Bewertung: 7
Armentrout, Jennifer L.

Onyx - Schattenschimmer

"Der Arum beugte sich zu mir herunter. Die Rauchschwaden, die mir entgegenquollen, waren dicht und kälter als der harte Boden unter mir. Ein rußiges, transparentes Lächeln wurde sichtbar."

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Inhalt

Kurz nach Daemons Heilung hat auch Katy plötzlich Kräfte, die sie sich weder erklären noch kontrollieren kann. Durch die Verbindung, die die Heilung hervorgerufen hat, ist sich Katy nun sicher, dass Daemon sie nur deshalb plötzlich mag und nicht ihrer selbst willen. Als dann noch Blake, ein neuer Schüler in ihr Leben tritt, der an ihr interessiert zu sein scheint, und sie in dessen Gegenwart aus Versehen ihre Kräfte anwendet, verkompliziert sich ihr Leben nur noch mehr. Zudem zeigt das Verteidigungsministerium plötzlich mehr Interesse als zuvor an den Lux und bald müssen sich alle fragen, von wem die größere Gefahr ausgeht: den Arum oder dem Ministerium. Außerdem stellen sich bald alle die Frage, ob damals Bethany und Dawson wirklich ermordet wurden und ob Daemons Misstrauen gegenüber Blake gerechtfertigt ist.

Kritik

Nahtlos knüpft "Onyx" an das Ende von "Obsidian - Schattendunkel" an und man erlebt direkt die Folgen von Daemons Heilung an Katy mit. Kurz nach einer Grippe kann auch sie plötzlich Dinge bewegen, ohne sie zu berühren, und kann sich dieses Phänomen nicht anders erklären, als das Daemon sie mit "Alienitis" angesteckt hat. Zudem verkompliziert sich die aufkeimende Liebe der beiden, da Katy davon überzeugt ist, Daemon interessiert sich nur wegen der Verbindung für sie. Sie lässt sich weder davon überzeugen, dass dem nicht so ist, noch dass Daemon schon die ganze Zeit Interesse an ihr hatte. Dieser Unglaube trübt den Lesespaß von "Onyx" ein wenig. Denn sowohl die Leser als auch ihre Freunde wissen, dass Katy etwas für Daemon empfindet. Innerlich weiß sie es sehr wohl, doch zugeben kann sie es einfach nicht. Da sie Daemon immer noch übel nimmt, sie zu Beginn ihres Kennenlernens verletzt zu haben. Statt sich mit ihren Gefühlen auseinander zu setzen und sie sich einzugestehen, trifft sie sich lieber mit Blake. Was sie nicht glücklich macht und den Widerwillen und Missmut von Daemon hervorruft.

Ein weiterer Störfaktor , geht von Daemon aus, da er es nicht fertig zu bringen zu scheint, Blake bei seinem richtigen Namen zu nennen und ihn ständig mit anderen Männernamen betitelt, was nicht lustig ist, sondern auf Dauer einfach nur nervt.

Abgesehen davon, steht "Onyx" "Obsidian" in nichts nach. Die Charaktereinführung wurde schon im ersten Band relativ abgeschlossen, sodass man sich nun vollends auf die Geschichte um Katys plötzliche Kräfte und den neuen Schüler Blake konzentrieren kann.

Die Geschichte braucht ein wenig, bis sie in Fahrt kommt, doch Katys Versuch mit ihren neuen Kräften klar zukommen, machen dies wieder wett. Zudem ist es nach wie vor schön, wie Katy über Bücher erzählt und über sie schreibt und damit wohl jedem Bücherfreund eine Freude macht, da man sich auf diesem Weg mit ihr identifizieren kann. Daemon und sie kommen sich weiterhin näher, lernen neue Seiten voneinander kennen und sind immer noch dabei sich ineinander zu verlieben.

