Bewertung: 4
Mike Rohl

Prinzessinnentausch

Foto: Vanessa Hudgens, Prinzessinnentausch (The Princess Switch) - Copyright: Netflix, Inc.
Vanessa Hudgens, Prinzessinnentausch (The Princess Switch)
© Netflix, Inc.

Inhalt

Die penibel auf Ordnung achtende Bäckerin Stacy (Vanessa Hudgens) springt über ihren Schatten und macht einen spontanen Trip nach Belgravia mit ihrem besten Freund Kevin (Nick Sagar) und seiner Tochter Olivia (Alexa Adeosun), um dort an einem Backwettbewerb teilzunehmen. Dabei trifft sie auf Herzogin Margaret Delacourt (ebenfalls Hudgens), die ihr verblüffend ähnlich sieht und die gerne mal ein normales Leben ausprobieren würde, bevor sie ihrer Pflicht nachkommt, den Kronprinz von Belgravia (Sam Palladio) zu heiraten. Nachdem sich Stacy auf einen kurzfristigen Tausch eingelassen hat, müssen beide Frauen schnell feststellen, dass sie Gefallen an ihren jeweils neuen Lebensstilen finden.

Kritik

Netflix hat sich in den letzten Jahren ohne Frage ein sehr ordentliches Repertoire für jeden Fan von kitschigen Weihnachtsfilmen aufgebaut. Dazu zählt auch das 2018 veröffentlichte "Prinzessinnentausch", das in diesem Jahr einen zweiten Teil bekommen wird. Warum genau, das ist nach diesem ersten Film doch etwas fraglich, denn die Parallelen zu dem absoluten Netflix-Hit "A Christmas Prince", der im Übrigen schon auf drei Teile kommt, sind schon gravierend und in einer Szene sind sogar Ausschnitte aus diesem Film zu sehen, was die krassen Parallelen noch einmal besonders auf die Spitze treiben. Natürlich ist mir bewusst, dass nahezu alle Weihnachtsfilme viele Parallelen aufweisen, aber bei "A Christmas Prince" und "Prinzessinnentausch" ist übertrieben gesehen nur der Cast ausgetauscht worden. Und selbst die Thematik des Doppelten Lottchens ist nun wahrlich weit davon entfernt, innovativ zu sein.

Blickt man abseits dieser inhaltlichen Einfallslosigkeit so muss man aber auf jeden Fall eingestehen, dass der Film durch das Casting von Hudgens gewinnt. Auch 2019 war sie im Weihnachtsfilm "The Knight Before Christmas" zu sehen und man kann verstehen, warum ausgerechnet die ehemalige "High School Musical"-Darstellerin immer wieder für dieses Genre gecastet wird, denn sie hat eine Herzlichkeit und Wärme, die perfekt auf die für viele schönste Zeit des Jahres passt. Man merkt ihr an, dass sie diese Filme selbst liebt, weswegen ihre Darstellungen stets natürlich erscheinen und nicht nach dem Motto "Jeder muss mal durch einen Weihnachtsfilm durch." Diesmal hat sie mit Stacy und Margaret gleich zwei Rollen zu spielen und obwohl es für ihren englischen Akzent einiges an Spott gab, so finde ich abseits davon, dass sie die Herausforderung sehr gut gemeistert hat, denn es war stets zu erkennen, wer von beiden sie gerade ist und gerade gegen Ende hin haben sich beide Charaktere auch optisch immer mehr aneinander angepasst. Wären nicht irgendwann auch Darsteller für die immer gleiche Rolle ausgelutscht, so würde ich jedem Produzenten von Weihnachtsfilmen die gute Hudgens wärmstens ans Herz legen.

Inhaltlich ist es wie erwähnt etwas blass, zumal in der kurzen Zeit gleich zwei Liebesgeschichten erzählt werden, wodurch für jedes einzelne Paar nicht so viel Zeit bleibt, so dass leider bei beiden nicht restlos die Funken sprühen wollen. Vielleicht hilft ja hier der angekündigte zweite Teil. Überraschenderweise gibt es auch wenig Konfliktpotenzial. Wo sonst in den Filmen immer ein Meister der Intrigen anwesend ist, bleibt es hier recht dünn. Selbst die Eltern des Prinzen (dargestellt von Sara Stewart und Pavel Douglas) bleiben angesichts der ganzen Entwicklungen höchst entspannt, weswegen es umso mehr verwundert, dass Edward überhaupt eine arrangierte Ehe eingehen sollte. Umgekehrt gefällt mir dafür, dass sich der Film um ein paar moderne Grundtöne bemüht, da Stacy sich beispielsweise ganz entschieden gegen Edward richtet, der die Regierungsgeschäfte als Männergeschäft darlegt und von ihr gleich mal eine Standpauke bekommt.

Fazit

"Prinzessinnentausch" ist gerade vor dem Hintergrund, dass es von demselben Streamingdienst wie "A Christmas Prince" produziert wird, diesem inhaltlich einfach zu ähnlich. Nur gut, dass man mit Vanessa Hudgens meine persönliche Königin der Weihnachtsfilme für die Doppelrolle ausgewählt hat, denn sie schafft es auch, bei schlechten Voraussetzungen die nötige Stimmung entstehen zu lassen. Dennoch ist "Prinzessinnentausch" insgesamt einer der schwächen Netflix-Filme zu Weihnachten.

Lena Donth - myFanbase
29.10.2020

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