Das dritte Gilmore Girl: Vom Broadway bis nach Stars Hollow: Mein Leben im Rampenlicht
Inhalt
Kelly Bishop ist schon seit vielen Jahrzehnten ein gefeierter Star auf der Bühne und vor der Kamera. 1987 wurde sie durch den Klassiker "Dirty Dancing" bekannt, als sie darin die Filmmutter von Jennifer Grey verkörperte. Der absolute Durchbruch kam allerdings ganze 13 Jahre später, als sie 2000 die Rolle der Emily Gilmore in der Serie "Gilmore Girls" an der Seite von Lauren Graham, Alexis Bledel und Edward Herrmann übernahm. Seitdem ist sie nicht mehr wegzudenken und es ist kein Wunder, dass die Fangemeinde großes Interesse daran hat, etwas mehr über sie zu erfahren wollen. Wie ist die private Kelly? Welche Erfolge und Erlebnisse hatte sie im Leben?
Kritik
Ich habe ja schon öfters geschrieben, dass ich gerne Biografien von Prominenten lese, weil man dadurch die Privatperson dahinter kennenlernt. Ich hatte bereits im April 2025 die Biografie von Kelly Bishop gekauft und dann hat es leider noch einmal etliche Monate gedauert, bis ich mir das Buch tatsächlich gegriffen und es gelesen habe. Vielleicht lag es daran, weil ich immer Phasen habe, in denen ich Bücher regelrecht verschlinge und Phasen, wo es nicht der Fall ist. War bei diesem nicht anders. Ich war wie gebannt, die einzelnen Kapitel in mich aufzusaugen. Warum? Dazu komme ich gleich. Erst einmal möchte ich auf den Buchtitel eingehen. Den mag man zunächst etwas einfallslos finden, besonders weil Lauren Graham einem ihrer Bücher der deutsche Titel "Einmal Gilmore Girl, immer Gilmore Girl" gegeben worden ist. Zudem kommt man auch ganz leicht in den Gedanken, der meiste Inhalt von Kellys Buch dreht sich um die "Gilmore Girls". Es ist zwar nicht abzustreiten, dass sich ihr Engagement wie ein roter Faden durchs Buch zieht. Wer aber eine Rezension und eine Sezierung davon erwartet, der liegt doch etwas daneben. Vielmehr erleben wir Kellys Sichtweise auf die Serie, den Erfolg, ihr Verhältnis zu ihren Kollegen und Kolleginnen, aber auch, wie sie ihre Figur der Emily Gilmore selbst sieht und ich war berührt und beeindruckt davon, wie Kelly Emilys Wandlung von der Ehefrau zur Witwe schildert und wie sie es selbst empfunden hat, diesen Bogen zu spielen.
Allerdings bin ich jetzt ein bisschen davon abgekommen. Der Buchtitel ist definitiv einprägend und darf in diesem Zusammenhang ruhig als Fanservice bezeichnet werden, ohne dass es einen negativen Touch hat oder abwertend klingt. Vielmehr unterstreicht es noch einmal was für ein harmonischer und herzlicher Mensch Kelly Bishop ist. Eigentlich sollte der Buchtitel etwas mit Ballett zu tun haben, ist sie doch eine ausgebildete Balletttänzerin. Es war aber eine Fanbegegnung, die sie dazu gebracht hat, den ursprünglichen Titel zu ändern. Und seien wir doch mal ehrlich: Emily ist, war und wird immer das dritte Gilmore Girl sein und bleiben. Je länger ich aber über diesen Buchtitel nachdenke, umso cleverer finde ich diese Wahl eigentlich. Mir fällt es zwar nicht schwer, Kelly Bishop von Emily Gilmore zu trennen, also Realität von Fiktion, aber ich werde die Schauspielerin eben auch immer mit dieser imposanten Rolle in Verbindung bringen. Gerade deshalb ist es zu spannend diese Gegensätze zu lesen, da Kelly und Emily völlig unterschiedliche Herangehensweisen an das Leben haben. Wirkte Emily oftmals doch distanziert, hat Kelly ihr Herz weit offen, ohne dabei naiv oder zu weich zu wirken.
