"Riverdale" nimmt in Staffel-4-Premiere emotional Abschied von Luke Perry

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Die Nachricht vom Schlaganfall Luke Perrys hat uns Serienfans am 27. Februar 2019 hart getroffen. Fünf Tage lang haben wir für ihn gebetet, gehofft und gebangt, doch letztlich ist er am 4. März 2019 von uns gegangen. Ausgerechnet möchte man sagen, denn neben seinem aktuellen Serienengagement als Fred Andrews in "Riverdale", sollte er für das Reboot von "Beverly Hills, 90210" vor der Kamera stehen, die Serie also, die ihn in den 1990er Jahren zu einem Teenieidol und Mädchenschwarm gemacht hat, immerhin war er zehn Jahre als Dylan McKay zu sehen.

Perry stand mitten im Leben und somit auch mitten im Drehplan, so dass die Serienmacher von "Riverdale" vor eine unerwartete Aufgabe gestellt wurden. Sie hatten so gesehen noch "Glück", dass Fred in keine größere aktuelle Storyline verwickelt war. Daher ging Archies (KJ Apa) Vater erst einmal auf Geschäftsreise, was den Produzenten Zeit verschaffte, sich eine sinnige Handlung für Freds Ausschieden zu überlegen. Relativ schnell wurde kommuniziert, dass man mit dem Auftakt zu Staffel 4 eine Tributepisode schaffen würde, die nun gestern in den USA auf The CW gelaufen und nun auch bei Netflix verfügbar ist. Diese bestätigt eindrucksvoll, dass es von allen Involvierten die richtige Entscheidung war, sich so viel Zeit zu nehmen, denn es ist eine unheimlich eindrückliche und herzzerreißende Episode entstanden, die allen Serienfans, aber sicherlich auch Luke-Perry-Fans nahegehen wird, weil sie auf seine Person und seine Figur perfekt zugeschnitten wurde.

Staffel 3 von Riverdale war geprägt von mysteriösen Handlungen rund um das Spiel "Gryphons and Gargoyles" und um die verbrecherischen Ausbeutungen auf der Farm. Mitten in diesen durchdachten Handlungsentwicklungen wäre es womöglich unpassend gewesen, Freds Ausscheiden so einzubauen, wie es nun geschehen ist. Mit dem vergangenen Staffelfinale hat man diese Handlungsbögen aber sauber abgeschlossen, so dass Staffel 4 nun frisch starten konnte, ohne dass es irgendwelche Erwartungen gab. Der ausführende Produzent Roberto Aguirre-Sacasa verriet hierzu, dass schnell klar war, in der Auftaktfolge keine großen Handlungen für die Staffel anzustoßen. "Es sollte wirklich auf Freds Tod fokussiert sein und die emotionalen Folgen, die dieser auf alle hat." Während die Bewohner von Riverdale nach einer ereignisreichen Zeit mal wieder durchatmen und an ihrer Zukunft planen können, bricht die Nachricht herein, dass Fred bei einem Autounfall gestorben ist. Er hat einer Frau (Shannen Doherty) mit einer Reifenpanne geholfen und wurde dabei von einem Auto erfasst, das viel zu schnell ihren Standort passiert hat. Hierfür hat Fred die Frau sogar noch zur Seite gestoßen, um sie zu retten.

