The Good Doctor - Review - Staffel 1

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Foto: Freddie Highmore, The Good Doctor - Copyright: Sky Deutschland
Freddie Highmore, The Good Doctor
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Mit "The Good Doctor" hat der Sender ABC in meinen Augen einen tollen Serienhit gelandet, der zurecht um eine zweite Staffel verlängert worden ist. Oftmals wird eine Krankenhausserie nach den ersten Folgen als Einheitsbrei beschrieben, da die Patientenfälle, Charaktere, Storylines und Konstellationen sich nicht von anderen Formaten dieses Genres abheben. Bei "The Good Doctor" ist das anders. Mit dem autistischen Dr. Shaun Murphy (Freddie Highmore) rückt man eine Figur ins Zentrum des Geschehens, die man so noch nicht gesehen hat. Das war für mich einer der Gründe, warum ich überhaupt in die Serie reingeschaut habe und ich wurde von der ersten Staffel nicht enttäuscht.

Nachdem ich gelesen hatte, dass es sich bei Shaun um einen jungen Chirurgen mit Autismus handelt, war ich sehr gespannt, wie man dies in der Serie umsetzen wird. Als Arzt sollte man Verständnis und Einfühlungsvermögen für seine Patienten aufbringen können. Gerade bei Autismus ist dies nicht unbedingt gegeben. Deshalb stand direkt in der ersten Episode die Diskussion im Raum, ob man Shaun als jungen Chirurgen einstellen sollte. Ich bin froh, dass die Autoren hierfür eine ganze Episode verwendet haben, um das Für und Wider genauer zu beleuchten. So konnte man sich auch als Zuschauer schon einmal ein Bild von den einzelnen Charakteren machen und wie unterschiedlich sie auf den neuen Arzt reagieren. Damit hat für mich die Serie den Grundstein gelegt, damit sich Shaun und die weiteren Handlungen mit und um ihn entwickeln konnten.

Rund um Shaun gibt es auch noch weitere Charaktere, die im Verlauf dieser ersten Staffel intensiver mit dem jungen Chirurgen zu tun haben. Zum einen natürlich Shauns engster Vertrauter und Mentor Dr. Glassman (Richard Schiff). Die Beziehung der beiden wird immer wieder auf eine harte Probe gestellt und als Zuschauer ist man regelmäßig hin- und hergerissen, da es den Autoren gelingt, die Ansichten von beiden nachvollziehbar darzustellen.

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Für Shauns weitere Entwicklung werden auch Dr. Claire Brown (Antonia Thomas) und Dr. Jared Kalou (Chuku Modu) wichtige Bezugspersonen, die ihm dabei helfen, ein besseres Verständnis für seine Patienten und Mitmenschen zu entwickelt, und im Zuge dessen selbst von Shaun lernen. Im Gegensatz zu dem autistischen Arzt ist Claire zu nahe an ihren Patienten dran und muss bereits in den ersten Folgen lernen und akzeptieren, dass Fehler menschlich sind und sie dadurch als Ärztin wachsen kann. Etwas anders sieht es bei Jared Kalou aus. Obwohl Jared ebenfalls über Empathie verfügt, hält er einen gewissen Abstand zu Patienten. Als er ungewollt Gefallen an einer Patientin findet und jene mit ihm flirtet, bekommt er Hilfe von Shaun und Claire, was die Freundschaft und den Zusammenhalt zwischen den dreien noch stärker macht. Sehr deutlich wird dies auch, als mit Dr. Morgan Reznick (Fiona Gubelmann) und Dr. Alex Park (Will Yun Lee) zwei weitere Chirurgen in die Serie eingeführt werden. Damit verschärft sich nämlich der Wettstreit der jungen Ärzte um die freien Stellen im Ausbildungsprogramm des Krankenhauses.

"The Good Doctor" konnte für mich besonders in den Punkten Zusammenhalt, Freundschaft und Emotionalität überzeugen. Besonders Letzteres war und ist ein wichtiger Bestandteil für Shauns Entwicklung und Reife. Er muss über die Staffel hinweg lernen, dass nicht jeder sein Freund sein möchte und er muss durch seine Nachbarin Lea Dilallo (Paige Spara) erkennen, dass man sich nicht zu etwas drängen lassen darf, wozu man sich selbst nicht bereit fühlt. Große Emotionen wurden uns besonders in den letzten Folgen der Staffel geboten. Shaun lernt mit der Hilfe von Claire, dass ein besseres Verständnis zu seinen Patienten auch eine stärkere Freundschaft zu seinem Mentor Dr. Glassman bedeutet, der gerade in der finalen Folge sehr emotionale, rührende und tränenreiche Szenen mit Shaun hat, die dazu führen, dass auch alle anderen Charaktere ihrem Kollegen und Freund beistehen. Durch Shauns gesteigerte Emotionalität wird daher auch der Grundstein für den Auftakt der zweiten Staffel gelegt.

Fazit

Mit "The Good Doctor" hat ABC bewiesen, dass Charaktere nicht selbst über Emotionalität verfügen müssen, um diese dem Zuschauer nahe zu bringen. Die Serie bietet mit dem autistischen Jungarzt jede Menge Storys, Patientenfälle, Emotionen und Freundschaftsmomente, die Zuschauer zu Tränen rühren. Man darf gespannt sein, in welche Richtung sich "The Good Doctor" in der zweiten Staffel entwickeln wird.

Daniela S. - myFanbase

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