Bewertung: 9

Review: #9.24 Bones und Booth in einem Bild der Zerstörung

Foto: David Boreanaz, Bones - Copyright: 2014 Fox Broadcasting Co.; Patrick McElhenney/FOX
David Boreanaz, Bones
© 2014 Fox Broadcasting Co.; Patrick McElhenney/FOX

Wow, ich weiß nicht, ob wir jemals eine derartig actiongeladene "Bones" Folge gesehen haben. Meistens wird ein Foreshadowing so angelegt, dass der Zuschauer sich fragt, wie es nur soweit kommen konnte. Das ist bei Booth, der scheinbar schwer verletzt ins Krankenhaus eingeliefert wird, definitiv der Fall. Daher verweilt die Serie nicht lange und springt zurück an den Anfang des Geschehens. So erleben wir Booth als Hauptakteur in einem actiongeladenen und spannenden Finale, das es geschickt schafft, die Handlungsstränge der ganzen Staffel zusammenzuführen.

Da die Ereignisse der Folge alle miteinander zusammenhängen, ist es gar nicht so einfach, eine gewisse Ordnung hineinzubringen. Der Grund aller Probleme ist die FBI Verschwörung, die nun schon einige Zeit als drohendes Übel im Raum steht. Bis jetzt lagen dem Team kaum Informationen vor, was sich jedoch durch ihren heutigen Fall schlagartig ändert. Die darauffolgenden Entwicklungen sind die Versuche der Drahtzieher, die Verschwörung weiterhin geheim zu halten.

Der Fall

Der erste Schritt war es, den Journalisten Wesley Foster umzubringen, um ihn davon abzuhalten, Booth die Informationen zu übergeben, die die Verschwörung aufdecken könnten.
Mit dem geheimen Mikrochip und dem Hackangriff auf Angelas Computersystem nähern wir uns thematisch schon fast typischen Hollywood Agentenfilmen. Alleine der Fall hätte schon Stoff für eine sehr gute und interessante Folge gegeben. Daraufhin übernimmt Booth die Führungsrolle und macht allen klar, dass das erst einmal geheimbleiben muss. Dabei kommt es zu einem Streit mit Brennan, die befürchtet, dass Booth aufgeben würde. Wie genau sie auf den Gedanken kommt, ist mit etwas unklar, schließlich hat Booth doch eigentlich deutlich gemacht, dass er dem FBI lange nicht mehr so vertraut, wie früher. Und so dürfen wir ausnahmsweise mal Booth sehen, der rationaler agiert als Brennan. Diese Entwicklung ist mal eine ganz interessante Abwechslung, die auch sonst ganz gut zur Folge passt, in der der Hauptfokus eher auf Booth als wie sonst auf Brennan und ihrem Team liegt.

Booths Beförderung

Nachdem der Mord an Wesley Foster nichts gebracht hat, müssen die Drahtzieher nun eine Ebene höher angreifen und zwar bei Booth. Noch zu Anfang der Folge erleben wir die übliche morgendliche Idylle von Brennan und Booth, bevor sie zum Fall gerufen werden. Bei der Anhörung scheint erst alles wunderbar zu laufen, Booth ist perfekt vorbereitet, inklusive 15 Punkte Plan. Bis der Kongressabgeordnete die Tatsachen bezüglich einer früheren Mission verdreht und Booth damit in Ungnade fallen lässt. Als Mörder bezeichnet zu werden, hat ihn hart getroffen, schließlich hat er seine ganzen Taten, wie er in der Vergangenheit schon erwähnt hatte, immer damit gerechtfertigt, dass sie im Sinne des FBI und dem Wohl Amerikas geschehen waren. Dass gerade die Vertreter seines Landes ihm jetzt in den Rücken fallen und meinen, dass so jemand wie er Amerika nicht im Ausland vertreten kann, kam für Booth völlig unerwartet. So ist es nicht weiter verwunderlich, dass er zuerst versucht, den Kongressabgeordneten direkt anzugreifen, wohl noch in der Hoffnung, dass er als einzelne Stimme handelt. Als langsam klar wird, dass das ganze Gericht sich dem Politiker anschließt, merkt man, wie Booth aufhört sich zu wehren und dann geschockt den Raum verlässt.