Ein gelungener Coup ist definitiv, dass man Doherty als ehemalige "Beverly Hills, 90210"-Kollegin für die Rolle der Frau gewinnen konnte, für die Fred sich opfert. "Über die Staffeln hinweg haben Luke und ich immer wieder darüber geredet, Shannen zur Show zu holen, aber das Timing hat nie gepasst. Aber als die Rolle gebraucht wurde, dachten wir, es wäre schön jemanden zu haben, der ihm im realen Leben viel bedeutet hat. Und er mochte Shannen wirklich sehr… Sie wollte sofort ein Teil davon sein, sobald wir das erste Mal mit ihr darüber gesprochen haben", erinnert sich Aguirre-Sacasa. Doherty selbst sagte dazu: "Ich wollte nie Teil der Show sein, denn ich wusste, sie würde verkauft werden und hervorragend laufen, auch ohne mich. Sie brauchten mich nicht und es war nicht das, was ich in diesem Moment tun wollte. Aber als Luke starb, haben sich die Dinge für mich drastisch verändert und ich dachte, es sei eine großartige Möglichkeit, ihn so zu ehren. Ich bin wirklich froh, dass ich diese Entscheidung getroffen habe, da ich mit einer Menge Leute zusammenarbeiten durfte, die ich liebe und respektiere und mit denen bin ich auf eine gemeinsame Reise gegangen, bei der wir gemeinsam unseren Verlust eines geliebten Menschen durchlebt haben. Es war emotional wirklich schwierig, aber ich fühle mich stolz und geehrt, dass ich gefragt wurde, hiervon ein Teil zu sein. Ich habe mit einigen Familienmitgliedern gesprochen und sie standen dahinter, Lukes Manager Steve war unterstützend, so dass ich ein Teil des Ganzen wurde, wissend, dass ich von denen unterstützt werde, die Luke wirklich etwas bedeutet haben."

Die Unterstützung der Perry-Familie wurde auch dadurch deutlich, dass über die Episode verteilt private Aufnahmen von ihm verwendet werden durfte: "Eine unserer ausführenden Produzenten, Sarah Schechter, war mit Luke sehr eng verbunden und damit auch mit seiner Familie. Wir haben sie so viel involviert, wie es nur irgendwie ging… Sie haben das Drehbuch gelesen und dann haben sie uns mit den großartigen Bildern versorgt", wie Aguirre-Sacasa erklärte.

Mit dieser Art zu sterben hat man für Fred genau die richtige Wahl getroffen, denn so selbstlos und heldenhaft ist er über drei Staffeln "Riverdale" hinweg stets inszeniert worden. Aber nicht nur hiermit trifft man eine gute Wahl, sondern ebenso mit den weiteren Entwicklungen. Im gesamten Schauspiel dieser Episode spürt man eine enorme Authentizität, denn hier erleben nicht nur die Figuren einen Verlust, sondern auch die realen Schauspieler mussten sich von einem Freund und Mentor verabschieden. Diese echte Trauer war in jeder einzelnen Szene mit Händen zu greifen, so dass ich vom Anfang bis zum Ende eine Gänsehaut hatte. Wenn die Freunde nach der Todesnachricht zusammensitzen und Erinnerungen zu Erlebnissen mit Fred austauschen, dann sieht man auch die Schauspieler, wie sie Erinnerungen mit Luke Perry teilen. Wenn Archie am Ende eine Trauerrede hält, dann ist diese nicht nur für seinen Vater, sondern Apa spricht auch zu Perry. Diese Symbiose aus Abschied von einer Serienfigur und einer realen Persönlichkeit ist so berührend gelungen, dass in mir jetzt noch jeder Moment nachhallt.

Die Episode war voll von perfekten Momenten. Archie erkennt, dass er die Leiche seines Vaters nicht so lange am Ort des Unfalls zurücklassen will, bis ein Leichenwagen zur Verfügung steht und geht ihn mit Veronica (Camila Mendes), Betty (Lili Reinhart) und Jughead (Cole Sprouse) abholen. Der Gedanke hierbei ist, Fred nach Hause zu holen, nach Riverdale. Übertragen bedeutet das aber auch, Perry ein für alle Mal mit dieser Serie zu verbandeln, es ist sein Vermächtnis. Daher wird zu seiner Rückkehr nach Riverdale auch die Parade zum Unabhängigkeitstag umfunktioniert und als Willkommen und ein für immer für Fred umfunktioniert. Besser hätte man all das nicht miteinander verweben können und wenn dann am Ende noch alte Szenen mit Perry gezeigt werden, dann ist der ideale Schlusspunkt gesetzt.

Wie hat euch die Abschiedsfolge für Fred Andrews und somit Luke Perry gefallen? Seid ihr zufrieden? Lasst es uns in den Kommentaren wissen!

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Quelle: TVLine, E! Online



Lena Donth - myFanbase
10.10.2019 20:04

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