Bewertung: 8
Fall Out Boy

PAX AM Days (EP)

Jede gute Platte, die über Nacht so richtig einschlägt, bekommt in irgendeiner Form eine Neuauflage – so auch "Save Rock and Roll", das Erfolgsalbum des Frühjahrs von Fall Out Boy. Aber anstatt mit B-Seiten und Remixen aufzuwarten, gibt es ein kleines Meisterwerk beigelegt: "PAX AM Days", die acht-Songs-starke EP aus dem Hause Ryan Adams.

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© Island Records

Denn eins ist klar: Wenn Rockalben wie ein Blitz einschlagen, dann tun sie es meistens, weil sie poppig genug für Mainstreamhörer sind. Das ist nicht von der Hand zu weisen: Alleine die Kollaborationen mit Big Sean, 2 Chainz und Elton John auf "Save Rock and Roll", das in immerhin 27 Ländern die #1 der iTunes-Charts erreichte, spricht Bände. Dass Fall Out Boy sich auch schon mit dem 2008er Album vor der großen Pause, "Folie á Deux", stetig in Richtung Pop bewegt haben, ist kein Geheimnis. Viele Einflüsse der Band stammen aus R’n’B und Hip Hop. Angefangen haben sie allerdings als Hardcoreact – und auch der Song "Rat A Tat" mit Courtney Love beweist, dass sie die Punkschiene immer noch ganz gut drauf haben.

Zwischen den ganzen Terminen zu "Save Rock and Roll" brauchten die vier Jungs dringend eine Auszeit. Und so fanden sich Bassist Pete Wentz, Sänger und Gitarrist Patrick Stump, Leadgitarrist Joe Trohman und Schlagzeuger Andy Hurley im Haus von Musiker Ryan Adams wieder. Dieser ist Heavy-Metal-Superfan, die Chemie zwischen ihnen allen stimmte und so wurden in 48 Stunden acht Songs aufgenommen, die durchaus als eine Hommage an harte Gitarrenmusik der 80er und 90er Jahre gesehen werden kann. Auch mit der Titelgebung der Songs sind FOB in Höchstform und gehen zurück zu ihren Wurzeln, als Songs noch "Tell That Mick He Just Made My List Of Things To Do Today" hießen.

Den Preis hierfür gewinnt der Opener "We Were Doomed From The Start (The King Is Dead)". Dieser stellt schon gleich klar: Der Schwerpunkt der EP ist das Gitarrenspiel von Joe Trohman. Dazu singt Patrick Stump laut und kräftig heraus, was Pete Wentz ihm wieder an Genialitäten in den Mund gelegt hat. Das bedeutet im Fall von "Love, Sex, Death": "Welcome to the demolition derby that is my heart / I’m only here to crash alive, it was never alright from the start".

Wer an nur einem Wochenende eine EP einspielt, hat nur circa eineinhalb Minuten pro Song Zeit, klar. Aber das war ohnehin schon immer eine der Philosophien des Punks. Das schließt aber Eingängigkeit bei den Songs nicht komplett aus, dabei sticht vor allem "Hot To The Touch, Cold On The Inside" heraus. Solide, in diesem Kontext fast schon poppig, ist desweiteren "Demigods" (Beatsteaks-Fans werden an diesem Fun-Punk sicher ihre helle Freude haben).

Was, jemand hat nach bis zur Unkenntlichkeit verzehrten Gitarren gefragt? Bitteschön, "Eternal Summer". Ebenso hart: Das großartige "American Made". Hier skandiert Patrick Stump über seine Kindheit. P. S.: Keine Sorge – man kann "PAX AM Days" getrennt von "Save Rock and Roll" als mp3 kaufen.

Fazit

Wer es laut, schnell und dreckig mag, hat mit "PAX AM Days" einen Glücksgriff gelandet. Die EP wäre nur dann besser, wenn sie ein vollständiges Album wäre.

Anspieltipps
Hot To The Touch, Cold On The Inside
Demigods
American Made
Caffeine Cold

Artistpage
http://www.falloutboy.com

Tracks

1.We Were Doomed From The Start (The King Is Dead)
2.Art Of Keeping Up Disapperances
3.Hot To The Touch, Cold On The Inside
4.Love, Sex, Death
5.Eternal Summer
6.Demigods
7.American Made
8.Caffeine Cold

Simone Bauer - myFanbase
13.10.2013

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