Das FBI und die Regierung waren immer Institutionen, hinter denen Booth komplett stehen konnte und nun stellt sich heraus, dass die Verschwörung um einiges mehr ist, als nur ein paar schwarze Schafe in den eigenen Reihen. Taktisch k.o. können die Drahtzieher nun zusehen, wie Booth von der Presse zerrissen wird und somit der Rest seiner Glaubwürdigkeit für die Öffentlichkeit zerstört wird. Da hilft auch Brennan nicht mehr viel, die tapfer versucht Booth vor den Medien zu verteidigen. Booth ist überzeugt, dass seine Beförderung nur eine Tarnung dafür war, ihn anzugreifen. Als Warnung an alle, sich von der FBI Verschwörung zurückzuziehen, auf die sie durch den McNamara Fall erst gestoßen sind.

Wirklich an die Beförderung geglaubt habe ich noch nie, schließlich könnte die Serie wohl kaum bestehen, wenn sich die beiden Hautcharaktere im Ausland befinden. Deswegen war ich schon gespannt, wie sich die Serienmacher von der Idee wohl verabschieden würden. Mein Tipp wäre gewesen, dass sie entweder die komplette Beförderung fallen lassen, oder dass Booth eine höhere Position im FBI vor Ort bekommt. Ich muss gestehen, dass ich sehr positiv überrascht bin, wie es dann letztendlich abgelaufen ist. Einerseits ist nun die Beförderung vom Tisch, andererseits ein Zurückkehren zum normalen Alltag ferner denn je. Ein schöner Touch waren die Szenen im Gericht, wodurch gleich ein neuer Handlungsort hinzugefügt wurde und das ganze Thema auf eine höhere Ebene gehoben wurde. Jetzt ist Booths Befragung nicht nur FBI-intern, sondern offiziell und öffentlich vor dem Rechtssystem des Landes. Dadurch verletzt der Betrug natürlich nur noch umso mehr. Nachdem Booth nun also diskreditiert und suspendiert wurde und er trotz dieser Warnung nicht aufgibt und die Verschwörung weiterverfolgt, kommen wir zur letzten Phase, dem großen Showdown.

"I hate you for telling me to walk away." – "Bones! I love you." – "Don't die, okay?!"

Dieser Showdown ist es wohl, der mich dazu veranlasst hat, für diese Folge die volle Punktzahl zu vergeben. Da spielt natürlich auch meine Vorliebe für raffinierte Actionszenen und dramatische Spannung herein. Es ist aber auch einfach faszinierend, Booth voll in Aktion zu erleben, und das auch einmal jenseits seines Fachgebiets als Scharfschütze.

Davor wurde aber noch eine sehr emotionale Szene zwischen Brennan und Booth eingebaut. Beiden ist klar, dass es jetzt um Booths Leben geht, und dass er allein gegen drei Delta Force Agents antreten muss. Man muss nicht so rational wie Brennan sein, um sich auszurechnen, dass seine Chancen da nicht allzu gut stehen. Aber schließlich lässt sie sich dazu überreden, sich in Sicherheit zu bringen, was Booth vermutlich ohne Christine nicht gelungen wäre. Die Szene war wohl abgesehen von dem dramatischen Element dafür da, dem Zuschauer nochmal vor Augen zu führen, wie gefährlich die Situation und wie unsicher der Ausgang ist. Außerdem wäre es wohl etwas unglaubwürdig gewesen, wenn die sonst so sture Brennan einfach so kampflos Booth alleine zurückgelassen hätte.

