Bewertung: 2
Mike Mitchell

Wie überleben wir Weihnachten?

Weihnachten kann auch schon so stressig genug sein, aber wenn dann auch noch ein exzentrischer Millionär vor der Tür steht und sich in die Familie einkauft, geht’s richtig rund

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Inhalt

Der exzentrische Millionär Drew (Ben Affleck) will Weihnachten nicht alleine verbringen und macht der Familie Valco, den neuen Besitzern seines Elternhauses, ein ungewöhnliches Angebot: er bezahlt ihnen eine hohe Summe dafür, dass er während der Weihnachtsfeiertage bei ihnen einzieht und sie seine Familie spielen. Tatsächlich willigen die Valcos ein und bekommen mit Drew einen ziemlich schwierigen "Sohn", der das perfekte Weihnachtsfest veranstalten will.

Richtig kompliziert wird es, als Alicia (Christina Applegate), die erwachsene Tochter der Valcos, vor der Tür steht und Drews Pläne kräftig durchkreuzt. Als wäre das nicht schon schlimm genug, kündet auch noch Drews Freundin Missy (Jennifer Morrison) ihren Besuch an: sie will Drews Familie kennenlernen…

Kritik

Der gute Ben Affleck, immerhin ein waschechter Oscar-Preisträger, muss wohl ein bisschen beschwipst von Glühwein oder Weihnachtspunsch gewesen sein, als er den Vertrag für diesen Film unterschrieben hat. Auch bei aller weihnachtlichen Sanftmütigkeit muss man sagen, dass "Wie überleben wir Weihnachten?" ein ziemlich schlechter Film ist. Wenn man schon nach einer halben Stunde die Nase voll hat und abschaltet, ist das kein Problem, denn man weiß zu diesem frühen Zeitpunkt längst, wie der Film ausgeht, da er einfach unglaublich vorhersehbar und klischeehaft daherkommt.

Das Hauptmanko des Films ist, dass er eine Komödie sein soll, aber leider nicht witzig ist. Meine Recherchen haben ergeben, dass es kein komplettes Drehbuch gab und viele Szenen improvisiert sind, womit man wohl festhalten muss, dass Ben Affleck kein besonders großes Improvisationstalent besitzt. Um das mal zu verdeutlichen: es gibt eine minutenlange Sequenz, in der Drew seine gemietete Familie zwingt, einen Weihnachtsbaum zu kaufen. Der Vater grummelt ein bisschen und muss eine rote Weihnachtsmütze aufsetzen, die ihm nicht gefällt, die aber im Dezember etwa 50 Millionen Menschen weltweit tragen. Dann wird der Weihnachtsbaum etwas umständlich, aber ohne Katastrophen auf das Autodach geschnallt und zu Hause ein bisschen grell geschmückt, so dass sich der von Ben Affleck dargestellte Drew zu dem Kommentar hinreißen lässt, dass man nicht direkt auf den Baum schauen sollte. Sorry, aber solche Szenen würde ich auch sehen, wenn ich meine eigene Familie beobachte, nur das es dann wesentlich witziger wäre.

Vorhersehbar, witzlos – das wäre allein schon schlimm genug, aber zu allem Überfluss sind die Charaktere auch noch unfassbar blutleer, so dass man eigentlich nur ihre Namen kennt, aber sonst nichts über sie erfährt, was sie interessant oder sympathisch machen würde.

Fazit

Einer der schlechtesten Weihnachtsfilme, die ich je gesehen habe. Da kann auch Jennifer Morrison aus meiner Lieblingsserie "Dr. House" nicht viel retten.

Maret Hosemann - myFanbase
17.12.2006

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