Bewertung: 7
David Frankel

Teufel trägt Prada, Der

Der Teufel trägt Prada. Was soll das heißen? Ist der Teufel schwul, metrosexuell oder polysexuell wie Daniel Kübelböck? Theoretisch könnte unser Nachbar ein Teufel sein. Wer neben Daniel Kübelböck wohnt, hat auf jeden Fall die Arschkarte gezogen. Wir wollen euch keine Angst machen, mit Daniel Kübelböck hat der aktuelle Kinofilm "Der Teufel trägt Prada" absolut nichts zu tun und ihr könnt euch beruhigt den Film anschauen.

Foto: Copyright: Twentieth Century Fox Home Entertainment
© Twentieth Century Fox Home Entertainment

Inhalt

Wenn der Teufel Prada trägt, dann tragen Egel H&M. Schleichwerbung lässt sich in einem Film und einem Beitrag über Mode kaum vermeiden. Hier dürft ihr neidisch auf myFanbase sein, wir kriegen nach der Nennung verschiedener Modelabels teure Designerklamotten geschenkt. Zugegeben, kriegen wir nicht, man wird ja noch träumen dürfen…

Andy Sachs (nicht die Tochter von Günter Sachs) bewirbt sich um die Stelle der zweiten Assistentin von Modegurin und Chefin der Zeitschrift "Runway" Miranda Priestly (nicht die Tochter von Elvis Priestly). Milliarden, ach was reden wir, Trilliarden von Frauen würden für diese Stelle töten, auch Daniel Kübelböck, wenn’s sein muss. Und Andy hat keine Ahnung, wer Miranda ist. Sie will Journalistin werden und weiß nur, wenn sie ein Jahr lang für Miranda gearbeitet hat, nimmt sie jede Zeitung mit Handkuss. Emily ist die erste Assistentin. Sie stellt ein, allerdings hat keine ihrer "Entdeckungen" lange ausgehalten. Weil Andy mit Größe 46 augenscheinlich nicht in einen XXS Laden passt, will Emily Andy schon wegschicken. Big Boy Miranda ist aber so nett, und nimmt sich ihrer an…

Äußerst töricht, wenn man für die wichtigste Modezeitung und die mächtigste Frau in der Modebranche arbeiten will und nicht weiß, wie man "Gabbanaa" schreibt und welche Legenden da ein und aus gegangen sind. Miranda ist exzentrisch und komplett wahnsinnig. Das ist ihr Ruf und das zu recht. Miranda macht 10000 Dinge auf einmal, in nur zwölf Sekunden mit zwei Fingern. Logischerweise erwartet sie von ihren Mitarbeitern absolute Perfektion und Voraussicht. Als Andy zwei Azurgürtel nicht annähernd unterscheiden kann, wird Miranda fies, äußerst fies. Am Boden zerstört rennt sie zu Nigel. Er ist Mirandas rechte Hand. Er erklärt ihr, dass Miranda sie wohl kaum loben wird, wenn sie keine Ahnung hat, was ein "Gaultier" geleistet hat. Sie muss begreifen, dass Mode nicht nur pillepalle ist, sondern Lebenseinstellung, welchen Weg Mode geht. Sie muss begreifen, was Miranda leistet. Sie gibt Mode die Bedeutung, die sie ihrer Meinung nach verdient hat...

Kritik

Ein Film, der auf der Sex and the City und der verstrahlten Hausfrauenwelle mitschwimmt?

Ein Film, den Männer hassen? Nein ganz bestimmt nicht. Für "Der Teufel trägt Prada" darf Mann durchaus seine Vorurteile über Board werfen. Die Balance zwischen Tragik und Komödie ist sehr gut. Tragik bietet die Figur der Miranda. Ein Leben dem Wahnsinn verschrieben. Mit so einem Menschen möchte man nicht tauschen. Man sagt das zwar immer so daher "Ich wäre gerne so wie sie oder er", man meint damit aber nur, man hätte am liebsten unfassbar viel Geld, kann ausschlafen und sich leisten, was auch immer man möchte. Dafür aber dem Wahnsinn verfallen, dass will doch niemand.

Meryl Streep spielt die Rolle natürlich großartig. Von komisch bis traurig darf sie sich austoben. Für die Komik sorgt Andy… Von hässlich zu schön, könnte man glauben. Allerdings handelt es sich hierbei nicht um die klassische hässliche Entlein Story… Andy ist ein ganz normales Mädchen mit einem ganz normalen Freundeskreis. Sie verändert sich aber mehr und mehr. Wie zum Beispiel auch die neue Freundin von Dieter Bohlen. Man kommt in neue Kreise und hält sich gleich für was Besseres… Andy wird aber noch begreifen, dass es eine sehr gute Lehre war, durch die sie gegangen ist. Das ist auch das tolle an "Der Teufel trägt Prada". Da ist ein ganzer Batzen Wahrheit dran. Die Figur der Miranda entsprang der US Vogue Chefin Anna Wintour. Sie ist im wahren Leben die mächtigste Frau der Modewelt.

Sie hat Designer wie zum Beispiel John Galliano von Unten nach ganz Oben gebracht und komplett neue Stile kreiert. Lauren Weisberger war die wirkliche Assistentin von Wintour und hat das Buch "Der Teufel trägt Prada" geschrieben.

Die Gags im Film sind grandios "Ich habe seit Wochen nichts mehr gegessen. Wenn ich das Gefühl habe, ohnmächtig zu werden, esse ich einen Käsewürfel".

Fazit

Klaus Kinski mit Brüsten und Anne Hathaway, was will man(n) mehr? Einen tollen Kinoabend, dass versprechen wir euch.

René von Bork - myFanbase
10.10.2006

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