Bewertung
Briggs, Patricia

Zeichen des Silbers

Mercy Thompsons fünftes Abenteuer.

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Inhalt

Als Kojotin in einem Werwolfsrudel hat Mercy Thompson es nicht gerade einfach. Viele Mitglieder des Rudels akzeptieren sie nicht als Gefährtin des Leitwolfs Adam und spinnen eine Intrige. Doch das ist nicht Mercys einziges Problem: sie ist im Besitz eines Buches über das Feenvolk, das viel wertvoller zu sein scheint, als sie je gedacht hätte. Der rechtmäßige Eigentümer des Buches ist verschwunden und auch Mercy schwebt in großer Gefahr. Dass ihr Mitbewohner Samuel sich gerade jetzt das Leben zu nehmen versucht, woraufhin der Wolf in ihm die Kontrolle übernimmt, macht die Sache auch nicht einfacher.

Kritik

Dieser fünfte Band bestätigt mir wieder einmal, dass ich der Buchserie über die übersinnliche Automechanikerin Mercy Thompson zu Recht eine bevorzugte Stellung auf meiner Must-Read-Liste einräume. Nach "Ruf des Mondes", "Bann des Blutes", "Spur der Nacht" und "Zeit der Jäger" führt "Zeichen des Silbers" den Leser wieder gekonnt in Mercys Alltag ein, der sich zwischen Werwölfen, Vampiren, Feenwesen und Menschen abspielt. Vampire tauchen in diesem Band zwar nicht auf, dafür setzt sich die Handlung besonders mit Mercys Rolle im Werwolfsrudel und mit ihren Verbindungen zum Feenvolk auseinander.

Eine der großen Stärken von Patricia Briggs Buchreihe ist die sehr lebendige, authentische Beschreibung der paranormalen Wesen und ihrer Lebensart. Nur allzu menschliche Gesellschaftsprobleme wie Homosexualität und Rassismus sind auch unter Werwölfen und anderen übernatürlichen Geschöpfen zu beobachten, während sie zugleich viele eigene Konflikte und Probleme haben, von denen die Menschen kaum etwas ahnen. Mercy, die einer sehr seltenen Spezies angehört und sowohl unter Menschen als auch unter Werwölfen aufgewachsen ist, stellt dabei die perfekte Erzählerin dar. Sie vermittelt hervorragend die Eigenheiten der verschiedenen Wesen, setzt sich mit deren Stärken und Schwächen auseinander und ist erfreulich frei von romantischer Verklärung.

In früheren Kritiken zu Büchern der Mercy-Thompson-Reihe habe ich die Hauptprotagonistin bereits als "Stiefkind der paranormalen Welt" bezeichnet und ich finde nach wie vor, dass diese Beschreibung sehr gut passt. Inzwischen hat sich Mercys Status zwar weiterentwickelt, so dass sie nun als vollwertiges Mitglied des Werwolfrudels gilt, doch das ändert nichts daran, dass sie ein einzigartiges Geschöpf ist, das sowohl Bewunderung als auch Abneigung hervorruft und sich nicht in eine Schublade stecken lässt. Mercys Freundschaften und Feindschaften reichen in verschiedene Teile der paranormalen Welt hinein. Sie verbindet Individuen miteinander, die einander sonst nie begegnet oder sich anders gesonnen gewesen wären.

Obwohl Mercy den meisten paranormalen Geschöpfen in einem direkten Kampf klar unterlegen wäre, wird auch in diesem fünften Band wieder deutlich, dass ihre ganz eigenen Fähigkeiten ihr auch ganz bestimmte Vorteile verschaffen, von denen ihre Feinde zumeist nichts ahnen. Sie ist also keine Hau-Drauf-Heldin, sondern kann oftmals nur durch die kleine Nuancen, die sie von anderen Wesen unterscheiden, etwas bewirken.

Fazit

Wer als Fan von guter Urban Fantasy immer noch nicht auf die Mercy-Thompson-Reihe aufmerksam geworden ist, hat selber Schuld.

Zur Rezension von Band 1 "Ruf des Mondes"
Zur Rezension von Band 2 "Bann des Blutes"
Zur Rezension von Band 3 "Spur der Nacht"
Zur Rezension von Band 4 "Zeit der Jäger"
Zur Rezension von Band 6 "Siegel der Nacht"

Maret Hosemann - myFanbase
19.01.2011

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