Bewertung: 7

Review: #1.03 Das Ende danach?

Langsam stellt sich für den Zuschauer von "Dr. House" der Alltag ein: Patient wird krank, Patient wird eingeliefert, House will Patient nicht behandeln, House behandelt Patient doch und nach einem dreiviertelstündigen Hin und Her kann Patient wieder gesund nach Hause gehen. Klingt trivial und das ist es auch. Aber um House zu zitieren, "die Trivialität tritt uns mal wieder in den Arsch." Und so ist #1.03 zwar wieder eine Episode, die nach gewohntem Muster abläuft, aber durch Houses brillante Sprüche und ein paar knallharten Szenen zu einem sehenswerten Dreiviertelstündchen wird.

"Sie sind aber kein besonders netter Arzt...!"

Nein, das ist er wahrlich nicht. House zeigt auch in dieser Episode mehrmals, was an Menschenfeindlichkeit in ihm steckt. Absolut köstlich, wie er vor der Warteschlange der Patienten deklariert, was für ein fieser Arzt er ist. Absolut köstlich, wie er dem armen Foreman ständig vor den Kopf stößt. Absolut köstlich, wie er und Cuddy sich immer wieder Wortgefechte liefern, bei denen House den Kürzeren zieht – ich vermute schon mal, dass diese Wortgefechte sich früher oder später in ein Techtelmechtel entwickeln.

Was mir auch diesmal wieder sehr gut gefallen hat, sind die Gespräche zwischen House und Wilson, der House immer wieder den Spiegel vorhält. Es war eine gute Entscheidung der Autoren, House trotz seines Talents, alle Menschen um sich herum mehr oder weniger zu vergraulen, einen Freund wie Wilson an die Seite zu stellen. Bereits nach drei Folgen kauft man ihnen diese Freundschaft ab, obwohl man gar nicht weiß, auf was sie eigentlich basiert.

"Das heißt, du findest sie geil?"

Endlich bekommen wir mal einen Blick "hinter die Kulissen", nämlich auf das, was sich so zwischen dem Ärzteteam Cameron, Foreman und Chase abspielt. Gut verknüpft waren hier die Patientengeschichte und das kleine "Sex-Problem" von Cameron und Chase. Während Foreman einen recht guten, professionellen Abstand zu Cameron halten kann, ist Chase in dieser Sache ziemlich unbeholfen und wird von Camerons direkter Art komplett überrannt. Die Szene in der Küche, als Chase sich den Kaffee über die Hände kippt, ist äußerst amüsant – und der Zuschauer wird darüber nachdenken, dass ihm so eine Beschreibung des Geschlechtsverkehrs wie von Cameron wohl noch nie in den Sinn gekommen ist.

Alltag ist gar nicht so schlecht

Nun mag es so sein, dass sich der Alltag bei "Dr. House" eingependelt hat – aber ist das unbedingt schlecht? Eigentlich nicht. Bislang kommt die Serie trotz dieses feststehenden Konzepts gut aus, denn auf Houses Sarkasmus kann man immer zählen und langsam wird es auch mit seinem Mitarbeiterstab interessant. Alltag ist gar nicht so schlecht.

Maria Gruber - myFanbase

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