Bewertung: 6
Wayne Kramer

Running Scared

Alles was schief gehen kann, geht schief und das zu einer verdammt unpassenden Zeit.

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Inhalt

Joey Gazelle (Paul Walker) arbeitet für die Mafiafamilie Perello und soll in deren Auftrag zwei Waffen verschwinden lassen, mit denen mehrere Polizisten erschossen wurden. Joey beseitigt die Pistolen jedoch nicht, sondern versteckt sie in seinem Haus, was sich als ein großer Fehler erweist, denn Oleg (Cameron Bright), der beste Freund von Joeys zehnjährigem Sohn Nicky (Alex Neuberger), stiehlt eine der Waffen und schießt damit seinen gewalttätigen Stiefvater Anzor (Karel Roden) nieder.

Joey muss nun alle Hebel in Bewegung setzen, um den flüchtigen Oleg und die Waffe zu finden. Oleg gerät derweil im nächtlichen New York von einer Hölle in die nächste. Er trifft auf Prostituierte, Zuhälter, Drogendealer und Kinderschänder.

Kritik

Der Titel "Running Scared" ist gut gewählt, denn in diesem Film befinden sich alle Charaktere in permanenter Bewegung mal rennend, mal rasend, mal rutschend und Grund für "Scare", also Schrecken, gibt es auch mehr als genug, da es in diesem Film keine unschuldigen, harmlosen Menschen und keine sicheren, friedlichen Orte gibt. Ich war noch nie in New York, doch glaubt man diesem Film, dann gibt es dort nur Gangster, Drogendealer, Zuhälter und Kinderschänder. Die Polizisten sind natürlich alle korrupt und wenn man Glück hat, trifft man vielleicht auf eine Prostituierte, die zwar körperlich und seelisch total kaputt, aber sonst ganz nett ist. Keine Frage, "Running Scared" ist ein düsterer und beklemmender Film, in dem hinter jeder Tür eine neue Hölle wartet.

Es lässt sich nicht abstreiten, dass dieser Film eine gewisse Faszination weckt, die sich aus der düsteren Atmosphäre und dem rasanten Tempo ergibt. Zudem weist der Film einige durchaus interessante Ideen auf, wie etwa die John Wayne-Besessenheit des gewalttätigen Russen Anzor. Andererseits wirkt "Running Scared" oft einfach zu überladen, denn ständig wird versucht, noch eins draufzusetzen und noch fieser, blutiger und überraschender zu sein, als zwei Minuten zuvor. Vor allem gegen Ende des Films überschlagen sich die Ereignisse und es kommt einem unweigerlich die alte Weisheit "weniger ist manchmal mehr" in den Sinn. Realismus wird in diesem Film auch nicht gerade großgeschrieben.

Darüberhinaus wird in "Running Scared" viel mit Kameratricks und Effekten, wie plötzliches Rückwärtslaufen der Szenen oder Einsatz von Zeitlupe, experimentiert. Das Ergebnis ist ebenfalls wechselhaft, denn einige dieser Sequenzen sind durchaus gelungen, während andere einfach unnötig und übertrieben wirken.

Fazit

"Running Scared" ist ein Film, den man sich an einem Nachmittag oder Abend, an dem man nichts Besseres zu tun hat, durchaus mal ansehen kann, aber nicht muss.

Maret Hosemann - myFanbase
07.04.2007

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