Bewertung: 6
Pascal Franchot

Triple Dog - Wahrheit oder Pflicht

Fordert nur Dinge, die ihr auch selbst tun würdet.

Foto: Copyright: 2013 ASCOT ELITE Entertainment GmbH
© 2013 ASCOT ELITE Entertainment GmbH

Inhalt

Chapin (Brittany Robertson) ist eine sehr dominante Jugendliche, die kein Blatt vor den Mund nimmt und dadurch regelmäßig den Schulalltag aufmischt. Damit macht sie sich natürlich nicht nur Freunde, doch viele Mädchen sehen auch zu ihr auf und auch bei den Jungs ist ihr Auftreten durchaus attraktiv. Allerdings wird Chapin von einem Ereignis aus ihrer Vergangenheit verfolgt, als eine Mitschülerin von einer Brücke gesprungen und ertrunken ist.

Als eine Party bei Eve (Alexia Fast) stattfindet, weil diese zu ihrem Geburtstag sturmfrei hat, taucht auch Chapin auf und nimmt das Heft in die Hand. Weil ihr langweilig ist, schlägt sie das Spiel "Triple Dog" vor. Bei diesem Spiel muss ein Mädchen einem anderen eine Mutprobe stellen. Wenn verweigert wird, steht das Abrasieren des Haarschopfes als Strafe, wenn die Herausforderin ihre Aufgabe selbst in die Tat umsetzt. Über den Abend verteilt werden die Aufgaben immer gemeiner und so kommt es irgendwann zur Eskalation, bei der auch die Vergangenheit wieder aufgewühlt wird.

Kritik

Ich habe zugegebenermaßen wirklich nicht viel von diesem Film erwartet, als er mir durch Zufall in der Wühlkiste für läppische drei Euro entgegen gesprungen ist. Da ich Brittany Robertson aber in "Life Unexpected - Plötzlich Familie" sehr gemocht habe, war die Neugier einfach größer als die Vorurteile. Und ich wurde doch wirklich positiv überrascht. Natürlich ist der Film in erster Linie ein typischer Film für Heranwachsende, doch die Story ist bei Weitem nicht so seicht, wie man es auf den ersten Blick vermuten könnte. Die klassische Grundkonstellation mit einer Gruppe von Mädchen, die zum Teil gute Freunde, zum Teil aber auch sich anzickende Teenies sind, wurde gekonnt genutzt, um hier nach und nach doch tiefergreifende Emotionen zu entwickeln, die auch über typische Probleme von Heranwachsenden hinausgehen und mehr als nur peinliche Aktionen aneinander reihen. Letztlich wird hier nämlich auch ganz oft das Warum hinter der Aktion betrachtet und indirekt immer wieder das Thema Gruppenzwang in mehreren Facetten angesprochen. Außerdem hat Chapin als zentraler Charakter mit all ihren Rebellionen auch eine ungeahnte Tiefe, die am Ende des Films von einer großartigen Brittany Robertson zur Geltung kommt.

Natürlich ist der Film deshalb jetzt nicht ein unterschätzter Geheimtipp, der zahlreiche Preise hätte gewinnen müssen. Das Drehbuch folgt dem standardisierten Schema; Musik, Schnitt und sonstiges Zubehör sind wenig innovativ, sondern einfach grundsolides Handwerkszeug, sodass es nicht weiter auffällt. Negativ anzumerken ist eigentlich nur, dass es etwas schwerfällt, nachzuvollziehen, warum Chapin so viel Einfluss auf die Gruppe hat. Natürlich ist ihr ungebrochenes Selbstbewusstsein und die damit einhergehende Unantastbarkeit absolut zielführend, um die Gruppe zu bestimmen, weil niemand wirklich den ersten Schritt gegen sie wagen würde, doch insgesamt bleibt dieser Teil etwas zu naiv oder eben sehr kleinstädtisch.

Der deutsche Titel scheint auch eher unglücklich gewählt. Natürlich ist "Wahrheit oder Pflicht" das deutsche Pendant zu "Triple Dog", doch da beim Spiel im Film Wahrheiten eigentlich gar keine Option sind und ausschließlich die Mutproben im Mittelpunkt stehen, ist der deutsche Untertitel fehlleitend. Ein Wahrheitsspiel hätte durchaus noch mal eine ganz andere Dimension für den Film eröffnet, die fehlt, wenn man mit dieser Erwartung an den Film herangegangen wäre. Aber vielleicht hat sich der Film so etwas besser verkauft. Letztlich ist es ein nicht so bedeutender Aspekt, der hier nur nicht unberücksichtigt bleiben sollte.

Fazit

"Triple Dog" ist ein überraschend kurzweiliger Teeniefilm, der etwas mehr unter die Fassade von Heranwachsenden geht, als man vorher vermuten konnte. Im Genre ist er deshalb nicht herausragend, aber doch ein ziemlich guter Durchschnitt und damit alles andere als Zeitverschwendung und durchaus einen Videoabend wert.

Emil Groth - myFanbase
23.03.2013

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