Bewertung: 9
Richard Attenborough

Chaplin

"Ein Tag, an dem man nicht lacht, ist ein verlorener Tag!"
- Charlie Chaplin -

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Inhalt

Charlie Chaplin ist noch ein kleiner junge, als er aufgrund einer geistigen Krankheit seiner Mutter ersatzweise auf die Bühne steigt und ein Lied trällert. Dieser Moment ist entscheidend im Leben von Chaplin, denn genau in diesem Moment entdeckt er seine Liebe zur Bühne. Nachdem er mehrere schwere Jahre bei seiner Mutter und in verschiedenen Heimen in London verbracht hat, bekommt er die Chance beim Theater zu arbeiten. Schon kurz darauf hat er seine eigene Show und tourt nicht sehr viel später durch England. Als dann die USA winken macht sich Chaplin bereit für das größte Abenteuer seines Lebens. Kaum in Amerika angekommen, erhält er die Chance in einem Stummfilm mitzuwirken. Diese Chance nimmt er dankend an. Als ihm gesagt wird, er solle eine Figur erfinden, als die er auftreten soll, erfindet er den Trump, seine berühmteste Rolle. Schon wenige Jahre später ist Chaplin weltberühmt, reich und Besitzer seiner eigenen Produktionsgesellschaft "United Artist". Zu diesem Zeitpunkt war er schon zwei Mal verheiratet.

Doch mit der Zeit wird der Stummfilm immer mehr vom Tonfilm abgelöst und die Karriere von Chaplin scheint zu bröckeln und dann will ihm auch noch ein FBI-Ermittler an den Kragen...

Kritik

Der Film basiert auf den beiden Biografien Chaplins "Chaplin His Life and Art" von David Robinson und "My Autobiography" von Chaplin selber. Er ist so erzählt, als ob Chaplin mit einem Autor (Anthony Hopkins) die Rohfassung für seine Autobiografie durchgeht. Man bekommt so auch die Gedanken Chaplins mit und wird über Hintergründe aufgeklärt. Der Film beginnt demnach bei dem Gespräch von Chaplin mit dem Autor und zeigt in langen und ausführlichen Zeitsprüngen die jeweiligen Stationen des Lebens. Der Inhalt des Interviews, welches eine Fiktion der Drehbuchautoren ist, ist komplett aus Chaplins Buch entnommen und entspricht somit der Wahrheit. Der Film ist aber viel mehr als eine Autobiografie. Er verfügt auch über Spannungen und man hat viel zu lachen. Er ist die perfekte Mischung zwischen einem Unterhaltungs- und einem Informationsfilm.

Richard Attenborough, der Regie führte, zeigt in diesem Werk wieder, was für ein hervorragender Regisseur er ist, und wie man das Beste aus seinen Darstellern rausholt. Charlie Chaplin wird von Robert Downey Jr. gespielt, der für diese Rolle 1993 sowohl für den Golden Globe als auch für den Oscar nominiert war. Downey spielt die Rolle mit all seinem Talent. Man vergisst teilweise, dass nicht Chaplin, sondern Downey auf der Leinwand spielt und ist einfach hingerissen von seiner Darstellung. Dies wird vor allem deutlich, wenn am Ende auf ganz geschickte Weise Filmausschnitte des echten Chaplins zu sehen sind. Man erkennt kaum einen Unterschied und auch die Tochter Chaplins, die in diesem Film ihre eigene Großmutter spielt, dachte beim ersten Blick auf Downey in Chaplins Kostüm, ihrem Vater gegenüberzustehen. Downey hat sich stundenlang Videomaterial angesehen und sich die Gangart und den Stil von Chaplins berühmtester Figur, dem Tramp, hervorragend angeeignet. Neben ihm geben sich die Größen Hollywoods die Klinke in die Hand. Dan Aykroyd ist als Mack Sennett zu sehen und Milla Jovovich spielt Chaplins erste Ehefrau Mildret Harris. Aber auch die übrigen Darsteller, wie Kevin Kline, Marisa Tomei oder Anthony Hopkins überzeugen in ihren Rollen.

Auch die Kostüme und die Kulissen sind hervorragend an die damalige Zeit angepasst worden. Es wirkt nicht, wie bei anderen Filmen, die in dieser Zeit spielen, aufgesetzt. Man hat ganz einfach das Gefühl, der Film wäre zu der Zeit gedreht worden. Besonders das frühe Hollywood, welches damals noch den Namen Hollywoodland hatte, ist beeindruckend wiedererstellt worden, aber auch die damaligen Filmsets sind bis ins kleinste Detail nachempfunden worden.

Auch passend zum Film hervorragend ausgewählt ist der Soundtrack. Auf diesem ist u. a. zu hören, wie Downey Jr. den einstigen Chaplin Song "Smile" singt.

Fazit

Ein wirklich erstklassiges autobiografisches Meisterwerk aus den Händen von Richard Attenborough. Nicht nur für Chaplin-Fans wärmstens zu empfehlen.

Eva Klose - myFanbase
14.06.2007

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