Bewertung: 6
Darren Lynn Bousman

Saw III

Hast du das Leben verdient?

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Inhalt

Serienkiller Jigsaw (Tobin Bell) liegt im Sterben, doch das hindert ihn nicht daran, sein mörderisches Spiel weiterzutreiben. Ausgeführt werden die Bluttaten nun von seiner Schülerin Amanda (Shawnee Smith), die sich jedoch nicht an die Regeln hält und den Opfern Fallen stellt, aus denen diese gar nicht entkommen können.

Schließlich entführt Amanda in Jigsaws Auftrag den Familienvater Jeff (Angus MacFadyen), der nach dem Unfalltod seines kleinen Sohnes jeden Lebensmut verloren hat. Jeff muss sich durch ein Labyrinth kämpfen, in welchem er auf Menschen trifft, die für den Tod seines Sohnes und die milde Bestrafung des Unfallverursachers verantwortlich sind. Diese Menschen werden das Opfer von Jigsaws brutalen Fallen und es liegt an Jeff, ob er sie rettet oder nicht.

Derweil bringt Amanda auch die Ärztin Lynn (Bahar Soomekh) in ihre Gewalt und zwingt sie, Jigsaw am Leben zu erhalten.

Kritik

Man könnte sagen, der dritte Teil der "Saw"-Reihe funktioniert nach dem Prinzip "höher, schneller, weiter", doch das trifft es nicht ganz. Vielmehr verfolgt "Saw III" das Prinzip "brutaler, fieser, ekliger". Dieser Film ist vor allem ein gnadenloses Gemetzel, ein brachiales und brutales Blutbad. Die Todesfallen sind noch fieser, die Sterbeszenen noch länger und auf ein Überleben der Beteiligten braucht man gar nicht erst zu hoffen.

Okay, damit wäre eigentlich alles geklärt, bis auf die Frage, ob der Film nun empfehlenswert ist oder nicht. Fakt ist, dass man sich bei diesem Film nicht langweilt, man kann sich so richtig schön ekeln und sich freuen, dass man nicht an der Stelle der Filmcharaktere ist. Gegen das, was den Charakteren in diesem Film so alles widerfährt, ist das eigene Leben geradezu paradiesisch. Andererseits fehlt dem dritten Teil deutlich die Originalität, da das Grundkonzept in allen "Saw"-Filmen letztlich das gleiche ist.

Was mich auch ein wenig stört, ist die Tatsache, dass der Killer Jigsaw, bürgerlich John Kramer, jeden Hauch von Rätselhaftigkeit verliert, er wirkt nicht mehr unheimlich und mysteriös, sondern in erster Linie kaputt und stellenweise nervig. Er wiederholt doch ein wenig zu oft seine pseudo-philosophischen Erklärungen und man würde ihm ganz gerne irgendwas irgendwo hinrammen.

"Saw III" ist nicht besonders tiefsinnig, es sei denn, man hält das penetrant wiederholte "Weißt du dein Leben auch wirklich zu schätzen?" für hoch philosophisch. Zudem wird das Spielchen mit dem Beweisen der eigenen Lebenslust ohnehin hinfällig, da Amanda ja die Regeln bricht und die Opfer gar nicht überleben können, selbst wenn sie bereit sind, sich sämtliche Gliedmaßen abzuhacken.

Insgesamt lebt "Saw III" vor allem von dem makaberen Vergnügen an fiktiven und übertriebenen Gewaltakten.

Fazit

Kein "muss man sich ansehen", aber ein "kann man sich ansehen".

Maret Hosemann - myFanbase
01.04.2007

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