Djimon Hounsou

Foto: Djimon Hounsou, Wayward Pines - Copyright: 2016 Fox Broadcasting Co.; Patrick Hoelck/FOX
Djimon Hounsou, Wayward Pines
© 2016 Fox Broadcasting Co.; Patrick Hoelck/FOX

Die Karriere des Djimon Hounsou ist ergreifend wie beeindruckend und zeigt, dass man mit etwas Glück großes erreichen kann. So steht er inzwischen kurz davor, zum ersten international erfolgreichen Afrikaner im Schauspielgeschäft zu avancieren. Vom Tellerwäscher zum Millionär – Djimon Hounsou ist dies eindrucksvoll gelungen.

Seinen Lauf nahm alles in Westafrika, dort wurde Hounsou 1964 in Cotenou, Benin als jüngstes Familienmitglied, er hat fünf ältere Geschwister, geboren. Sein Vater arbeitete als Koch und ermöglichte der Familie ein für afrikanische Verhältnisse relativ wohlhabendes Leben. Hounsou zu seinen frühen Jahren in Afrika: "Wir waren keine reiche Familie, alles war sehr einfach. Wenn man wüsste, wie ich früher gelebt habe und jetzt lebe, ist das ein Unterschied wie Tag und Nacht." Aufgewachsen ist er zweisprachig. Neben seiner Heimatsprache spricht er perfekt französisch.

Im Alter von 13 Jahren schickten ihn seine Eltern nach Lyon, Frankreich, um dort bei seinem älteren Bruder zu leben und Medizin zu studieren. Doch während sich seine Eltern stets eine Karriere als Arzt für ihren Sohn vorstellten, hatte Hounsou ganz andere Vorstellungen von seinem Leben, dementsprechend lustlos machte er sich an sein Studium. Nachdem er die Schule im Alter von 20 Jahren beendete und von seinem Bruder rausgeworfen wurde, machte er sich auf den Weg nach Paris. Ohne Bleibe und Arbeitspapieren, die ihm eine Arbeit hätten möglich machen können, blieb ihm fast nichts anderes übrig, als sich vorerst auf der Straße durchzukämpfen. Er schlief auf Parkbänken und wusch sich in Brunnen.

Nach fast einem Jahr in den Straßen der französischen Hauptstadt nahm ihn ein Passant wahr. Sein Aussehen hatte es ihm angetan, schließlich war er auf der Suche nach neuen Models. Einem kurzen Gespräch folgte die Einladung zu einem Test-Shooting. Schnell machte sich der Afrikaner mit der Vorstellung vertraut, für die Kamera zu posieren. Und genauso schnell fand er sich auf den Laufstegen des Designers Thierry Mugler wieder. "Das Modeln ist eine sehr unwirkliche Welt, doch es holte mich von der Straße", sagte er einer irischen Filmwebseite.

Seine Arbeit als Model für Mugler führte ihn schließlich auch vor die Kamera. David Fincher schnappte sich Hounsou vorerst für drei Musikvideos. So tauchte er in Steve Winwoods "Roll with It", Madonnas "Express Yourself" und Paula Abduls "Straight Up" auf. Die Videos machten den Fotografen Herb Ritts auf Hounsou aufmerksam. Er lud ihn zu sich ein und wurde schnell für Ritts Projekte gebucht. Unter anderem posierte er für sein Buch "Men and Women", wo er mit einem Tintenfisch auf seinem Kopf abgelichtet wurde. Auch in dem von Ritts produzierten Musikvideo zu Janet Jacksons "Love Will Never Do Without You" war er schließlich zu sehen.

Der große Umbruch folgte 1990, als er eine Karriere als Schauspieler anstrebte und nach Los Angeles zog. Er nahm Schauspielunterricht und lernte Englisch - als er in die USA zog war dieses mehr als gebrochen - indem er sich Dokumentationen im Fernsehen ansah. Im gleichen Jahr stand dann auch schon sein erster Film auf den Plan. Von einem großen Erfolg für ihn kann man aber nicht sprechen, schließlich mimte er in "Without You I'm Nothing" (1990) lediglich einen schweigsamen Ex-Freund. Da konnte er sein Können im Thriller "Fatale Begierde" (1992) sowie dem Science-Fiction Film "Stargate" (1994), in beiden Filmen an der Seite von Kurt Russel, schon eher unter Beweis stellen.

