Bana) ist ein hochbegabter Pokerspieler, der nicht nur die Wahrscheinlichkeiten von Kartenkonstellationen kennt, sondern auch sehr gut seine Mitspieler beobachtet. Trotzdem hat er häufig Geldprobleme, denn Pokern ist und bleibt ein Glücksspiel und in den entscheidenen Momenten bleibt das Glück bei Chuck gerne mal aus. Außerdem zeigt er auch deutliches Suchtverhalten und kann nicht im richtigen Moment aufhören. Doch da fällt der Apfel nicht weit vom Stamm, denn sein Vater (Robert Duvall) ist zweifacher Gewinner der Poker World Series und somit einer der größten und bekanntesten Pokerspieler. Als Chuk die neu in die Stadt gekommene Billie (Drew Barrymore) kennen lernt, wird ihm ein wenig klar, dass es so nicht weitergehen kann. Aber da ist immer noch das angespannte Verhältnis zu seinem Vater, das von Konkurrenz geprägt ist, und die nächste World Series steht auch an.


Kritik

Es lässt sich schwer sagen, wo man den Film genau einordnen soll. Es ist ein bisschen Komödie, ein wenig Drama und viel Pokern. Man könnte ihn also als Sportfilm bezeichnen, wenn man berücksichtigt, dass die Sportsender derzeit zahlreiche Pokerspiele übertragen und analysieren. Vielleicht kann der Film genau aus diesem Hype einen Nutzen ziehen und einige Besucher in die Kinos locken. Sich nur davon was zu versprechen, ist etwas mager, aber viel mehr Gründe bietet der Film leider auch nicht. Es sind zumindest noch tolle Schauspieler am Werk, doch deren Künste werden kaum gefordert. Hier ein wenig Überraschung, dort etwas Enttäuschung und hier und da ein bisschen Wut, ansonsten Pokerface. Das hätten auch noch andere Schauspieler hinbekommen. So zieht es sich im Prinzip zwei Stunden hin und man fragt sich, warum man nicht 90 Minuten daraus gemacht hat. Diese Frage kann wohl nur ein Pokerfan beantworten, der sicherlich gerne auch noch dreißig Minuten drangehängt hätte.

Für den "Otto-Normal-Filme-Gucker" gibt es zum Glück zahlreiche kleine Szenen, die dem Film dann noch ein eigenes Flair verleihen. Die Menschen in Las Vegas sind einfach verrückt. Da wettet der eine, dass er ein halbes Jahr lang Frauenbrüste haben könne und ein anderer macht Schulden wieder gut, indem er auf seinem Stuhl durch den Raum hüpft. Auch wenn es meist um hohe Summen geht, sind das alles nur Spielchen der Superreichen zum Amusement. Wenn man nicht weiß, wohin mit dem Geld…

Immerhin zeigt der Film auch die Gefahren, die das Pokern mit sich bringt. Chucks Geldnot treibt ihn in die kühnsten Wetten und zwingt ihn zu kreativen Überredungskünsten, die den Film schon fast lohnenswert machen. Und als er mit Billie in seiner möbellosen Wohnung steht, muss man richtig schmunzeln. Zum Glück für die beiden findet sich aber noch ein Bett.

Fazit

Etwas langatmig und nicht sonderlich innovativ. Da gibt es besseres im Kino.

Emil Groth - myFanbase
24.06.2007

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