Bewertung: 6
Simon West

Unbekannter Anrufer

Es gibt einen Berufsstand, der in Horrorfilmen immer ganz besonders gefährdet ist, ins Visier von irren Meuchelmördern zu geraten: die Babysitter. Auch in "Unbekannter Anrufer" muss sich eine Babysitterin gegen einen heimtückischen Killer wehren, der es nicht bei Telefonterror belässt...

Foto: Copyright: Sony Pictures Home Entertainment
© Sony Pictures Home Entertainment

Inhalt

Um ihre gewaltige Handyrechnung bezahlen zu können, wird die Schülerin Jill zum Babysitting verdonnert und muss die zwei Kinder eines steinreichen Arztes hüten. Zunächst ist Jill tief beeindruckt von der extravaganten, abgeschiedenen Villa ihres Arbeitgebers, doch schnell wird der Job zu einem Alptraum: ein unbekannter Anrufer terrorisiert Jill und übt massiven psychischen Druck auf sie aus. Schon bald ist Jills Leben und das Leben der ihr anvertrauten Kinder in Gefahr, denn der unbekannte Anrufer will Blut sehen.

Kritik

Unheimliche Geräusche, die doch nur von der (natürlich!) pechschwarzen Hauskatze stammen, hier und da eine Gestalt, die plötzlich hinter der Hauptperson auftaucht, aber doch nicht der Killer ist das sind nur zwei der gängigen Horrorfilmklischees, die in "Unbekannter Anrufer" reichlich serviert werden. Auch bemühen sich die Autoren nicht immer darum, die Hauptperson Jill logisch agieren zu lassen und machen sie in Nullkommanix vom nervlichen Wrack zur todesmutigen Kämpferin. Will ich damit sagen, dass man den Film getrost ignorieren sollte? Nicht unbedingt!

Trotz der unübersehbaren Schwächen gelingt es "Unbekannter Anrufer" über weite Strecken, kurzweilige Unterhaltung zu bieten. Die größte Stärke des Films ist zweifellos die Kulisse, sprich die extravagante Villa, in der Jill ihren Dienst als Babysitterin verrichten muss. Mit seinen verwinkelten Gängen, dem hauseigenen Mini-Biotop und den zweifellos sauteuren, aber potthässlichen und im Dunkeln gruseligen Statuen, erweist sich das Haus als der perfekte Rahmen für die Story. Zusammen mit den vielen Schattenspielen, hervorgerufen durch die zahlreichen Fenster des Hauses und dem davor gelegenen Wildgarten, entsteht eine Atmosphäre, die man durchaus als unheimlich bezeichnen kann.

Fazit

Der Film "Unbekannter Anrufer" gehört sicher nicht zu den Sternstunden des Horrorkinos, dennoch muss man sich in den knapp 87 Minuten, in denen Jill um ihr Überleben kämpft, nicht langweilen und kann sich in eine nett-unheimliche Stimmung versetzen lassen.

Maret Hosemann - myFanbase
02.07.2006

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