Bewertung: 8

Review: #3.03 Ein Blick hinter die Fassade

Foto: Madeleine Martin & David Duchovny, Californication - Copyright: Paramount Pictures
Madeleine Martin & David Duchovny, Californication
© Paramount Pictures

Hank macht schon wieder genau das, was er immer tut, er bezirzt Frauen. Charlie hingegen hat endlich mal wieder Erfolg und tut dann genau das, was er besser nicht tun sollte.

Der Charme des Bad Boys

Hank kann es einfach nicht lassen und irgendwie schafft er es mit seiner Dreistigkeit, Sorglosigkeit und seinem meist unangemessenem Verhalten immer wieder, die Frauen zu begeistern. Sobald er dann mal einen einfühlsamen Moment hat, ist es um die erwachsene, selbstständige Frau geschehen. So lässt sich Felicia zu einem Kuss hinreißen, der, sollte das nur der Anfang gewesen sein, erst der Anfang von sehr viel Ärger sein wird, wenn man die Personenkonstellationen betrachtet. Dass Hank in dieser Episode bereits Jill rumkriegt, habe ich nicht erwartet, aber es macht durchaus Sinn, dass nur eine Kurzschlusshandlung zu diesem Ereignis führen kann, denn Jill ist eigentlich viel zu bieder und wollte sich eher selbst beweisen, dass sie so was mal durchzieht. Da kam Hank natürlich gelegen, denn dass es für sie etwas Ernstes sein könnte, kann ich mir nicht vorstellen, oder hat sie die Lust nun gepackt?

Bleibt noch ein dritter weiblicher Charakter, mit dem Hank zu tun hat. Jackie gibt sich zwar irgendwie unnahbar, macht aber auch immer mal deutlich, dass da noch was geht. Allerdings hat man hier vor allem noch den Eindruck, dass sie Hank rumkriegen möchte, während es sonst meist umgekehrt ist. Auf jeden Fall kann man sich bereits freuen, wie Hank in Zukunft in der Uni agieren wird, weil dort von allen Ecken Hormone auf ihn zukommen. Da macht allein der Ausblick schon Freude, denn es ist zu vermuten, dass die hohen Erwartungen mit tollen Szenen und Dialogen weiterhin erfüllt werden.

In alten Zeiten schwelgen

Doch nicht nur Hanks Storyline ist weiterhin unterhaltsam und frohlockend. Charlie und Sue bringen ebenfalls sehr viel Freude beim Schauen, was man vor allem Sue zuschreiben kann, weil diese einfach herrlich offensiv und notgeil mit ihrem Boy-Toy Charlie interagiert. Ihre ganze Körperhaltung und Bewegung, als Charlie den neuen Kunden an Bord holt, war ein wahrer Genuss von darstellerischer Klasse auf gewohntem "Californication"-Niveau, und so langsam muss man sich überlegen, eine Liste zu führen, wie oft Sue in den Episoden eigentlich das Wort "feucht" sagt. Charlie ist sichtlich überfordert von der Situation, freut sich aber auch einfach zu sehr über seinen beruflichen Erfolg, als dass er groß darüber nachdenken würde. Diesen Erfolg will er wie in den guten, alten Zeiten mit Marcy feiern. Diese lehnt aber stur ab, nicht weil sie nicht mit ihm feiern möchte, sondern eher aus Prinzip, weil Charlie zu offensichtlich immer wieder in die gleiche Kerbe schlägt. Marcy ist auf Konfrontationskurs, besinnt sich dann aber eines Besseren und versteht die Bedeutung der Situation. Sie will Charlie auf der Arbeit überraschen, was ihr definitiv mal wieder gelingt. Irgendwie kann man Charlie sogar verstehen, dass er nach der heftigen telefonischen Abfuhr frustriert war und nicht mehr darüber nachgedacht hat, ob er weiterhin Geduld für Marcy aufbringen sollte. Marcy aber wird das herzlich egal sein. Als sie bereit ist, einen Schritt auf Charlie zuzugehen, muss sie gleich wieder ein solches Bild sehen. Da wird es nicht einfacher, den Kopf wieder ihrem Herzen anzunähern, und es sieht so aus, als wird dieses Ehedrama vorerst keine gute Lösung finden. Für den Zuschauer ist das irgendwie eine gute Meldung, weil die Missverständnisse und Auseinandersetzungen doch immer wieder Spaß bringen.

Die Leiden der jungen B.

Es waren nur zwei Szenen, aber diese haben doch sehr viel über Becca verraten. Zum einen ist deutlich geworden, dass sie immer noch sehr stolz auf ihren Vater ist, weil sie Felicia viel über ihn und seine Arbeit erzählt hat. Offenbar hat sie auch Redebedürfnis, nur Hank ist dafür anders als früher nicht mehr geeignet. Also erzählt sie ein paar Dinge Felicia und die wesentlich wichtigeren Dinge ihrer nun besten Freundin Chelsea. In einem Gespräch mit ihr offenbart sie, dass sie glaubt, eine Last für ihren Vater zu sein. Da er ihretwegen nicht nach New York gegangen ist, kann man den Gedanken gut nachvollziehen. Die unklare Beziehung zwischen Hank und Karen, die Becca schon ihr Leben lang Sorgen macht, hilft ihr bei dieser Einschätzung auch nicht. Man darf gespannt sein, was sich die Autoren hier für die Staffel ausgedacht haben. Die Richtung ist nach der Schaffung der Grundlagen in den ersten Folgen nun vorgegeben und da ich von Hank-Becca-Szenen schon immer begeistert war, freue ich mich auch hier auf die nächsten Episoden.

Fazit

"Californication" besinnt sich weiterhin auf seine Stärken und kann erneut mit tollen Dialogen und gut ausgearbeiteten Storylines und dem hervorragenden Cast glänzen. Den neunten Punkt lasse ich mir aber noch offen, weil noch viel von den nächsten Episoden zu erwarten ist.

Emil Groth - myFanbase

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