Bewertung: 2
Matt Berman

Hochzeit meiner besten Freundin, Die

Wieso haben wir nie eine Chance bekommen?

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Inhalt

Nach dem Collegeabschluss schlägt Elizabeth (Haylie Duff) ihrem besten Freund Mitch (Chris Soldevilla) vor, dass sie heiraten sollten, wenn sie in zehn Jahren noch niemanden gefunden haben. Mitch nimmt dieses Angebot an, aber Elizabeth ahnt nicht, dass er insgeheim hofft, dass die beiden Freunde endlich mal ein Paar werden. Trotz einiger vielversprechender Freundinnen schafft es Mitch dann auch nicht, sie richtig zu binden. Nebenbei versucht er, Elizabeth immer mal wieder ausfindig zu machen, doch er findet keine Spur. Als Mitch hört, dass Elizabeth geheiratet habe, geht es ihn nicht wirklich besser. Zehn Jahre nach dem Collegabschluss hadert er an seinem Geburtstag mit seinem Leben, doch sein bester Freund Dave (Kelly Perine) hat eine Überraschung für ihn. Er hat heraus gefunden, dass Elizabeth noch Single ist und zuletzt in San Diego gewohnt hat. Mitch macht sich auf, um sie zu finden und den Pakt umzusetzen. Nach kleinen Umwegen trifft er sie in Passedena an und erfährt, dass sie in zehn Tagen heiraten wird. Schnell lernt Mitch ihren Verlobten Jake kennen, der von seiner Anwesenheit überhaupt nicht begeistert ist und es gleich als Gefahr sieht. Mitch wird gleich in mehrerer Hinsicht klar, dass der Typ gewiss nicht der Richtige für Elizabeth sein kann.

Kritik

Was darf man von einem Film erwarten, der größtenteils völlig unbekannte Schauspieler einsetzt und sich im deutschen Titel auch noch an einer überaus erfolgreichen Komödie mit Julia Roberts orientiert? Nicht viel, aber ich muss zugeben, dass mich der der Titel trotzdem neugierig gemacht hat. Im Endeffekt ist der Titel aber schon das beste am Film. Schnell wird klar, dass man bei diesem Film wirklich nichts erwarten darf und wollte ich mich hierzu nicht äußern, hätte ich die DVD sehr wahrscheinlich nach einer halben Stunde abgeschaltet, weil das Ende prinzipiell klar ist und man zu keinem Zeitpunkt den Eindruck hatte, dass man mit überraschenden oder besonders witzigen Szenen ans Ziel gelangen könnte.

Das fängt schon mit der Synchronisierung an, der man sofort anmerkt, dass hier Qualität nicht die oberste Devise war sondern das Fertigstellen. Viel trauriger sind aber die inhaltlichen Schwächen. Dass sich jemand medial ausgrenzen mag und via Internet nicht ausfindig zu machen ist, kann sein, aber besitzt man dann ein iPhone? Und wieso findet der beste Freund Dave ständig einen neuen Wohnort heraus? Er hat ja gar keine Motivation weiter zu machen. Mitchs Umweg ist also nur filmische Zeitverschwendung und nach wirklich humorvollen Szenen, die über billigen Klamauk hinaus gehen, muss man auch vergeblich suchen. Weiterhin bleibt vollkommen ungeklärt, warum Elizabeth ihren besten Freund nicht zur Hochzeit einladen würde (und es auch schon zu ihrem ersten Versuch nicht getan hatte?), später aber erklärt, wie wichtig es doch sei, dass er dabei sei. Das Duell zwischen Mitch und Jake ist auch dämlich. Man schlägt sich abwechselnd mit Handtüchern? Dann gibt es einen Paarmarathon, bei dem nur zwölf Paare teilnehmen dürfen? Das ist schon organisatorischer Quatsch. Ach und warum riecht man die Fahne von Jake meilenweit, aber Elizabeth kann vor ihrer Nase die Notlüge erzählt werden? Ich könnte hier noch stundenlang weiter machen. So ziemlich jede Szene hat Drehbuchschwächen! Da können sich die Schauspieler zwar Mühe geben, aber ich frage mich immer wieder, warum diese nicht mal hinterfragen, warum sie solch einen Unsinn spielen sollen, aber das ist wahrscheinlich einfach nur ein Job, den sie machen, oder aber der Regisseur gibt ihnen tatsächlich gute Begründungen, die dem Zuschauer verborgen bleiben. Ich glaube, es ist eher ersteres.

Es gibt also eigentlich keinerlei Gründe, sich diesen Film anzuschauen, es sei denn, man möchte sich so seicht unterhalten lassen (falls man sich darauf einlassen kann) und will mal wieder ein Gefühl dafür bekommen, was einen guten Film alles ausmacht. Hier sieht man jedenfalls, wie viele Fehler man während 95 Minuten machen kann, wenn man sich keine Mühe gibt bzw. keinen Wert darauf legt, dass alles zusammen passt. So toll viele Filme im Hollywood auch sein mögen, die andere Seite der Medaille ist mit diesem Film gezeigt. Manchmal muss auch einfach Sendezeit im Fernsehen gefüllt werden. Man kann also sagen, es ist immer noch besser als ein Testbild. Und der ein oder andere Mitwirkende durfte Praxiserfahrung sammeln, sei es bei Schnitt, Musik oder eben vor der Kamera. Mehr kann man dem Film aber wirklich nicht abgewinnen, denn für einen echten Filmemacher ist dieser Film insgesamt eher eine Beleidigung.

Fazit

Ich habe wirklich lange nicht mehr einen so unsinnigen, weil im Drehbuch von Anfang bis Ende schwachen Film gesehen, der eigentlich nur dadurch überrascht, dass er in jeder Szene eine noch unsinnigere Lösung für die vorhersehbare Handlung bietet. Die zwei Punkte gibt es eigentlich nur dafür, dass man allen nicht am Drehbuch Beteiligten nicht abschlagen kann, dass sie sich nicht bemüht hätten, um kein schlechtes Gewissen zu haben, dass man dafür offenbar benötigtes Geld bekommt. Mehr als Sendezeitfüllung für einen TV-Sender (bevorzugt an einem Sonntagvormittag) ist nicht drin.

Emil Groth - myFanbase
14.08.2014

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