Bewertung: 4
Roger Christian

Ark, The - Wir sind nicht allein

"Hier kann niemand ernsthaft Wissenschaft betreiben. Erst mal müssen wir unsere Ärsche retten."

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© Tiberius Film

Inhalt

Die Mondbasis Ark wird von einem Meteoritenschauer überrascht, der weite Teile der Anlage zerstört und die vierköpfige Besatzung in größte Not bringt. Bevor der Kontakt zur Erde abgerissen ist, konnte Col. Gerard Brauchman (Christian Slater) noch den Wunsch nach Evakuierung veranlassen. Der lebensgefährliche Einsatz von Ava (Amy Matysio) sorgt zunächst dafür, dass sich die Lage wieder stabilisiert. Doch der Meteorit hat eine Substanz mitgebracht, die schnell ein größeres Problem wird als eine mögliche Kohlenmonoxidvergiftung, vor der Dr. Lance Krauss (Brendan Fehr) warnt. Besonders die Nebenwirkungen wie Halluzination machen der Besatzung zu schaffen. Ava schneidet sich bei der Untersuchung der Substanz, die sich 100 mal schneller entwickelt als menschliche Zellen. Nur wenig später ist sie hochschwanger und bringt etwas zur Welt, das über die Luftschachtsysteme flüchten kann. Dass bei der Flucht auch noch Bruce Johns (Michael Therriault) gebissen wurde, tun die anderen wiederum als Halluzination ab. So wird die Situation lange unterschätzt, bis ihnen klar wird, wie ernst die Lage wirklich ist.

Kritik

Eigentlich reicht es schon, sich die Inhaltsbeschreibung durchzulesen, um in etwa einen Eindruck davon zu bekommen, was man von einem solchen Film erwarten darf. Und wenn man danach geht, dann wird man auch nicht enttäuscht. "The Ark" ist ein klassischer Science-Fiction Film mit ein paar Horrorelementen, weil der kleine Raum der Mondstation und die umgebende Gefahr natürlich eine beunruhige Atmosphäre schaffen, die sich über den gesamten Film erstreckt. Dass dies ganz gut gelingt, liegt auch daran, dass man ungewöhnlicherweise gar nicht erst die Charaktere einführt, sondern mit dem Meteoritenschauer einsteigt und somit direkt in der Handlung drin steckt und mögliche Charakterverbindungen nur nebenbei im Verlauf des Filmes behandelt. Diese bleiben aber nebensächlich, denn letztlich geht es in dem Film nur um Kompetenzen und das Einhalten von Richtlinien. Und weil insbesondere Ava sich eben nicht daran hält, entsteht die größte Gefahr durch den neuen Organismus.

Neben ein bisschen Spannung und der Frage, wer von den Vieren überleben könnte und wer auf welche, dann doch auf brutale Weise das Zeitliche segnen muss, bietet der Film aber eigentlich nichts. Die Ansätze für eine Diskussion über den Nutzen und die Gefahr von Wissenschaft, bedingt durch die Neugier nach dem Unbekannten, erstickt schon im Keim. Auch moralische Ansätze bleiben ungenutzt. Im Prinzip hat man die ganze Zeit den Eindruck, dass es sich bei dem Film um eine lange Episode aus der Serie "Outer Limits" handeln könnte, nur das man eben keine richtige Position bezieht und damit ziemlich oberflächlich bleibt. Das kann mich dann nur bedingt unterhalten.

Ich habe dem Film vor allem wegen Brendan Fehr eine Chance gegeben, weil ich ihn nach seinen ganzen Serienrollen ("Roswell", "Bones - Die Knochenjägerin", "Samurai Girl") in einem Film sehen wollte. Wirkliche Möglichkeiten zum Überzeugen gab es hier aber nicht. Als Doktor war er eben immer derjenige, der ein wenig Know How einbrachte und den Captain beriet. Insofern ist er vor allem durch die absolut ungewohnte und unpassende Synchronstimme aufgefallen, nur diesbezüglich negativ.

Letztlich gibt es also nicht viele Gründe, die für diesen Film sprechen, es sei denn man mag das Genre und kann von Filmen dieser Art nicht genug bekommen. Besonderheiten oder ungeahnte Einfälle sind nicht vorhanden.

Fazit

Dieser Film reiht sich in eine lange Liste ganz normaler Science-Fiction Filme im All ein. Letztlich fehlt es aber an Besonderheiten, sodass man auch einfach eine "Akte X - Die unheimlichen Fälle des FBI"–Episode wie #1.08 Eis oder #2.09 Der Vulkan schauen könnte. Das ist vom Aufbau das Gleiche, nur kürzer, spannender und damit ergiebiger.

Emil Groth - myFanbase
01.08.2013

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