Bewertung: 8
Christopher Landon

Happy Deathday 2U

Death makes a killer comeback.

Foto: Copyright: 2019 Universal Pictures International
© 2019 Universal Pictures International

Inhalt

Tree (Jessica Rothe) ist der Zeitschleife entkommen und kann sich nun endlich auf ihre Beziehung mit Carter (Israel Broussard) konzentrieren. Doch sie hat die Rechnung ohne dessen Mitbewohner Ryan (Phi Vu) gemacht. Dieser wird vom Babyfacekiller, der zuvor Tree zig Male das Leben gekostet hat, ermordet und ist nun selbst in einer Zeitschleife gefangen. Bei dem Versuch, ihm zu helfen, erfährt sie endlich den Grund für die Zeitschleife: Ryan und seine Mitstudenten haben an einem Experiment gearbeitet, welches dafür verantwortlich ist, dass sich ihr Tag immer wiederholt hat.

Als der Reaktor explodiert, stirbt Tree erneut und erwacht wieder am gleichen Tag. Doch nichts ist wie zuvor. Ihre Mitbewohnerin Lori (Ruby Modine) versucht nicht sie umzubringen, Carter ist mit ihrer Verbindungsschwester Danielle (Rachel Matthews) zusammen und Trees Mutter (Missy Yager) ist nie gestorben. Tree muss erkennen, dass sie in einem Paralleluniversum gefangen ist und steckt in der Zwickmühle: Tree will ihre Mutter nicht ein weiteres Mal verlieren, doch genauso wenig möchte sie die Beziehung zu Carter einfach aufgeben.

Als wäre dies nicht alles schlimm genug, ist der Babyfacekiller erneut hinter ihr her und macht dieses Mal auch Jagd auf ihre Freunde. Gemeinsam müssen sie die Identität des Killers aufdecken und die Zeitschleife ein für alle Mal brechen. Dafür muss Tree erneut immer wieder sterben. Doch wie oft kann sie das Zeitliche segnen, bevor sie nicht mehr erwacht?

Kritik

Auch wenn die Grundidee vom "Happy Deathday"-Franchise eindeutig an "Und täglich grüßt das Murmeltier" angelehnt ist und damit nicht unbedingt vor Originalität strotzt, brachte der Mix aus Comedy und Horror im Jahr 2017 frischen Wind ins angestaubte Horrorgenre und bot mit Jessica Rothe zudem eines der besten Final Girls der letzten Jahre. Einem zweiten Teil stand ich zuerst kritisch gegenüber, da ich mir nicht sicher war, ob man den Zauber des Originals wiederholen konnte und zudem die Gefahr bestand, dass es schnell langweilig werden könnte, da die Geschichte sich wortwörtlich immer wiederholt. Mit dem zweiten Teil wurde ich jedoch eindrucksvoll vom Gegenteil überzeugt, denn "Happy Deathday 2U" schafft es den Charme des ersten Teils beizubehalten und neue Elemente hinzuzufügen, wodurch auch die Fortsetzung frisch wirkt und erneut fabelhafte Unterhaltung bietet.

Im zweiten Teil wird versucht, eine Erklärung für die Zeitschleife zu finden, wobei parallele Universen eine große Rolle spielen. Als Fan von Comicserien habe ich mich natürlich gleich an Sendungen wie "The Flash" erinnert gefühlt. Damit wurde ein guter Weg gefunden, die Geschichte des ersten Teils noch einmal zu erzählen, aber es gleichzeitig nicht langweilig wirken zu lassen, denn in dem zweiten Universum, in dem Tree landet, ist vieles anders und auch die Dynamik zwischen den Charakteren ändert sich, was zu amüsanten, aber auch rührenden Momenten führt.

Während der erste Teil von einem relativ einfach gestrickten Mordmysterium handelte, ist der zweite Teil um einiges komplexer. Das betrifft sowohl die Storyline rund um die Parallelwelten als auch die Beziehungen der Charaktere untereinander. Der Babyfacekiller rückt dabei fast schon ein wenig in den Hintergrund, auch wenn er weiterhin ein wichtiger Bestandteil des Films ist. Nur interessiert man sich in diesem Teil nicht mehr so sehr dafür, wer der Killer ist, sondern eher dafür, ob es Tree wieder in ihre Realität schafft. Das spricht sehr für die hervorragende Charakterarbeit, die in diesem Film geleistet wurde. Von einer selbstsüchtigen Collegestudentin hat sich Tree zu einer sympathischen jungen Frau entwickelt, die sogar mehrmals ihr eigenes Leben für ihre Freunde opfert und für deren Schicksal man sich interessiert.

Jessica Rothe überzeugt in der Rolle der Tree erneut mit ihrer charmanten und witzigen Art, doch auch die anderen Charaktere, die im ersten Teil eine eher nebensächliche Rolle gespielt haben, können ihr Talent unter Beweis stellen. Vor allem Rachel Matthews als Danielle ist zum Schreien komisch. Die Szene, in der sie versucht, eine blinde Französin zu spielen, ist eine der witzigsten Szenen, die ich in letzter Zeit in einem Film gesehen habe. Allgemein geht der Film noch mehr in die komödiantische Richtung, als der erste Teil, was super funktioniert. Auch Ruby Modine als Lori, die im ersten Teil die Mörderin war, wächst einem in diesem Teil ans Herz.

Durch die Änderung der Realität muss Tree einige harte Entscheidungen in Bezug auf ihre Familie und Freunde treffen, welches das Schicksal einiger lieb gewonnenen Charaktere beeinflusst. Da diese einem als Zuschauer alles andere als egal sind, kann der Film auch auf einer emotionalen Ebene punkten. Dies sollte anderen Horrorfilmen als Vorbild dienen, wo die Charaktere meistens blass und eindimensional dargestellt werden und man sich somit kaum für deren Ableben interessiert, während man bei "Happy Deathday 2U" wirklich mit den Charakteren mitfiebert. Ich empfehle jeden im Kinosaal sitzen zu bleiben, bis der Abspann gelaufen ist, denn es folgt eine kurze Szene, die den möglichen dritten Teil einleitet. Und so wie es aussieht, würde Danielle eine noch größere Rolle darin spielen, was ich absolut begrüßen würde.

Fazit

"Happy Deathday 2U" beweist, dass Fortsetzungen von Horrorfilmen nicht immer ein qualitatives Desaster sein müssen. Der zweite Teil der Horrorkomödie behält den Charme des Originals bei und fügt gleichzeitig neue Elemente hinzu, wodurch keine Langeweile aufkommt und man sich erneut bestens unterhalten fühlt.

Kevin Dave Surauf - myFanbase
17.02.2019

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