Bewertung: 5
Joachim Roenning

Bandidas

"Thelma und Louise im Wilden Westen."

Foto: Copyright: 2007 Universum Film GmbH
© 2007 Universum Film GmbH

Inhalt

Mexiko 1888: Eine New Yorker Bank versucht, sich mehr und mehr Grundbesitz unter den Nagel zu reißen. Dabei schrecken die Eindringlinge, angeführt von dem fiesen Gangster Jackson (Dwight Yoakam), auch vor Mord und Brandschatzung nicht zurück. Das Volk scheint machtlos, bis sich die Farmerstochter Maria (Penélope Cruz) und die verwöhnte Sara (Salma Hayek) zusammentun und den Aufstand proben. Gemeinsam rauben die beiden ungleichen Frauen die Banken ihrer Feinde aus.

Kritik

Man kann diesen Film als "Thelma und Louise im Wilden Westen" bezeichnen, oder auch als "Robin Hood mit Brüsten... im Wilden Westen". Das Prinzip ist simpel: ein Mädchen aus der Unterschicht und ein Mädchen aus der Oberschicht, die sich unter normalen Umständen nicht mal ein Toilettenhäuschen teilen würden, raufen sich zusammen und rauben für einen guten Zweck böse Banken aus. Kapitalisten haben es sowieso immer verdient, erschossen zu werden.

Der Film lebt von der Komik, die sich ergibt, wenn zwei grundverschiedene Frauen Freundinnen werden und Banken überfallen. Da wird sich schon mal die Zeit genommen, während eines Überfalls vor dem Spiegel stehen zu bleiben oder Diskussionen darüber zu führen, ob die Maskierung zum übrigen Outfit passt. Der Humor ist so simpel wie die Story, aber stellenweise funktioniert es dann doch ganz gut, denn Penélope Cruz und Salma Hayek kommen als weibliche Banditen sehr sympathisch rüber und wirken durchaus putzig. Manchmal muss man einfach grinsen, auch wenn die Gags nicht wirklich neu sind.

Leider hat man sich aber dann doch nicht getraut, den Film von Cruz und Hayek alleine tragen zu lassen und mit dem Kriminologen Quentin (Steve Zahn), der sich auf die Seite der süßen Bandidas stellt, noch einen männlichen Charakter eingebaut. War das wirklich nötig? Gut, es ergeben sich bei der ersten Begegnung von Quentin und den beiden Ladies einige nette Szenen, doch dass sich die Bankräuberinnen dann auch noch ein bisschen in Quentin verknallen und darum wetteifern, wer die bessere Küsserin ist, hätte nicht unbedingt sein müssen. Können zwei Frauen nicht einfach befreundet sein, ohne dass sie sich zwischendurch wegen eines Mannes (der zu allem Überfluss schon mit einer anderen Frau liiert und nicht einmal besonders charmant ist) anzicken?

Der Charakter Quentin, dessen Thesen über Fingerabdrücke und andere kriminalistische Methoden sehr revolutionär für das Jahr 1888 sind, scheint auch ein bisschen dem anhaltenden Erfolg von Serien wie "CSI" geschuldet zu sein. Muss in einer Westernkomödie wirklich ein Kriminologe auftauchen? Hätte es ein netter Sheriff nicht auch getan?

Fazit

Alles in allem ist "Bandidas" eine nette kleine Komödie, aus der aber nicht alles herausgeholt wurde, was man hätte herausholen können.

Maret Hosemann - myFanbase
19.03.2007

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