Bewertung: 6
Cory und Todd Edwards sowie Tony Leech

Rotkäppchenverschwörung, Die

Ist Rotkäppchen in Wirklichkeit der Wixxer? Isst Großmutter in der Realität den Wolf? Welche Rolle werden die Ziegelsteine und der Brunnen einnehmen? Sind Country Sänger nur dauersingende Ziegenböcke? Alle Fragen werden ab dem 27.12.2006 in "Die Rotkäppchen Verschwörung" beantwortet.

Foto: Copyright: Kinowelt Filmverleih GmbH
© Kinowelt Filmverleih GmbH

Inhalt

Wir schreiben den Wald XY ungelöst. Ein junges Mädchen, vermutlich zwei bis 25 Jahre alt, mit rotem Käppchen auf dem Kopf, läuft quietschfidel mit prall gefülltem Korb einen grünen bis dunkelgrünen bebäumten Weg entlang. Der Korb umfasst möglicherweise ein Volumen von 25 Kubikmetern. Inhalt: Noch unbekannt! Die Lichtung dichtet sich, ein Haus, dorthin muss das Mädchen mit der roten Kappe. Dort wohnt höchstwahrscheinlich eine alte Frau. Codewort "Großmutter". Als das zwei bis 25 Jahre alte Mädchen beim Haus ankommt, ist etwas seltsam. Irgendetwas stimmt nicht. Sie stößt die Tür mit einem kräftigen Barischnikow. Großmutter hat Mundgeruch. Das ist sehr ungewöhnlich! Jetzt fängt alles an, einen Sinn zu ergeben, Rotkäppchen musste 194 Jahre, seit 1812 durch den Wald laufen, um zu entdecken, dass Großmutter in Wirklichkeit der Wolf ist! Der Wolf hatte sich nämlich als Großmutter verkleidet und lauerte Käppchen auf. DOCH PLÖTZLICH!

Großmutter springt gefesselt aus der Midlife Crisis und exakt in diesem Augenblick rollt ein 2.50 Meter großer Holzfäller durch die Hauswand. Stopp! Was ist hier los? Mein Name ist Flippers, ich ermittle in diesem Fall. Zunächst einmal, welche Form hat Brei? Brei ist breiförmig. Damit wäre der Fall gelöst! Weiter geht es mit den richtigen Ermittlungen. Der Vorwurf ist zunächst: Ruhestörung

Täterprofile:

Name: Rotkäppchen
Beruf: Kuchenlieferantin
Anklage: Rezeptdiebstahl
Wurde zuletzt gesehen: Beim Träumen von einer anderen Welt, trug ein rotes Kleid und einen Korb Muffins

Name: der große böse Wolf
Beruf: "Verdeckter" Reporter
Anklage: Gefräßigkeit
Wurde zuletzt gesehen: auf der Jagd… (nach einer Story natürlich)

Name: der Holzfäller
Beruf: Schauspieler, Werbeträger für "Paul Bunion’s Nasentropfen", Möchtegern Jodler
Anklage: Ungenehmigtes Herumfuchteln mit einer Axt
Wurde zuletzt gesehen: Beim Schnitzel Essen

Name: Großmutter
Beruf: Oma, Skydiverin, Snowboarderin, Bergsteigerin
Anklage: Wird verdächtigt, der Goodie-Bandit zu sein
Wurde zuletzt gesehen: Beim Heruntersausen einer haarsträubend steilen Skipiste


Kritik

Die Rotkäppchen Verschwörung stellt das komplette Käppchen Universum auf den Kopf. Durch den Kakao gezogen werden unzählige Filmzitate. Zum Humorspektrum zählen auch einige hausgemachte Gags und Wortspiele. Die Charaktere sind alle ziemlich abgedreht, wirklich innovativ ist aber nur der singende Ziegenbock. Das ist auch insgesamt das Problem der Rotkäppchen Verschwörung. Es gibt den ein oder anderen netten Einfall, aber der Großteil ist bekannt. Die Idee, Charaktere zu vertauschen, ist bekannt, quietschende Eichhörnchen gibt’s fast in jedem Trickfilm. Das quietschende Eichhörnchen sorgt zwar für viel Erheiterung, aber neu ist dieser Gag eben leider nicht. Um genauer zu sein, diesen Gag gibt es ständig in jeder billigen Unterhaltungsshow zu sehen. "Promis", die nie Promis waren, atmen über bunte Ballons Helium ein und quietschen wild drauf los. Die anderen Gags nehmen wir jetzt mal nicht auseinander.

Die optische Qualität des Films liegt auf N64 Niveau. Das stört allerdings nichts weiter. Die Produktionskosten lagen auch weit unter Disney. Die Sprecher leisten, das darf man mit gutem Gewissen sagen, hervorragende Arbeit. Im Original sind das: Anne Hathaway, Glenn Close, James Belushi und Andy Dick. Kaum zu glauben aber wahr: Im Deutschen verliert der Film durch die Synchronisation nicht. Sarah Kuttner spricht Rotkäppchen und macht ihre Arbeit sehr gut. Olm als Großmutter ist toll und Jan Delay als Ziegenbock ist fantastisch.

Fazit

Ein Animationsfilm hauptsächlich für Erwachsene. Die ganz Kleinen werden zwar nur die Hälfte verstehen, aber, weil’s so schön bunt ist, auch etwas zu lachen haben. Wer sich selber nicht als Comedy Experte bezeichnet, oder wie Sarah Kuttner kein Comedy Nazi ist, kann sich diesen Film bedenkenlos ansehen.

René von Bork - myFanbase
26.12.2006

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