Bewertung
Jesse McCartney

Right Where You Want Me

Vor gut einem halben Jahr veröffentlichte der junge Herr McCartney, der nicht mit dem Paul verwandt ist, sein erstes Album "Beautiful Soul" hier in Deutschland. Platz 16 in den hiesigen Charts mit 60.000 verkauften Exemplaren waren das Ergebnis. Nun folgt der zweite Streich, "Right Where You Want Me" wartet in den Regalen auf ihre Käufer...

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Das dies vor allem 10-16jährige Mädels sein werden, dürfte jedem klar sein. Schließlich sieht der junge Mann gut aus, Stimme hat er auch und die Musik ist meist sowieso nicht so wichtig. Wobei sie für die genannten Mädels natürlich ganz großartig ist, da besteht keine Frage. Und folgendes Schema dürfte der Fall sein: Ab in Plattenladen XY, auf allerschnellstem Weg ins Kinderzimmer, das Scheibchen in den Player und alles gut finden, was da aus den Boxen boomt. Natürlich voll aufgedreht, ohne Rücksicht auf die sowieso genervten und +/- 15 Euro ärmeren Eltern. Nicht sehr viel später folgt dann die Einwahl ins Internet, um es gleich der ganzen Welt mitzuteilen, wie exzellent das alles doch sei. Und natürlich vor allem der Jesse.

Die Stempel aller Kritiker und Musikexperten sind also schon gezückt, die Schubladen schon geöffnet und dem Jesse ergeht es nicht anders als allen anderen Teenie-Multitalenten zuvor. Aber reinhören sollte man, denn so überschlecht ist das alles gar nicht. Wie schon das Debüt "Beautiful Soul" entwickelt nämlich auch "Right Where You Want Me" einen gewissen Charme. Mithalten kann Kapitel zwei in McCartney’s musikalischer Karriere zwar nicht, trotzdem überzeugen vor allem einzelne Nummern. Zumal schon der Titelsong nicht von schlechten Eltern ist. Ein tadellos produzierter Ohrwurmkandidat für all die Radiohörer da draußen. Und keinesfalls schlecht, ganz im Gegenteil.

Erwähnenswert auch "Just So You Know". Zwar eine absolute Schmalzballade, die aber mit ihren Streichern und den Beats umzugehen weiß und so dem Kitsch gerade noch entkommt. Verwechselbar ähnlich ergeht es da "Just Go", das gleiche Resümee, nur das die Grenze zum Kitsch dort in Windeseile überschritten wird. Einfallsreich wird’s im Titel zu, aufgepasst, "AnyBody". Der mit Abstand beste Song im Aufgebot von "Right Where You Want Me". Pop/Rock auf niedrigem Niveau, der Spaß macht. Klingt komisch, ist aber in der Tat so. Auch hier gibt es mit "We Can Go Anywhere" wieder ein Zwilling, nur etwas zu überproduziert. Ruhig, aus der Reihe fallend und einen kleinen Schuss originell wird es dem Ende entgegen schließlich noch mit "Feelin You" und "Daddy´s Little Girl".

Tja, so schnell vergehen dann auch schon wieder gute 45 Minuten mit Jesse McCartney. Völlig schmerzfrei, absolut eingängig und in gewissem Maße auch recht spaßig. Doch irgendwie werden all die Stempel und Schubladen zum Einsatz kommen. "Right Where You Want Me" passt dort zumindest schon eher rein als der Vorgänger. Hoffnung gibt es aber für den nächsten Streich, denn, wie man so schön sagt, sind aller guten Dinge eben oft drei. Nicht wahr, Jesse? Aber den Mädels ist das sowieso Pieps.

Artistpage:
jesse-mccartney.de

Anspieltipps:
Right Where You Want Me
AnyBody
Daddy´s Little Girl

Tracks

1.Right where you want me
2.Just so you know
3.Blow your mind
4.Right back in the water
5.Anybody
6.Tell her
7.Just go
8.Can't let you go
9.We can go anywhere
10.Feelin' you
11.Invincible
12.Daddy's little girl

René Krieger - myFanbase
15.10.2006

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