Bewertung: 1
Michael J. Bassett

Deathwatch

Im Schützengraben wartet das Böse, oder zumindest jede Menge Dreck.

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Inhalt

Erster Weltkrieg: eine Gruppe britischer Soldaten, darunter der erst 16-Jährige Charlie Shakespeare (Jamie Bell), der strengreligiöse Anthony Bradford (Hugh O'Conor) und der Sanitäter Fairweather (Matthew Rhys), überlebt einen Gasangriff und nimmt einen deutschen Schützengraben ein, in dem sie mit dem Soldaten Friedrich (Torben Liebrecht) nur noch einen Überlebenden findet. Schon bald ereignen sich unheimliche Zwischenfälle in dem schlammigen Schützengraben, der aus einem Gewirr von Tunneln besteht. Überall stoßen die britischen Soldaten auf Leichen und es dauert nicht lange, bis sie selbst das Opfer einer dunklen Macht werden.

Kritik

Schon im Originalton ist dieser Film alles andere als gut, doch in der deutschen Synchronisation ist er ein Desaster. Im Originalton sprechen die britischen Soldaten natürlich Englisch und der deutsche Soldat Friedrich spricht Deutsch, wobei der junge Shakespeare (eine extrem unpassende Namensgebung!) mit seinen leichten Deutschkenntnissen als Dolmetscher fungiert. In der deutschen Synchronisation sprechen alle Deutsch, nur der deutsche Soldat spricht ... Französisch! Tut mir leid, aber das ist einfach nur unlogischer, geschichtsverzerrender Blödsinn.

Im Ersten Weltkrieg kämpften bekanntlich Deutschland und Österreich-Ungarn gegen Frankreich (!), Großbritannien und Russland. Nun wird uns in dieser Synchronisation ein deutscher Soldat gezeigt, der nur Französisch spricht. Das muss man sich mal vorstellen! Der deutsche Soldat Friedrich, der gegen die Franzosen, die Briten und die Russen kämpft, spricht nur Französisch. Die britischen Soldaten finden ihn, stellen fest, dass er ein deutscher Soldat ist und fragen dann in die Runde, wer von ihnen Französisch spricht und übersetzen kann. Das ist so absurd, das man nicht weiß, ob man lachen oder weinen soll. Natürlich ist mir klar, dass es schwierig ist, zu synchronisieren, wie jemand Deutsch spricht, wenn für uns Zuschauer alle Deutsch sprechen, aber dennoch wird das in diesem Film einfach nur sehr peinlich, sehr verwirrend und sehr absurd gelöst.

Nun gut, wie angedeutet, ist der Film auch neben dieser katastrophalen Synchronisation nicht sehr gelungen. Im Grunde klingt die Idee, Kriegsfilm und Horrorfilm zu vermischen, ganz reizvoll, doch das Ergebnis ist ein Film über Soldaten, die zu typischer Horrorfilmmusik durch den Schlamm kriechen und irgendwann sterben. Viel mehr ist da leider nicht. Die Horrorszenen sind nicht besonders spannend und bieten ganz und gar nichts Neues. Die Charaktere besitzen keinerlei Tiefe und es ist einem als Zuschauer schlichtweg egal, ob, wann und wie sie sterben. Besonders frustrierend ist der Charakter Thomas Quinn (Andy Serkis), ein ultrabrutaler Klischee-Soldat, der auf alles und jeden draufhaut, und den man am liebsten mit einem Radiergummi aus jeder Szene heraus radieren würde.

Gegen Ende wird der Film dann immer abstruser und den Schluss braucht man sich auch nur anzusehen, wenn man gerade nichts Besseres zu tun hat. Ich kenne eine ganze Reihe von Werbespots und Testbilder, die ergiebiger sind, als das Ende dieses Films.

Fazit

Hart, aber ehrlich: für eine schlechte Story und eine katastrophale Synchronisation gibt es nur einen Punkt.

Maret Hosemann - myFanbase
07.04.2007

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