Bewertung: 7
Dashner, James

Die Auserwählten 3 - In der Todeszone

"Und, wollen Sie mir sagen, dass ich doch nicht verrückt bin? Dass ich Den Brand doch nicht habe und auch nie hatte?"

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Inhalt

Thomas will sich nicht länger von ANGST manipulieren lassen, er möchte auch seine Erinnerungen nicht zurück, er möchte einfach nur weg. Thomas beschließt mit einigen seiner Freunde zu fliehen, damit ANGST ihnen nie wieder etwas antun kann. Doch die meisten der anderen möchten ihre Erinnerungen wieder haben und der Organisation helfen. Schnell erkennt Thomas, dass nicht nur ANGST es auf ihn und seine Begleiter abgesehen hat, sondern auch die Cranks, die mehr und mehr die Oberhand in den Städten gewinnen.

Kritik

Nachdem Thomas erfolgreich aus dem Labyrinth und der Brandwüste entkommen konnte, endet mit "Die Auserwählten – In der Todeszone" eine großartige Trilogie. Obwohl dieser Band nicht ganz an seine Vorgänger herankommt, ist Teil 3 dennoch spannend. Anders als bisher, spielt sich die Geschichte diesmal an mehreren Orten ab und man erhält so einen größeren Überblick, wie sich die Erde seit den Sonneneruptionen und Dem Brand verändert haben. Die meisten Fragen, die die Leser schon seit dem ersten Band beschäftigen, werden geklärt. Für Zusatzinformationen rund um ANGST und Den Brand sind "Die Geheimakten" sehr empfehlenswert. Dort wird beschrieben, wie es überhaupt dazu kam, dass das Virus verbreitet wurde, wie ANGST an die Griewer gekommen ist und auch Thomas erste Erinnerung an seine Eltern wird offenbart. Zudem gibt es einen kleinen Einblick in Thomas und Teresas Arbeit bei ANGST und sowohl Minho als auch Bratpfanne erhalten ein kleines Kapitel.

Da auch die anderen Teilnehmer des Experiments, welche ihre Erinnerungen zurückerhalten haben, ebenfalls geflüchtet sind, spielen in diesem Band neben Thomas nur Minho, Newt, Brenda und Jorge eine Rolle. Die anderen bis auf Teresa werden kaum mehr erwähnt. Die Erzählweise ist wie in den beiden ersten Teilen auf Thomas fokussiert und man bekommt weiterhin nur das mit, was auch er erlebt. Trotzdem sind mir die Charaktere ans Herz gewachsen und das Schicksal der Figuren geht mir dementsprechend nahe.

Nachdem Thomas' Isolation in der Gummizelle zu Ende ist, wird ihm von dem Rattenmann erklärt, dass nun alle aus dem Projekt ihre Erinnerungen zurück erhalten werden, damit sie aktiv helfen können, den letzten Schritt zur Heilung an Dem Brand einzuleiten. Thomas weigert sich, da er nicht mehr der ist, der er war, als er mit ANGST zusammengearbeitet hat. Er fürchtet, mit seinen Erinnerungen könnte er die Methoden von ANGST wieder befürworten und beschließt zu flüchten. Zudem weiß er nach wie vor nicht, was nun der Wahrheit entspricht und was nicht. Erst wurde ihm gesagt, er sei selbst infiziert und nun wird ihm erzählt er sei einer der wenigen Immunen, den Der Brand nichts anhaben kann.

Obwohl Thomas sich seine Erinnerungen nicht zurückgeben lassen möchte, erfährt man weiterhin durch seine Traumsequenzen etwas aus seiner Vergangenheit. In Denver wird ihm endlich sein Gehirnchip entfernt, sodass er nicht mehr manipuliert und beobachtet werden kann. Er erhält seine Erinnerungen auch hier nicht zurück, doch wird ihm durch die Entfernung des Chips seine Fähigkeit, telepathisch mit Teresa zu kommunizieren, genommen. Weder Thomas noch den Leser stört diese Tatsache, wurde sie ihm doch mehr und mehr unsympathisch. Zudem weiß Thomas nicht, ob er Teresa nun trauen kann, oder ob sie ANGST noch immer für gut hält. Brenda hingegen vertraut Thomas inzwischen voll und ganz. Er weiß, dass sie auf seiner Seite steht.

