Suche mich nicht - Review Miniserie

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Vor einem Jahr hatte ich eine Review zur Netflix-Miniserie "Ich vermisse dich" geschrieben. Es war die zweite Adoption von Harlan Coben. Als Fazit hatte ich geschrieben, dass ich lieber die Finger von den Adaptionen lassen sollte, weil es erneut eine war, die ich nicht überzeugend fand. Tja, nun sind wir wieder hier mit der nächsten Adaption "Suche mich nicht" und diesmal muss ich sagen, hat es mich deutlich mehr überzeugt. Warum? Das könnt ihr jetzt nachlesen.

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Auch diesmal hatte ich das Buch vorab nicht gelesen. Anders als ich sonst immer betone, hätte ich diesmal das Buch vorab lesen sollen, da es zu viele Nebenhandlungen gab, die für ziemliche Verwirrung gesorgt haben, dazu aber später mehr. Im Zentrum steht Simon Greene (James Nasbitt), dessen Tochter Paige (Ellie de Lange) seit längerer Zeit verschwunden ist und er auf der Suche nach ihr ist. Dazu hat er aber mit Ingrid (Minnie Driver) eine liebevolle Frau und mit Anya (Ellie Henry) und Sam (Adrian Greensmith) noch zwei weitere Kinder. Diese werden zwar in die Handlung miteinbezogen, ein richtiges Profil oder wie ihr Verhältnis zu ihrer Schwester Paige gewesen ist, das kommt nicht richtig zur Geltung für meinen Geschmack. Dabei wäre das vielleicht plausibler gewesen, als die ganzen Nebenhandlungen, auf die ich später noch zu sprechen komme.

Die Inhaltsangabe dieser Miniserie machte durchaus deutlich, dass es vor allem um Paige geht und ehrlich gesagt hatte ich mir einen anderen Verlauf vorgestellt. Paige ist zwar verschwunden gewesen, es wird aber schnell deutlich, dass sie ein Drogenproblem und sich von ihren Eltern abgewandt hat. Dabei wird im Laufe der acht Episoden auch die Vermutung von Simon aufgeworfen, wie die Gesellschaft es sieht, wenn ein angesehener und wohlhabender Mann eine drogensüchtige Tochter hat. Haben die Eltern in der Erziehung versagt? Es ist eine Frage, die in meinen Augen hier nicht direkt beantwortet wird. Es wird jedoch deutlich, dass Simon durchaus gewisse Erwartungen zu haben scheint, die seine Kids unter Druck setzen, und trotzdem haben völlig andere Dinge zu Paiges Drogensucht geführt, was zu einer Verkettung mehrerer Umstände führt, sodass die zunächst scheinbar anderen Handlungsstränge lose und nichtssagend wirken. Letztlich ergeben sie zum Schluss aber durchaus ein Gesamtbild. Wie ich schon schrieb, wäre es bei dieser Miniserie wohl besser gewesen, wenn ich das Buch vorher gelesen hätte. Dann hätte es vielleicht ebenso viele unterschiedliche Handlungsstränge gegeben, die aber nachvollziehbarer gewesen wären.

Foto: James Nesbitt & Elle de Lange, Suche mich nicht - Copyright: 2025 Netflix, Inc.; Ben Blackall/Netflix
James Nesbitt & Elle de Lange, Suche mich nicht
© 2025 Netflix, Inc.; Ben Blackall/Netflix

Zeitweise bin ich schon mal ins Stocken und Grübeln gekommen, wenn neue Charaktere aufgetaucht sind, die offensichtlich nichts mit dem Verschwinden von Paige zu tun hatten, dessen Geschichte man dennoch pro Episode weiter ein- und ausgebaut hat und nach und nach erst klar wurde, was sie möglicherweise mit Paige zu tun haben. Der Fall um Simons Tochter war auch von Anfang an spannend, nachdem ihr Freund Aaron Corval (Thomas Flynn) brutal ermordet wurde und man zunächst Simon in Verdacht hatte. Clever fand ich dabei auch, mit Coben am Puls der Zeit zu sein, als Simon mithilfe von Informationen seine Tochter im Park gefunden hat und es durch ein Tiktok-Video so aussah, als hätte er den anwesenden Aaron grundlos zusammengeschlagen, da das Video nicht nur viral ging, es wurde auch noch völlig aus dem Zusammenhang gerissen und somit hatte Simon auch einen Grund, Aaron zu töten.

Foto: James Nesbitt & Minnie Driver, Suche mich nicht - Copyright: 2025 Netflix, Inc.; Ben Blackall/Netflix
James Nesbitt & Minnie Driver, Suche mich nicht
© 2025 Netflix, Inc.; Ben Blackall/Netflix

"Suche mich nicht" hat damit ein weiteres Opfer, was Simon nur noch mehr dazu antreibt, seine Tochter zu finden und eine Erklärung dafür zu finden, wieso ihr bzw. ihnen das alles zugestoßen ist. Dazu beauftragt er auch Privatdetektivin Elena Ravenscroft (Ruth Jones), die allerdings selbst nach dem Verschwinden von Sebastian Thropes (Simon Thorp) Adoptivsohn Henry sucht und dabei auch selbst auf eine heiße Spur kommt. Elena ermittelt allerdings auch in einem sehr privaten Fall, der mir doch den ein oder anderen WTF-Moment eingebracht hat und ich ihr Schicksal dafür umso tragischer fand.

Foto: Amy Gledhill & Alfred Enoch, Suche mich nicht - Copyright: 2025 Netflix, Inc.; Ben Blackall/Netflix
Amy Gledhill & Alfred Enoch, Suche mich nicht
© 2025 Netflix, Inc.; Ben Blackall/Netflix

Die einzelnen Handlungsstränge waren zwar teilweise sehr verwirrend und hin und wieder auch brutal, dennoch war ich dann begeistert, wie alles zusammenhängt und man dem ein oder anderen Charaktere weitere Facetten gegeben hat, die ich nicht erwartet habe, die aber gezeigt haben, dass Menschen zu allem fähig sind, wenn sie keinen anderen Ausweg sehen. Daher würde ich mir fast wünschen, man würde noch eine zweite Staffel machen. Mich hat das Ende durchaus überrascht, ebenso fand ich es allerdings auch ansatzweise nachvollziehbar.

Fazit

"Suche mich nicht" ist für mich bisher die beste Adaption von Harlan Coben. Diesmal hatte man mit acht Episoden auch eine gute Serienlänge, sodass die Handlung zum Schluss nicht gehetzt wirkte. Verwirrend waren jedoch die vielen verschiedenen Handlungsstränge, die erst am Ende ein Gesamtbild ergeben. James Nesbitt hat für mich bewiesen, dass er zurecht für die zentrale Rolle gecastet wurde und im Stande war, diese Miniserie alleine tragen zu können, da er die Verzweiflung von Simon verdammt gut dargestellt hat.

Die Serie "Suche mich nicht" ansehen:

Daniela S. - myFanbase

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