Erst sieben Jahre nach dem Umzug an die Hollywood-Hills gelang dem Afrikaner der Durchbruch. Und dazu noch ein ziemlich großer: Es war Steven Spielbergs - der nur ein Jahr zuvor mit "Schindlers Liste" den Oscar gewann - Sklavenepos "Amistad - Das Sklavenschiff" (1997), für dessen Hauptrolle Hounsou aus weit über hundert Schauspielern ausgewählt wurde, nachdem Denzel Washington absagte. Für den Film musste er sich innerhalb von zehn Tagen die Basics einer komplett neuen Sprache aneignen, denn sein einziger englischsprachiger Dialog lautete: Give us free! "Es war sehr hart. Ich bin jeden Abend nach Hause gegangen und habe die Texte gelernt bis ich am nächsten Morgen, von mir selbst enttäuscht, am Set ankam. Morgan Freeman gab mir einen guten Rat. Er sagte, die Schauspielerei ist wie das Leben, an manchen Tagen bist du gut und an anderen Tagen willst du einfach nur so gut es geht dadurch.", berichtete Hounsoun über seine Arbeit in "Amistad – Das Sklavenschiff".

Der Film kam im Dezember 1997 in die Kinos und erntete überwiegend positive Kritiken. Der Erfolg an den Kinokassen blieb jedoch aus, denn zur gleichen Zeit sorgte ein ganz anderer Film für volle Kinosäle, "Titanic". Dennoch fand auch Djimon Hounsoun lobende Worte für seine Darstellung des Cinque in "Amistad – Das Sklavenschiff". Nur wenig später folgte eine ähnliche Rolle. Auch in "Ill Gotten Gains" (1997) handelte es sich um eine Sklavengeschichte, diesmal allerdings eine Low-Budget Produktion eines Newcomers. Den Horrorfilm "Octalus - Der Tod aus der Tiefe" drehte Hounsoun zwar schon vor "Amistad – Das Sklavenschiff", erschien jedoch erst im Frühjahr 1998.

Hounsou nahm nun die Herausforderung an, viele verschiedene Rollen zu spielen, was nicht immer einfach war, wie er selbst sagt. Viele Filmemacher in Hollywood "denken über dich als ein schwarzer Schauspieler, nicht als einen Schauspieler. Das ist lähmend." Durch seinen ungebrochenen Willen konnte er diese Hürde meistern. So ergatterte er Rollen in "Gladiator" (2000), "Die vier Federn" (2002), "Lara Croft Tomb Raider: Die Wiege des Lebens" (2003) sowie "Biker Boyz" (2003), um die wichtigsten zu nennen. Einen weiteren großen Coup konnte er 2003 landen. Für sein Portrait des Malers Mateo in "In America" (2003) erntete er erneut viel Lob und unzählige Nominierungen für zahlreiche Awards, bei denen er viele auch gewann. Nominiert war er 2004 auch als "Bester Nebendarsteller" für den Oscar. Eine Seltenheit für einen afrikanischen Landsmann.

Es folgte ein kurzer Gastauftritt als Waffenhändler in der dritten Staffel der Agentenserie "Alias - Die Agentin", weitere Rollen in den Filmen "Constantine" (2005), "Beauty Shop" (2005), "Die Insel" (2005) und "Eragon – Das Vermächtnis der Drachenreiter" (2006), bevor er mit Edward Zwicks "Blood Diamond" (2006) sein nächstes großes Filmprojekt mit einer Hauptrolle in Angriff nahm. Darin spielte er aufs Neue einen Afrikaner, der mit den Umständen in seinem Land zu kämpfen hat. An der Seite von Leonardo DiCaprio gelang es ihm, erneut durch seine großartige schauspielerische Leistung Publikum wie Kritiker zu überzeugen. Und erneut gelang es ihm, eine Oscarnominierung als "Bester Nebendarsteller" abzuräumen.

