Bewertung: 9
Sam Raimi

Spider-Man 3

Der entscheidende Kampf ist der mit sich selbst.

Foto: Copyright: Sony Pictures Home Entertainment
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Inhalt

Die ganze Stadt liebt Spider-Man und Peter Parker hat daher natürlich allen Grund, erhobenen Hauptes durch die Straßen zu ziehen. Zumal auch privat alles wunderbar läuft. Er und Mary Jane sind so glücklich, dass er sogar vor hat, ihr einen Heiratsantrag zu machen. Als er mal wieder gegen seinen einstigen Freund Harry kämpft, wird dieser so hart gegen ein Eisenrohr geschlagen, dass er sein Kurzzeitgedächtnis verliert. Es ist also alles wieder so wie früher, nur dass Spidey es jetzt sogar schafft, Privatleben und Heldenangelegenheiten unter einen Hut zu bringen. Allerdings steigt ihm sein ganzes Glück langsam zu Kopfe und sein heroischer Stolz lässt ihn nicht mehr mitbekommen, was um ihn herum passiert.

Mary Jane verliert ihren Job und ein neuer Photograph kommt in die Stadt. Außerdem findet die Polizei heraus, dass der tatsächliche Mörder seines Onkels auf freiem Fuß ist. Als wären das nicht schon genügend Umstände, wird Spider-Man auch noch von einem außerirdischen Parasiten befallen, der seine Emotionen noch verstärkt. Der Gerechtigkeitssinn von Spider-Man ist also etwas aus den Fugen geraten. Er sinnt auf Rache und will den Mörder seines Onkels töten. Er schafft sich seinen Konkurrenten bei der Zeitung aus dem Weg und in seinem Selbstdarstellungsbedürfnis geht er rücksichtslos mit den Gefühlen von Mary Jane um. Als dann plötzlich Harry wieder seine Erinnerung zurück erlangt, hat sich Peter ein ordentliches Repertoire an Gegnern geschaffen und ist plötzlich ganz allein...

Kritik

140 Minuten Spider-Man und man mag es fast nicht glauben, aber es wird zu keinem Zeitpunkt langweilig. Wie sollte es auch, es passiert unglaublich viel. Spider-Man bzw. Peter Parker wird auf allen Ebenen beschäftigt. Er muss seinen Onkel rächen, die Konkurrenz im Photogeschäft aus dem Weg räumen, will Mary Jane einen Heiratsantrag machen und seine Freundschaft zu Harry bedarf auch einiger Arbeit. Diese vier Storys lassen sich nicht so schnell abhandeln, vor allem nicht, wenn man zwischendurch mit purer Action unterhalten werden soll. In diesen Szenen geht es wirklich ordentlich zur Sache. Offensichtlich wollte man es an nichts fehlen lassen. Also fliegen die Eisenstangen nur so durch die Gegend, ganze Hochhausfassaden bröckeln auf die Straße und Spider-Man wird ein ums andere Mal gehörig durch die Gegend geschleudert. Ihm passiert aber nichts, keine Sorge. Anders dagegen Harry. Er verliert günstigerweise im Kampf sein Kurzzeitgedächtnis. Wie praktisch für Peter, da ist sein Problem aus dem zweiten Teil ja gelöst. Doch so einfach kommt er nicht davon...

Es mangelt also weder an Inhalt (über den man nicht bis ins kleinste Detail nachdenken sollte), noch an Special Effects. Man könnte also jetzt schon sehr zufrieden sein. Aber wenn man so aufwändig die Werbetrommel rührt, dann darf es auch noch ein bisschen mehr sein. Hier kommen nun die kleineren Rollen ins Spiel, die auf ihre Art für großartige Unterhaltung sorgen. Die schüchterne Nachbarin und Tochter des Hausverwalters gibt Peter Tipps um seine Krise mit MJ zu überwinden, dabei will sie doch am liebsten selbst die Auserwählte sein. Diese Konstellation bringt zwei wirklich amüsante Szenen zustande, was aber noch nicht mit Peters Boss bei der Zeitung zu vergleichen ist. Dessen Dialoge sind die reinste Comedy, wobei man vor allem die schauspielerische Leistung von J.K. Simmons loben muss. Und auch sonst gibt es zwischendrin immer wieder Szenen für das heitere Gemüt.

Da sich der Film vor allem mit Spider-Man/Peter selbst beschäftigt, müssen auch ein paar Worte über Tobey Maguire verloren werden. Dieser schafft es, die Wandlung seiner Figur hervorragend umzusetzen und wirkt nie aufgesetzt. Er muss hier ein ganzes Repertoire an Emotionen und Haltungen darbieten. Dass ihm das dermaßen gut gelingt, hat mich positiv überrascht. Trotzdem stehen ihm die anderen in nichts nach. Kirsten Dunst sieht vor allem wieder sehr gut aus, aber auch sie schafft es, Mary Janes Konflikte realistisch darzustellen. Sie darf also auch gerne als Schauspielerin wahrgenommen werden. Hinzu kommt, dass sie sich hier auch als Sängerin zeigt, was weitere Pluspunkte bringt. James Franco muss auch zwei Gesichter aufsetzen, der Wandel funktioniert sehr gut, auch wenn man sagen kann, dass die Freund/Feind–Darstellung nicht die schwierigste ist.

Was lässt sich abschließend noch sagen? Sicher ist, wer die ersten beiden Teile von Spider-Man schon gemocht hat, der wird den dritten Teil lieben. Die Besetzung stimmt, mit den neuen Gegnern Venom, Sandman, seinem Freund Harry und sich selbst hat Spider-Man ordentliche Gegner und für Unterhaltung ist durchweg gesorgt. Wer bisher nicht viel mit Spider-Man anfangen konnte, den wird dieser Film auch nicht mehr überzeugen, denn wirklich anders als die ersten beiden Teile ist er auch nicht. Das kann man kritisieren, nimmt einem aber nur den Spaß am Film. Also belassen wir es dabei.

Fazit

Es gibt Filme, die versprechen viel zu viel. Dieser gehört nicht dazu. Ab ins Kino und über zwei Stunden große Hollywood-Unterhaltung genießen!

Emil Groth - myFanbase
26.04.2007

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