Bewertung
Monument, Andrew

Nightmares in Red, White and Blue

Die Evolution des amerikanischen Horrorfilms.

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Inhalt

Die Geschichte des amerikanischen Horrorfilms nahm zu Beginn des 20. Jahrhunderts ihren Anfang. Im Laufe der Jahrzehnte spiegelten Horrorfilme immer wieder die verschiedenen Ängste und Sorgen der Gesellschaft wider. Erfolgreiche Regisseure wie John Carpenter ("Halloween"), Darren Lynn Bousman ("Saw II"), Joe Dante ("Gremlins") und George A. Romero ("Die Nacht der lebenden Toten") lassen die Entwicklung des amerikanischen Horrorfilms Revue passieren.

Kritik

Mit "Going to Pieces" entstand 2006 eine recht unterhaltsame Dokumentation über die Entwicklung des amerikanischen Slasher-Films. Drei Jahre später widmet sich "Nightmares in Red, White and Blue" der amerikanischen Horrorfilme im Allgemeinen und veranschaulicht, wie dieses Genre in jedem Jahrzehnt stets die größten Ängste und Probleme der Gesellschaft aufgegriffen hat. Die Weltkriege, der Vietnamkrieg, der Kalte Krieg, sie alle haben zu bestimmen Motiven und Strömungen im Horrorgenre geführt.

Insgesamt lassen sich Horrorfilme jedoch, wie diese Dokumentation ganz richtig festhält, in zwei große Kategorien einteilen: Außen und Innen. Auf der einen Seite sind da die Filme, die das Böse als etwas Fremdes darstellen, als etwas Andersartiges, das von außerhalb kommt, sei es aus dem dunklen Wald, dem Weltall, dem Sumpf oder dem Meer. Dem gegenüber stehen die Filme, die das Böse im Vertrauten aufdecken, die zeigen, dass der Schrecken mitten unter uns lauert, in unserer Nachbarschaft, in unserem Freundeskreis, oder sogar in unserer Familie.

"Nightmares in Red, White and Blue" erzählt die Geschichte des Horrorgenres anhand vieler Ausschnitte aus Filmen von 1910 bis (etwa) 2005, ergänzt durch Statements von Regisseuren, die bekannte Horrorwerke in die Kinos gebracht haben. Szenen aus alten Horrorfilmen zu sehen hat natürlich immer seinen Reiz, da sie viel über die damalige Zeit aussagen, nicht nur auf gesellschaftlicher Ebene, sondern auch im Hinblick auf den Stand der Filmtechnik. Aus heutiger Sicht wirken viele der damaligen Effekte selbstverständlich eher unfreiwillig komisch, aber sie sind unverkennbar die Urahnen unserer heutigen Filmkunst.

Bei den Filmausschnitten fällt dem kundigen Zuschauer sofort auf, wie viele dieser Filme inzwischen mit einem oder sogar mehreren Remakes geehrt wurden. Stellenweise kann man im Sekundentakt ausrufen: "Dazu gibt es ein Remake!". Am Ende der Dokumentation wird dann auch kurz auf das Phänomen der Remakes eingegangen. Wenn man in Horrorfilmen einen Spiegel der Ängste einer Gesellschaft sieht, stellt sich natürlich unweigerlich die Frage, was es über das junge 21. Jahrhundert aussagt, dass so viele Horrorproduktionen der Vergangenheit neu aufgelegt werden. Leben wir in einer Zeit, in der sich alle früheren Ängste vermischt haben? Gehen der Maschinerie Hollywood ganz einfach die Ideen aus, weil der Großteil an Schreckensszenarien bereits abgegrast ist? Über Horrorfilmremakes kein anderes Genre reproduziert sich so oft selbst könnte man dann schon wieder eine eigene Abhandlung drehen.

Fazit

Wie viele Dokumentationen, die ihre Zuschauer in erster Linie unterhalten wollen, geht auch "Nightmares in Red, White and Blue" nicht wirklich in die Tiefe und versorgt die Zuschauer eher mit Eindrücken, als mit handfesten Informationen, aber etwas anderes sollte man auch nicht erwarten.

Maret Hosemann - myFanbase
26.11.2010

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