Bewertung: 9

Review: #3.24 Menschen machen Fehler

Foto: Dr. House - Copyright: 2006 Fox Broadcasting Co.; Andrew MacPherson/FOX
Dr. House
© 2006 Fox Broadcasting Co.; Andrew MacPherson/FOX

Es ist Zeit für Veränderungen am Princeton Plainsboro Teaching Hospital. Drei Jahre lang ließen sich Foreman, Chase und Cameron von ihrem Chef demotivieren, gängeln, beschimpfen, beleidigen und niedermachen. Und doch haben sie wohl die interessanteste und herausfordernste Zeit ihres Lebens genossen. House forderte viel, gab nur selten etwas zurück und doch war er für sein Team mehr als nur ein unnahbarer Chef - er war ihnen ein Mentor.

Foreman bleibt am Ende seiner Linie treu, will sich mit der Kündigung immer noch selbst retten, bevor er seiner Meinung nach so endet wie House. Für die Entwicklung des Charakters "Foreman" ist der endgültige Abschied ein passender Schlusspunkt. Nachdem Foreman erkannt hat, dass er nahe dran ist, den Menschen hinter dem Patienten nicht mehr zu erkennen, musste er für sich selbst einen Schlussstrich ziehen. Und das konnte er nur, indem er sich von House, dem Princeton Plainsboro und allem, was ihn an seine Schuld erinnerte, trennen. Ich muss Foreman jedoch in einem Punkt widersprechen - House geht es bestimmt nicht nur um die Lösung von kniffligen, medizinischen Rätseln. Er arbeitet und lebt für seine Patienten, jedoch auf eine Art, die nicht jedem zugänglich ist. In unserer heutigen Dienstleistungsgesellschaft ist gnadenlose Ehrlichkeit verpönt, denn der Kunde oder Patient ist König, egal wie dumm er sich anstellt oder wie überzogen seine Vorstellungen und Forderungen sind. Während die meisten Dienstleister also freundlich nicken und Honig um den Bart schmieren, nimmt House kein Blatt vor den Mund und wird ab und zu sogar beleidigend, holt viele Patienten jedoch so auf den Boden der Realität zurück. Das macht ihn nicht zu einem schlechten Menschen, sondern lediglich zu jemandem, der sich der heutigen Gesellschaft nicht angepasst hat. Dazu gehört nicht nur eine Menge Selbstbewusstsein, sondern auch die nötige Courage, anders zu sein, als alle anderen es von einem erwarten. Der Erfolg gibt House letztendlich recht.

Von der plötzlichen Ausstellung von Chase hingegen war ich überrascht. Zu Beginn der Serie war Chase nur ein verwöhnter, reicher Schönling mit Vorurteilen gegenüber allen, die nicht die gleichen Ideale vertraten wie er selbst. Gerade gegen Ende der dritten Staffel ist aus ihm jedoch ein Arzt mit Rückgrat geworden, der sich für seine Patienten einsetzt, kein Blatt vor den Mund nimmt und dennoch seine ganze Kraft in die Behandlung seiner Patienten steckt. Er fing gerade an, mir sympathisch zu werden und nun muss auch er sehen, wie es in seinem Leben weitergeht. Ich glaube, dass Chase am Ende am unbeschadetsten aus der Zeit bei House herausgeht.

Cameron zieht am Ende dann ebenfalls einen Schlussstrich unter ihr bisheriges Leben. Die Zeit bei House hat sie an ihre Grenzen gebracht - vor allem emotional. Für sich selbst macht sie das einzig richtige: sie entscheidet sich für Chase, für ihre Karriere und gegen House. Auch für sie war es an der Zeit, eine Veränderung zu wagen, sei es nun in ihrem Privatleben oder im Klinikalltag.

Das Team, das House über die Jahre nicht nur ein Sparringspartner war, sondern sich für ihn etliche Nächte um die Ohren geschlagen hat, sich von ihm hat beleidigen lassen und sich für seine Patienten stark gemacht hat, existiert nun nicht mehr. House ist auf sich alleine gestellt und steht vor einer großen Herausforderung: der Veränderung.

Ich weiß nicht recht, wie es jetzt weitergehen soll. "Dr. House" ohne Chase, Cameron und Foreman kann ich mir (momentan noch) nicht vorstellen. Könnte jemals ein anderes Team den Platz der drei Ducklings einnehmen? Die nächste Staffel wird zeigen, wie sehr die Veränderungen greifen werden und ob House von nun an ohne Team arbeitet, ob ein neues Team nachrücken wird oder ob den Drehbuchautoren doch noch ein genialer Clou einfallen wird, wie man die drei entlassenen Ärzte wieder zusammenbringt.

Zwar endet die Folge nicht mit einem klassischen Cliffhanger, der Zuschauer hängt jedoch wirklich noch etwas in der Luft, denn es gibt keinerlei Andeutung, wie es jetzt weitergehen soll. Während House am Ende der Episode seine neue Gitarre auspackt und optimistisch in die Zukunft blickt, bleibt der Zuschauer mit einem flauen Gefühl im Magen zurück. Wird die Serie jemals wieder das werden, was sie mal war?

Wie sich letztendlich alles entwickelt, das weiß nur Gott allein. Wir Zuschauer müssen geduldig warten und für uns selbst entscheiden, wie wir mit Veränderungen klarkommen. Ich persönlich sehe optimistisch in die Zukunft. House wird House bleiben, ob mit oder ohne Ducklings. Und bisher ist den Drehbuchautoren noch immer etwas Spannendes eingefallen, um uns bei Laune zu halten.

Warten wir also ab, was passieren wird.

Melanie Brandt - myFanbase

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