Bewertung: 8
James Wan

Conjuring - Die Heimsuchung

"When the music stops, you'll see him in the mirror standing behind you."

Foto: Copyright: 2013 Warner Bros. Entertainment Inc.
© 2013 Warner Bros. Entertainment Inc.

Inhalt

In den 70er Jahren zieht die Familie Perron in ein altes Landhaus auf Rhode Island ein. Truckfahrer Roger (Ron Livingston) und seine Frau Carolyn (Lili Taylor) sind mit ihren fünf Töchtern glücklich über die ruhige Idylle. Doch nachts hören die Töchter unheimliche Geräusche und Lili erwacht mit mysteriösen blauen Flecken am Körper. Unsicher sucht sie das Dämonologen-Paar Ed (Patrick Wilson) und Lorraine Warren (Vera Farmiga) auf. Durch Lorraines Gabe wird schnell klar, mit was sie es hier tatsächlich zu tun haben und dass sie alle in größter Gefahr schweben.

Kritik

Es ist schon länger her, dass ein Horrorfilm sich im Kino nicht als völliger Schwachsinn herausstellte, sondern richtig punkten konnte. Doch auf den australischen Regisseur James Wan ist Verlass. Nach "Saw" knüpft er an seinem Megaerfolg an und macht seinem Ruf als Meister von Furcht und Schrecken alle Ehre. "Conjuring – Die Heimsuchung" ist der Überraschungshit des Jahres.

Natürlich klingt die Handlung auf den ersten Blick nicht sonderlich originell und erinnert an jeden x-beliebigen Horrorstreifen. Doch der Film ist der perfekte Beweis dafür, dass der erste Eindruck nicht immer der richtige ist. "Conjuring – Die Heimsuchung" möchte unterhalten und besonders eines: richtig erschrecken. Genau das hat der Film geschafft. Mit der mehr als gruseligen Nebenstory gleich in den Anfangsminuten wird schnell klar, dass Horrorfans hier voll auf ihre Kosten kommen werden.

Zum einen verzichtet man auf spritzendes Blut und makabere Massakerszenen, zum anderen kommen die Gruseleffekte auch ganz ohne die 3D-Brille aus. Der Film kommt aus der alten Schule des Horrorgenres und setzt die einfache Gestaltung der Horrorelemente gezielt ein. Es sind die knarrende Türen, unheimlichen Geräusche, ein Katz –und Mausspiel mit unsichtbaren Dämonen und viele weitere Schockmomente, in denen der Atem stillsteht. Wenn ein ganzes Publikum im Kino nicht nur ein Mal laut aufschreit und sich schon vor dem eigentlichen Gruselmoment tief in die Sitze eingräbt, weiß man, dass man es mit einem echten Horrorfilm zu tun hat. Storytechnisch bietet der Film zwar nichts Neues und stützt sich auf altbewährtes Exorzismus - und Spuk-Material, aber die Umsetzung ist effektiv und mehr als gelungen.

Vor allem fiebert man diesmal wirklich mit den Charakteren mit, was dem Film zusätzlich an Spannung verleiht. Die Dämonen-Wissenschaftler Ed und Lorraine wirken nicht nur kompetent in ihrem Fachgebiet, sondern harmonieren hervorragend miteinander. Patrick Wilson und Vera Farmiga verleihen ihnen eine unglaubliche Tiefe, Ausstrahlung und Glaubwürdigkeit. Und wie könnte man mit der sympathischen, siebenköpfigen Familie nicht mitfiebern? Hier ist es einem nicht egal, wer stirbt und wer aus der Sache heil herauskommt. Bis zum Schluss zittert man mit den Warrens und Perrons mit.

"Conjuring – Die Heimsuchung" bezieht durch die Bekenntnis Warrens klar Stellung, doch lässt am Ende viel Raum für viele Spekulationen, ohne jemandem seine Meinung aufzwingen zu wollen. Ob man nun an Gott und den Teufel glaubt, ist jedem selbst überlassen. Doch der Gedanke, dass diese Geschichte auf eine wahre Begebenheit beruht und im Abspann Fotos der echten Familien auftauchen, jagt dem Zuschauer zusätzlich einen Schauer über den Rücken.

Fazit

"Conjuring – Die Heimsuchung" ist der Überraschungshit des Jahres und setzt altbewährte Horrorelemente auf geniale Art und Weise um, sodass man 112 Minuten lang gespannt den Atem anhält.

Tanya Sarikaya - myFanbase
05.08.2013

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