Nach einem Jahr Pause wurde er 2008 für "The Fighters" sowie "Push" gebucht. 2016 übernahm er die Hauptrolle des CJ Mitchum in Staffel 2 der FOX-Serie "Wayward Pines".

René Krieger - myFanbase

Ausgewählte Filmographie (Schauspieler)

2019Captain Marvel als Korath
Originaltitel: Captain Marvel
2017King Arthur: Legend of the Sword als Bedivere
Originaltitel: King Arthur: Legend of the Sword
2016Wayward Pines (TV) als CJ Mitchum
Originaltitel: Wayward Pines (TV)
2015Fast & Furious 7 als Jakande
Originaltitel: Fast & Furious 7
2014Guardians of the Galaxy als Korath
Originaltitel: Guardians of the Galaxy
2014Seventh Son als Radu
Originaltitel: Seventh Son
2014Drachenzähmen leicht gemacht 2 als Drago (Stimme)
Originaltitel: How to Train Your Dragon 2
2011Elephant White als Curtie Church
Originaltitel: Elephant White
2011Special Forces als Kovax
Originaltitel: Special Forces
2010The Tempest als Caliban
Originaltitel: The Tempest
2010Black Panther (TV) als T'Challa (Stimme)
Originaltitel: Black Panther (TV)
2009Push als Henry Carver
Originaltitel: Push
2008The Fighters als Jean Roqua
Originaltitel: Never Back Down
2006Eragon - Das Vermächtnis der Drachenreiter als Ajihad
Originaltitel: Eragon
2006Blood Diamond als Solomon Vandy
Originaltitel: Blood Diamond
2005Die Insel als Albert Laurent
Originaltitel: The Island
2005Beauty Shop als Joe
Originaltitel: Beauty Shop
2005Constantine als Midnite
Originaltitel: Constantine
2003 - 2004Alias - Die Agentin (TV) als Kazari Bomani
Originaltitel: Alias (TV)
2004Blueberry und der Fluch der Dämonen als Woodhead
Originaltitel: Blueberry
2003Lara Croft Tomb Raider: Die Wiege des Lebens als Kosa
Originaltitel: Lara Croft Tomb Raider: The Cradle of Life
2003Biker Boyz als Motherland
Originaltitel: Biker Boyz
2002Heroes als geheimnisvoller Mann
Originaltitel: Heroes
2002In America als Mateo
Originaltitel: In America
2002Die Vier Federn als Abou Fatma
Originaltitel: The Four Feathers
2002Ball & Chain - Zwei Nieten und sechs Richtige als Det. Youssouf
Originaltitel: Le Boulet
2001Soul Food (TV) als Victor Onuka
Originaltitel: Soul Food (#2.07 Games People Play) (TV)
2001The Tag als Marshall
Originaltitel: The Tag
2000Passage du milieu als Erzähler
Originaltitel: Passage du milieu
2000Gladiator als Juba
Originaltitel: Gladiator
1999Emergency Room - Die Notaufnahme (TV) als Mobalage Ikabo
Originaltitel: ER (TV)
1998Octalus - Der Tod aus der Tiefe als Vivo
Originaltitel: Deep Rising
1997Ill Gotten Gains als Fyah
Originaltitel: Ill Gotten Gains
1997Amistad - Das Sklavenschiff als Cinque
Originaltitel: Amistad
1997The Small Hours als sich selbst
Originaltitel: The Small Hours
1994Stargate als Horus
Originaltitel: Stargate
1992Fatale Begierde als Gefangener auf der Bank
Originaltitel: Unlawful Entry
1990Beverly Hills, 90210 (#1.01Hollywood Highschool) (TV) als Türsteher in Disko
Originaltitel: Beverly Hills, 90210 (TV)
1990Without You I'm Nothing als Ex-Boyfriend
Originaltitel: Without You I'm Nothing