Bewertung: 6

Review: #4.08 Schrottskulptur mit Schädel

Die vierte Staffel scheint einfach nicht so richtig in Fahrt zu kommen. Liegt es daran, dass sich nach der gelungenen dritten Staffel mit dem spektakulären Gormogon-Fall unsere Erwartungen gesteigert haben? Irgendwie kommt es mir jedoch so vor, als trete die Serie momentan auf der Stelle. Die Folgen haben in letzter Zeit einfach nicht dieses gewisse Etwas, die Handlung plätschert nur so vor sich hin. Es fehlt eine Storyline, die man mit Interesse verfolgt und die dem ganzen einen Rahmen gibt.

Zu Beginn sei gesagt, ich habe Angela immer gemocht, bildete sie doch mit ihrer humorvollen, einfühlsamen und manchmal auch etwas verrückten Art immer einen netten Gegenpol zu den rationalen Wissenschaftlern. Doch in dieser Folge erschien sie mir zum ersten Mal unsympathisch. Ihre ständig wechselnden und ziemlich eigenen Ansichten zum Thema Liebe und Beziehung, sowie ihr sprunghaftes Verhalten, waren wohl nicht nur für Sweets, sondern auch für den Zuschauer schwer nachvollziehbar und erweckten zudem den Eindruck, dass Angela leichtfertig mit den Gefühlen anderer Menschen spiele. Zwar konnte sie später mit ihrer Erklärung: "Dass Gefühle nicht von Dauer sind, bedeutet nicht, dass sie nicht echt sind", das Bild von ihr wieder einigermaßen ins rechte Licht rücken, aber dennoch war das in dieser Folge nicht die Angela, die ich mag.

Dass Kunst immer im Auge des Betrachters liegt und man darüber geteilter Meinung sein kann, bewahrheitete sich beim Fall der Woche. Auch wenn ich es zu bezweifeln wage, dass die exzentrischen Künstlertypen sowie Schweineblut und verschrottete Autos repräsentativ für die reale Kunstwelt stehen, so brachte das Ganze doch ein wenig Farbe und Abwechslung in das Geschehen. Die Idee, Angelas ehemalige Freundin in der Serie auftauchen zu lassen – und zwar als Hauptverdächtige in einem Mordfall –, gefiel mir gut. Es war interessant zu sehen, wie Angela felsenfest an Roxies Unschuld glaubte und alles dafür tat, um dies auch zu beweisen. Dass die beiden am Ende jedoch wieder eine Beziehung beginnen, fand ich überflüssig. Ob und wie diese Storyline weitergeht, werden wir ja sehen. Ich bin jedenfalls gespannt, wie Hodgins reagieren wird, sollte Angela tatsächlich wieder mit ihrer Ex-Freundin zusammen sein.

Sweets hat mir in dieser Folge einmal mehr sehr gut gefallen, und ich bin wirklich froh darüber, dass er fester Teil des Ermittlerteams geworden ist. Er trägt nicht nur zur Lösung der Fälle bei, sondern eröffnet dem Zuschauer mit Hilfe der Psychologie auch immer einen neuen Blickwinkel auf die Charaktere der Serie, in diesem Fall zum Beispiel, als er Angelas Beziehungsprobleme beleuchtete. Auch die Angelegenheit mit Daisy, die ihre Rolle als Nervensäge sehr überzeugend aber an manchen Stellen auch etwas übertrieben spielte, löste er äußerst elegant. Am Schluss sorgte Sweets für eine amüsante Überraschung: Dass er und Daisy ein Paar sind, dürften die wenigsten erwartet haben, und den Kuss in aller Öffentlichkeit hätte dem jungen Psychiater wohl niemand zugetraut.

Da der Fokus auf Angela lag, hatten Brennan und Booth in dieser Folge nur wenige gemeinsame Szenen. Umso mehr hat mir dafür der Schluss der Episode gefallen. Die beiden philosophieren darüber, dass Daisy und Sweets unmöglich zusammenpassen können, und unweigerlich drängte sich dem Zuschauer der Vergleich mit Booth und Brennan auf.

Fazit

Über Kunst kann man sich streiten, über Fernsehserien sicherlich auch. Alles in allem stellte diese Episode nicht gerade das ersehnte Highlight der vierten Staffel dar, aber ich hoffe weiterhin, dass noch einige gelungene Folgen auf uns warten.

Nadine Schuon - myFanbase

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