Bewertung: 9

Review: #4.22 Vor Der Flut

Diese Episode knüpft direkt dort an, wo die vorherige aufhörte und in dieser Folge geht es wirklich zur Sache. Sie ist zwar nicht actionreich, aber emotional. Vor allem Irina gibt den Ton an, mal bedeckt, dann wieder sehr selbstbewusst, aber immer auf eine charmante Weise, was mir sehr gefallen hat.

Dunkelheit und Angst, vor dem, was kommt.

Im Vergleich zu den anderen Folgen dieser Staffel war mir diese doch sehr unbehaglich, da sie von der Atmosphäre her so düster war. Da halfen dann die Schaltungen nach Los Angeles auch nicht. Mir fällt es ehrlich gesagt schwer über #4.22 Vor der Flut eine Review zu schreiben, weil sie im ganzen vollkommen für den Abschluss einer Staffel war, aber ich diese Perfektion schwer ausdrücken kann. Trotz allem werde ich es versuchen.

Außer Jack, dem man selten Gefühle ansieht, hat man jedem APO-Agenten und Irina angesehen, was für eine Angst sie in Russland hatten. Vor allem während der Gespräche zwischen Sydney und Nadia wurde mir immer wieder bewusst, dass eine der beiden in dieser Episode sterben könnte und das wäre so etwas von übel gewesen.

Optimismus und Pessimismus

Parallel zu dem Geschehen in Sovogda vergaß man Weiss und Flinkman nicht. Beide machten sich die ganze Zeit etwas vor, dass sie eine Lösung finden werden, doch der Pessimismus und die Angst vor dem Weltuntergang siegten dann doch, vor allem bei Marshall, als er zum Telefon griff und Carrie anrief und sich indirekt verabschiedete. Eine sehr emotionale Szene mit einem Schuss Humor, als Carrie glaubte, er sei betrunken. Doch lachen konnte ich irgendwie nicht.

Was ich an Marshall so bewunderte, war seine anfangs so toughe Einstellung und wie es ihm sonst wo vorbei ging, dass er tausend internationale Gesetze bricht, wenn er sich in das russische System einhackt. Kaum zu glauben war, dass sie an Jack denken und daran, was er tun würde in so einer brenzligen Lage. Marshalls Ehrlichkeit brachte zwar die zündende Idee, die aber keinem weiterhalf, sondern nur noch mehr Probleme schaffte.

Sydney & Nadia

Die Schwestern bewunderte ich in keiner Szene. Erst noch standen sie Seite an Seite und kämpften gegen die Infizierten, dann wurde Nadia von den infizierten Menschen überfallen, was Sydney mit ansehen musste und schließlich kam es doch zu dem Kampf zwischen beiden.

Doch bevor es zu diesem Kampf kam, hatten sie wieder diese beängstigende Vorahnung, die vor allem Nadia fertig machte und die es auch zeigte. Sydney dagegen sprach nur darüber, gab ihre Angst aber nicht zu, sondern lenkte ab. Erst als sie auf das Dach musste, um den Apparat abzuschalten und sie Vaughn aufhielt mitzukommen, sah man ihr die Angst, dass sie vielleicht gar nicht zurückkommt, an.

Eine Prophezeiung mit Fehlern?

Als Nadia mit Sydney auf dem Dach kämpfte und sie Syd fast erstickte, kam schließlich Sloane und schoss seine Tochter nieder. Also da kann etwas mit der Prophezeiung nicht stimmen oder Rambaldi ist doch nicht so ein toller Prophet, wie einige vermuten, denn er hat nicht vorhergesagt, dass, wenn der Auserwählte und der Passagier aufeinandertreffen und einer von ihnen getötet wird, plötzlich ein grauer, alter Mann erscheint und dieser dann der Auserwählten das Leben rettet. Das war der lustige Teil in der Folge.

Doch was wird jetzt mit Nadia, wird sie überleben und in der fünften Staffel noch weiter mitspielen? Sie ist schließlich die einzige Überlebende aus Sovogda und es gibt kein Gegenmittel. Ich hoffe, sie ist weiterhin dabei.

Es ist vollbracht.

Zurück auf der Straße ging es sofort hochemotional weiter. Dass Jack Irina laufen lässt, war zu erwarten. Ich frage mich nur, ob es wirklich die richtige Entscheidung war und er vielleicht doch mal bei Irina auf seinen Verstand hätte hören sollen. Schließlich ist Irina eine Derevko, bei ihr weiß man nie, was als nächstes kommt. Irina war in dieser Episode sehr dominierend. Sie hatte meiner Meinung nach die Führung übernommen, ohne einmal forsch oder angsteinflößend gegenüber den anderen Agenten zu wirken. Auch nicht Vaughn gegenüber, sie blieb immer sachlich und freundlich. Aber dass sie Elena tötet, hätte ich nicht erwartet, auch nicht, dass Sloane sich Elena aus einem anderen Grund anschloss. Ich glaube, das war der zweite Witz in der Folge. Schließlich ging es um Rambaldi und da lügt Sloane doch immer.

Sydney heulte, glaube ich, aus vielen Gründen, als sie es vollbracht hatten: der Abschied von ihrer Mutter, dann insofern, was Irina zu ihr sagte, wegen Nadia und schließlich wegen allem, was gerade passierte. Das war auch eine Menge.

Wer ist Michael Vaughn?

In der Szene, als Irina Michael in ein Gespräch verwickelte und er so tat, als wüsste er nicht, von was sie redet, habe ich nur gedacht: oh mein Gott, nicht das auch noch! Arme Sydney! Michael Vaughn kann doch kein Verräter sein?! Dieser Mann, der Angst hatte, Jack um Erlaubnis zu fragen, ob er Sydney heiraten darf, weil er dachte, Bristow erschießt ihn auf der Stelle! Mein Hirn qualmte reglerecht von der ganzen Grübelei und vom gedanklichen Zurückspulen der letzten Folgen. Gab es denn Anzeichen in der Staffel, die ich übersah? Mir ist nur eine Episode in Erinnerung, als Vaughn auf Dixon schoss (#4.15 Pandora), da er sonst aufgeflogen wäre und später die ganze Klon-Story losging. Aber war das bereits ein Anzeichen? Nee. Oder?

Dann die Behauptung, er heiße nicht Michael Vaughn (er muss es ja wissen) und es macht CRASH, wobei mir fast das Herz in die Hose gerutscht ist - einen besseren Cliffhanger gibt es gar nicht, zum Glück wird die fünfte Staffel gleich im Anschluss gezeigt. Viel zu viele Fragen bleiben offen, die vor allem Michael und Sydney betreffen, aber auch Nadia und Sloane.

Fazit

Auch wenn die Folge nicht voller Action war, hatte sie doch alles, was zu einem "Alias"-Finale dazugehören sollte. Das Finale sprach mich vor allem an, weil es aus vielen Gesten, Momenten und Dialogen bestand, die für den bedeutsamen Inhalt sorgten und vieles ging einem sehr zu Herzen. Während der gesamten Folge spürte man eine Angespanntheit und ich hatte eine panische Angst, wie die Staffel wohl enden würde.

Respekt für diesen fiesen Cliffhanger, denn der allein hat schon 9 Punkte verdient.

Dana Greve - myFanbase

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