Bewertung: 7

Review: #1.16 Flöhe

Foto: Josh Charles, Good Wife - Copyright: Paramount Pictures
Josh Charles, Good Wife
© Paramount Pictures

Lockhart Gardner steckt in einer finanziellen Krise, und da scheint man zu allen möglichen Mitteln zu greifen, damit man dort wieder rauskommt. In diesem Fall hat Will keine Skrupel einen Deal mit dem Drogenboss Lemond Bishop zu machen und das halte ich doch für sehr fragwürdig. Kann man sein Rechtsbewusstsein wirklich so einfach ein- und wieder ausschalten, damit es mal zum einen und mal zum anderen Mandanten passt? Dass Bishop Dreck am Stecken hat, ist offensichtlich, auch wenn er sich selbst vielleicht nie die Finger schmutzig macht, sondern seine Handlanger vorschickt. Wie kann Will davor die Augen verschließen, nur weil die Kanzlei Geldprobleme hat? Natürlich sind die nicht ohne und man versucht immer eine Lösung zu finden, damit es zu möglichst wenig Entlassungen kommt, aber einen Pakt mit dem Teufel zu schließen, ist da sicherlich nicht der richtige Weg. Soll man da also von Glück sprechen, dass Bishop sich letztendlich doch dazu entschieden hat, weiterhin mit Dorfman statt mit Lockhart Gardner zusammen zu arbeiten? Natürlich, aber dennoch hat Will hier bei mir keinen guten Eindruck hinterlassen.

Die Auseinandersetzungen vor Gericht waren zwar mal was anderes, haben mich aber auch etwas genervt. Alle waren so aggressiv, aber das sollte wohl auch so sein. Will musste kämpfen, kam dabei aber auch sehr besserwisserisch rüber. Ich finde es manchmal auch sehr schwer, ihn richtig einzuschätzen. Mal ist er unglaublich arrogant, dann wieder sehr zurückhaltend und einfühlsam. Ich werde aus ihm nicht richtig schlau, deshalb bleibe ich wohl auch etwas misstrauisch.

Privat läuft bei den Florricks wie erwartet eher holprig. Peter lässt sich durch die kleinsten Gerüchte aus der Ruhe bringen. Dass er dann noch die Kondome in Alicias Nachttischschublade findet, setzt ihm noch mehr zu. Aber ich frage mich, ob er tatsächlich ein Recht darauf hat, darauf so misstrauisch zu reagieren. Natürlich ist Alicia nach wie vor mit ihm verheiratet und die beiden leben auch weiterhin in einer gemeinsamen Wohnung, aber führen sie tatsächlich noch eine Beziehung? Das ist ja auch eine der Fragen, die durch die geheimnisvollen Tweets aufgerufen wird. Ich bin mir nicht sicher, ob es zwischen den beiden noch lange gut geht. Dass Alicia Peter nicht vertraut, ist absolut nachvollziehbar, aber wenn das nun auch umgekehrt so ist und die beiden immer weiter nur auf einen Fehltritt des anderen warten, kann man es doch eigentlich auch gleich lassen, oder? Aber natürlich gibt man eine Ehe nach so vielen Jahren nicht einfach auf, vor allem wenn Kinder im Spiel sind. Peter sollte aber lernen, dass er nicht einfach zu der Beziehung zurückkehren kann, die sie einst hatten. Das Leben für Alicia und die Kinder ging weiter, als er im Gefängnis saß und seiner Frau zu unterstellen, dass sie ihm untreu geworden ist, finde ich unfair. Dass Alicia in der Situation also entsprechend trotzig reagiert, finde ich super. Hätte ich wohl auch getan.

In Bezug auf die angesprochenen Tweets kommt auch Eli Gold wieder ins Spiel. Obwohl er leider kaum zu sehen ist, gefallen mir die Szenen mit ihm immer sehr gut. Die Situationen, in der er Alicia informiert oder später auch Becca konfrontiert, waren wieder kleine Höhepunkte. Bei ihm weiß man nie so recht, woran man ist und wenn man denkt, man weiß, worauf die Szene hinausläuft, kommt es doch wieder anders. Ich bin froh, dass man jemanden wie Eli in die Serie eingebracht hat, weil die Atmosphäre dadurch einfach extrem aufgelockert wird.

Was Becca angeht, konnte man ja schon seit ihrem ersten Auftritt befürchten, dass sie nichts Gutes im Schilde führt. Sie hat sehr großen Einfluss auf Zach, der sich wohl auch Hals über Kopf in das Mädchen verliebt hat. Ich fürchte aber, dass sie ihn nur ausnutzt, um ihre eigenen kleinen Machtspielchen durchzusetzen. Elis Auftauchen scheint sie zumindest nicht davon abzuhalten, Zach weiter zu manipulieren. Ich kann dieser Jugendromanze also leider nichts abgewinnen, auch wenn es schön ist, dass die Kinder in dieser Serie ebenfalls eine einigermaßen wichtige Rolle spielen und nicht nur alles von den Erwachsenen geklärt wird. Dass das aber auch negative Auswirkungen auf das Vertrauensverhältnis zwischen Kindern und Erwachsenen haben kann, haben wir zuletzt schon an der Geheimniskrämerei um die Fotos gesehen. Das setzt sich hier fort, als Alicia ihrem Sohn nicht glaubt, dass er nichts mit den Tweets zu tun hat. Misstrauen scheint in dieser Familie also leider immer größer geschrieben zu werden und das, obwohl uns anfangs der Staffel doch ein recht gutes Verhältnis zwischen Alicia und ihren Kindern vorgeführt wurde.

Fazit

Dass Peter wieder zuhause lebt, bringt Komplikationen mit sich und das Vertrauensverhältnis in der Familie ist angeknackst. In der Kanzlei kämpft man derweil mit Geldproblemen, die zu Entscheidungen führen, die ich nicht immer nachvollziehen kann. Vor allem Will bleibt für mich ein Charakter, den man im einen Moment total ablehnt und im nächsten wieder gern hat.

Catherine Bühnsack - myFanbase

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