Überrascht wurde ich durch die Tatsache, dass Gally noch am Leben ist, bin ich doch, wie wohl jeder andere, davon ausgegangen, dass er gestorben war. Er hat sich einer Widerstandsbewegung angeschlossen, die sich "Der Rechte Arm" nennt und gegen ANGST vorgehen will. Thomas beschließt, der Bewegung zu helfen und ANGST ein für alle mal auszuschalten, denn wie er entsetzt feststellen muss, entführt die Organisation mehr und mehr Immune, um die Tests erneut durchzuführen. Als Thomas aber erfährt, dass sein bester Freund an Dem Brand erkrankt ist und die Infektion schneller als gedacht voranschreitet, gerät seine Überzeugung, dass ANGST grausam ist ins Schwanken.

Sehr gut beschrieben wird der "Crank-Palast", eine Art abgeschlossener Stadtteil, in dem nur die Cranks leben. Es soll ihnen dort an nichts fehlen, daher ist der Hauptkomplex mit allerlei Unterhaltungsmöglichkeiten ausgestattet. Doch je mehr die Krankheit voranschreitet, desto weniger menschlich werden die Infizierten. In der Brandwüste konnte man schon Bekanntschaft mit dem ein oder anderen Crank machen, doch an diesem Ort, in dieser Stadt, scheint es nur so von ihnen zu wimmeln.

Während der letzten Kapitel geht dann alles buchstäblich Schlag auf Schlag. Es wird auf Drama und Action und Schnelligkeit gesetzt. Der Kontrast dazu wird auf den letzten Seiten deutlich. Es ist ruhig und alles geht langsam Schritt für Schritt einer neuen Zukunft entgegen.

Sehr gut gefallen hat mir, dass man am Ende der Geschichte den Bogen zum Beginn schlägt und sich alle Überlebenden im Labyrinth einfinden. Unpassend hingegen fand ich die letzte Szene vor dem Epilog. Von der Grundstimmung her, die sonst im Buch herrscht, passt diese Szene einfach nicht.

Insgesamt vereint die Geschichte trotz des hohen Anteils an Gewalt alles, was sie bisher auch lesenswert und spannend gemacht hatte. Es gibt Verluste, die einen berühren, etwas Witz, unerwartete Wendungen, Hoffnung und eine ganz kleine Priese Liebe, die dezent zur Sprache kommt, aber nie zur Hauptsache wird.

Fazit

Obwohl "In der Todeszone" nicht ganz an seine Vorgänger herankommt, bildet dieses Buch einen runden Abschluss der Geschichte. Gerne hätte ich etwas mehr aus Thomas' Vergangenheit bei ANGST erfahren, wie es war, als er dort mit Teresa die Experimente geplant hat und wie anders sein Charakter gewesen sein mag. Trotzdem wurden die meisten Fragen geklärt und man schlägt zufrieden den Buchdeckel zu.

Dem Erfolg der Bücher, folgen die Verfilmungen. 2014 kam Maze Runner, Teil 1 der Reihe, in die Kinos. Schon im nächsten Jahr erscheint dann der zweite Teil.
Der Autor James Dashner hat in der Zwischenzeit bereits ein Prequel "The Kill Order" zur "Maze Runner"-Triologie veröffentlicht und die Geschichte Des Brands erzählt. Ein weiteres Prequel wird 2016 erscheinen.

Zur Rezension von "Die Auserwählten - Kill Order"
Zur Rezension von Band 1 "Die Auserwählten - Im Labyrinth"
Zur Rezension von Band 2 "Die Auserwählten 2 – In der Brandwüste"
Zum großen "Maze Runner"-Special auf myFanbase

Anika W. - myFanbase
16.11.2014

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