Etwa ab der Mitte des Buchs, gesteht sich Katy endlich ihre Gefühle für den Lux ein und die Spannung wird kontinuierlich aufgebaut. Durch Blake erfährt man so einiges über das Verteidigungsministerium und worauf sie es eigentlich abgesehen haben. Diese Storyline zieht sich dann durch die gesamte Geschichte, und bildet mit der Liebesgeschichte um Katy und Daemon sowie der Suche nach der Wahrheit um Bethanys und Dawsons Verschwinden den großen Handlungsbogen. Letzteres ist in Verbindung mit den Machenschaften des Verteidigungsministeriums das interessanteste Geschehen. Glücklicherweise war Katy so schlau, Daemon direkt von ihrer Begegnung mit Bethany zu erzählen, statt wieder ewig mit sich zu ringen, ob sie ihm gestehen soll oder nicht. Stück für Stück laufen so alle begonnenen Handlungsstränge sinnvoll zusammen und ergeben eine wirklich spannende Geschichte. Viele Informationen hat man schon von Blake erhalten, aber durch Katys Ermittlungen und ihre und Daemons Nachforschungen ergibt sich nach und nach ein lesenswertes Bild. Je näher das Buch sich dem Ende zuneigt, desto spannender wird es und die Ereignisse überschlagen sich regelrecht, was wirklich sehr gelungen ist. Ab dem letzten Drittel folgt dann eine dramatische Szene nach der anderen. Es wird gekämpft, gemordet, gefoltert und es wird deutlich, wer denn alles ein doppeltes Spiel spielt und auch aus welchen Gründen.

"Er hatte Recht gehabt. In diesem Moment änderte sich alles...ob zum Guten oder zum Schlechten."

Dieser letzte Satz des Buches beschreibt wirklich sehr deutlich, was die Charaktere in den letzten Seiten durchgemacht haben und in welche Richtung "Opal" gehen wird. Ich bin sehr gespannt, wie die neue Ausgangssituation die Geschichte verändern und wie sich alles weitere entwickeln wird.

Jennifer L. Armentrout bleibt ihrem Stil treu und die Erzählsprache ist weiterhin passend für Jugendliche. Auch die Themen, Liebe, Sex, Verrat und Freundschaft werden in diesem Buch wieder behandelt und schaffen so einen guten Mix zu den übernatürlichen Themen und der Spannung. Von der Stimmung her ist "Onxy" düsterer als der Vorgänger. Überwogen in "Obsidian" noch das Rätsel um die Blacks, sowie der Schlagabtausch zwischen Katy und Daemon, wird hier darauf größtenteils verzichtet und auf Spannung und Action gesetzt.

Etwas schade ist, dass Dee aufgrund ihres Liebeslebens und Katys Trainingsstunden kaum in der Geschichte vorgekommen ist. Ihr Charakter hat mir gefehlt, ist sie doch eine wichtige Person in Katys Leben. Positiv ist jedoch die Wandlung von Ash, dass sie Katy nicht mehr nur anfeindet sondern sie langsam aber sicher zu akzeptieren scheint, obwohl die beiden natürlich noch weit davon entfernt sind, Freundinnen zu werden.

Gerne hätte ich in diesem Band, und im Zuge zu Dees Liebesleben, erfahren wie sich die Lux in ihrer Form fortpflanzen und wie sich das Leben auf Lux abgespielt hat. Man weiß zwar, dass sie den Menschen nicht unähnlich sind, dennoch kann ich mir es nicht so ganz vorstellen.

Fazit

"Onxy" braucht ungefähr bis zur Hälfte des Buches bis richtig Spannung aufgebaut wird, doch ab diesem Zeitpunkt kann die Geschichte rund um Katy und den Lux überzeugen. Die Story ist weniger humorvoll als der Vorgänger und hat einige kleine Mängel, die den Lesespaß etwas hemmen. Doch mit der dramatischen Endsituation und dem interessanten Cliffhanger überwiegt die Vorfreude auf den nächsten Band.

Zur Rezension von Band 1 "Obsidian - Schattendunkel"
Zur Rezension von Band 3 "Opal - Schattenglanz"

Anika W. - myFanbase
17.02.2015

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