Ich habe beim Lesen der einzelnen Kapitel immer mehr Bewunderung für diese Frau empfunden. Wenn man mal bedenkt, dass Kelly im Jahr 1944 geboren wurde und es da eine ganz andere Zeit war für Frauen, die in einem solchen Beruf wie dem ihren arbeiten. Da ist es bewundernswert, dass sie noch immer in diesem Geschäft ist und es nicht aus einer finanziellen Verpflichtung und Absicherung heraus macht. Man bemerkt einfach: Sie ist dafür geboren. Das wollte sie immer machen und hat sich davon auch nicht entmutigen lassen. Und leicht? Das war es nicht immer für sie. Man könnte fast meinen, es hätte sich ein roter Faden durch ihr Leben gezogen. Schon ihre Kindheit war mit Schwierigkeiten bestückt, an denen andere wohl zerbrochen oder zumindest gebrochen wären. Bei Kelly scheint es aber den Effekt gehabt zu haben, dass sie das Leben anders betrachtet: Erfüllender, demütigender, aber auch mit einer gewissen Direktheit, die allerdings nicht arrogant oder egoistisch daherkommt.
Ich mag es ja bei Biografien vor allem, wenn man ein Bild gezeichnet bekommt, welches aufzeigt, dass das Leben und Arbeiten in diesem Beruf auch so seine Schattenseiten hat, bei denen man herausfinden muss, wie man selbst am besten damit umgehen kann. Kelly spricht in dem 240 Seiten dicken Buch nicht nur die Schwierigkeiten einer Schauspielerin an, wenn die Jobangebote mal ausbleiben und man finanziell nicht so gut dasteht. Sie schildert auch eindrucksvoll, wie schwierig es manchmal war, sich als junge Schauspielerin in einer noch von Männern dominierenden Welt zu behaupten. Beim Lesen dieser Passagen musste ich doch öfter mal vor mich hingrinsen. Selbst wenn an ihre Paraderolle der Emily Gilmore damals noch gar nicht zu denken gewesen ist, bekommt man bei Kellys Schilderungen, wie sie sich manchmal damals verbal behauptet hat, einen gewissen Vorgeschmack darauf, warum sie die Rolle der Emily bekommen hat.
Kelly hat einen sehr angenehmen, einprägenden aber auch charmant-witzigen Stil, Themen schonungslos aber mit Ehrlichkeit und einer gewissen Demut darzulegen und dabei auch noch einmal eine ganz neue und für sich eigene Perspektive und Reflektion auf bestimmte Dinge zu haben, die in ihrem Leben stattgefunden haben. Besonders die Passagen, in denen es um Verlust, aber auch Dankbarkeit und Erinnerungen geht, haben mich berührt und auf eine gewisse Art fasziniert. Berührt hat mich vor allem ihre Erzählungen zu Edward Herrmann, mit dem sie nicht nur viele Jahre Seite an Seite gedreht hat, sondern auch eine freundschaftliche Verbindung hatte, die bis zu seinem Tod bestand. Aber auch Kelly selbst hatte genügend Schicksalsschläge, die sie geprägt, aber auch gestärkt haben. Wie beispielsweise der Tod ihres zweiten Ehemannes Lee Leonard, der 2018 im Alter von 89 Jahren verstorben ist. Wenn man ihre Schilderungen so liest, dann hat man zwar nicht den Eindruck, eine märchenhafte Liebesgeschichte vor sich zu haben, aber eine, bei der man tatsächlich gemeinsam durch dick und dünn geht, weshalb es für mich auch vollkommen logisch ist, dass für Kelly ihr Mann 'gegangen' und nicht 'verstorben' oder 'gestorben' ist.
Fazit
Kelly Bishop schreibt in diesem Buch sehr offen, ehrlich, weise, charmant, aber auch witzig über ihr Leben als Schauspielerin, aber auch als Privatperson und man hat den Eindruck, man sitzt mit einem Getränk daneben und lauscht ihren Geschichten, die sie zu erzählen hat. Absolut empfehlenswert!
Daniela S. - myFanbase
20.05.2026
Diskussion zu diesem Buch
Weitere Informationen
Originaltitel: The Third Gilmore GirlVeröffentlichungsdatum (DE): 18.02.2025
Verlag: mvg Verlag
ISBN: 3747406963
Anzahl Seiten: 240
Genre: Biographie
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