Ich war echt überraschend, wie viele Waffen Booth plötzlich hervorgezaubert hat, aber das ist vermutlich als höherer FBI Agent nicht so ungewöhnlich. Trotzdem stellt sich die Frage, warum er die Waffen Zuhause aufbewahrt. Ist er durch seine Zeit als Scharfschütze beim Militär einfach daran gewöhnt, seine Waffen immer bei sich zu haben oder war das erst eine kurzfristige Entscheidung, nachdem die FBI Verschwörung aufgekommen ist? Es war ziemlich faszinierend zu sehen, wie Booth die ganzen Fallen im Haus anbringt. An dieser Stelle sei da die Sprengladung in der Wanddeko auf der Treppe genannt, die wirklich sehenswert hochgegangen ist.

Es folgt ein Kampf, der ebenso gut auch aus einem Actionfilm hätte stammen können. Plötzlich tut sich eine Chance für den verwundeten Booth auf. Der Gegner muss nachladen, Booth hechtet in Richtung Pistole - und wird getroffen. Doch gerade als man denkt, dass es aus ist, taucht auf einmal Brennan auf und schießt auf den Agent. Was für ein Plottwist! Da hat sich wohl doch bewahrheitet, als sie am Anfang sagte, dass sie zusammen besser wären. Gerade als Brennan im Visier des Gegners ist, rafft sich Booth auf, reißt ihn von den Füßen und bricht ihm das Genick. Wow! Danach bleibt er bewusstlos auf ihm liegen und wir sehen eine Brennan über ihm, die ihn anfleht nicht zu sterben. Drama pur.

Zeitsprung zur Anfangsszene, wo es nochmal wirklich spannend wird. Wir befinden uns wieder im Krankenhaus und erleben die übliche dramatische Rettung des verletzten Helden, mitsamt Herzstillstand im OP und verzweifelten, im Wartezimmer sitzenden Angehörigen. Immerhin kommt die ganze "Bones"-Familie zusammen und wartet gemeinsam, wie sollte es auch anders sein. Und siehe da, Booth überlebt. Nur wird der ganze Angriff jetzt gegen ihn ausgelegt und die Drahtzieher scheinen gewonnen zu haben. Was die Folgen dieser Geschichte sind, wurde in der letzten Minute ja schon alleine symbolisch und durch die Kameraführung ziemlich klar gemacht. Zunächst sehen wir Booth, von Agents bewacht, mit Handschellen ans Bett gefesselt und bewusstlos. Das FBI ist jetzt nicht mehr auf seiner Seite und wenn sich die Sache nicht bald aufklärt, wird er für den mehrfachen Mord sicher ins Gefängnis gehen und er kann nichts dagegen tun. Die letzte Szene ist Brennan, die ins Zimmer gestürmt kommt, worauf Booth kurz reagiert, bevor sie von den Agents hinaus gezerrt wird. Die kommenden Ereignisse drohen, sich zwischen die Beziehung von Brennan und Booth zu stellen, auch wenn beide alles versuchen, um es nicht so weit kommen zu lassen. Wie die Sache ausgeht bleibt - wie der Bildschirm - im Dunkeln.

Fazit

Was kann man sich viel mehr wünschen? Wir hatten Drama, Action, einen spannenden Fall und Entwicklungen, die wohl eine Veränderung für viele der Charaktere bedeuten. Und dann ein Ende, das den Zuschauer ratlos zurücklässt. Irgendwie muss es ja schließlich weitergehen mit "Bones". Nur wie, wenn Booth des dreifachen Mordes beschuldigt wird? Nur wie, wenn das FBI nach wie vor korrupt ist und das Team des Jeffersonian Institutes auf der roten Liste hast? Nur wie, mit einem scheinbar allmächtigen Gegner? So viele offene Fragen, die einen wirklich wunderbaren Cliffhanger abgeben, alleine schon dadurch, dass sie nicht nur das Schicksal einiger Charaktere, sondern die ganze Dynamik der Serie in Frage stellen.

Denise D. - myFanbase

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