Bewertung: 4
Jonathan Liebesman

Kampf der Titanen 2 - Zorn der Titanen

Spüre den Zorn.

Foto: Copyright: 2012 Warner Bros. Ent.
© 2012 Warner Bros. Ent.

Inhalt

Zehn Jahre nach seinem heroischen Sieg über den Kraken führt der Halbgott Perseus (Sam Worthington) ein zurückgezogenes Leben als Fischer. Er will verhindern, dass sein Sohn Helios (John Bell) mit dem Schwert in der Hand aufwächst. Daher weigert sich Perseus auch, seinem Vater Zeus (Liam Neeson) zu helfen, der wie alle Götter des Olymp zunehmend an Macht verliert, da die Menschen immer weniger zu ihnen beten. Kurz darauf wird Zeus von seinem Bruder Hades (Ralph Fiennes) und seinem Sohn Ares (Édgar Ramírez) in eine Falle gelockt und gefangen genommen. Hades und Ares wollen den Titanen Kronos befreien und damit Chaos und Tod über die Menschheit bringen. Nun bleibt Perseus keine andere Wahl mehr, als erneut in den Kampf zu ziehen. Unterstützt wird er dabei von seinem Vetter Agenor (Toby Kebbell), einem Sohn Poseidons (Danny Huston), und der Königin Andromeda (Rosamund Pike).

Kritik

Die griechische Mythologie ist ein mit zahlreichen Geschichten, Charakteren und Monstern gespicktes Selbstbedienungsbuffet, von dem sich die Filmindustrie gerne mal ein paar Kostproben holt, um daraus ein Spektakel zu zaubern. Die Herangehensweise variiert dabei allerdings eher selten, denn zumeist stellen die Filme, die auf griechischen Sagen basieren, einen Halbgott in den Fokus, der sich beweisen muss und die göttliche Verwandtschaft entweder rettet, oder ihr in den Allerwertesten tritt. Die Quintessenz daraus ist jedes Mal eindeutig: Die menschliche Hälfte ist keineswegs eine Schwäche, sondern eher eine Stärke. Nicht, dass diese Aussage schlecht wäre, aber originell ist sie längst nicht mehr. Auch die "Kampf der Titanen"-Reihe bläst in dieses Horn. Sie stellt den Halbgott Perseus, den Sohn von Göttervater Zeus und einer Sterblichen, in den Mittelpunkt.

Wie schon im ersten Teil muss Perseus den Schlamassel beseitigen, den seine olympische Familie ihm und der Menschheit so einbrockt. Die Götter Hades und Ares wollen den Titanen Kronos befreien, um dem Schwinden ihrer Macht entgegenzuwirken. Da sie Zeus in ihrer Gewalt haben, hat Perseus keine andere Wahl, als sein friedliches Fischer-Dasein aufzugeben und in die Unterwelt zu reisen. An Special Effects wird dabei erwartungsgemäß nicht gespart. Kronos präsentiert sich als riesiges Wesen aus Feuer und Rauch, die Unterwelt ist ein sich bewegendes Labyrinth, und während der Kämpfe, die von Mann gegen Gott, über Mann gegen Zyklopen, bis Mann gegen Titan reichen, bleibt kein Stein auf dem anderen. Das sieht alles recht spektakulär aus, offenbart aber sehr wenig Substanz.

Es mangelt der Handlung doch deutlich an Einfallsreichtum und Originalität, nicht nur, weil wir es hier mal wieder mit einem Halbgott auf Mission zu tun haben, sondern auch, weil diese Mission komplett nach Schema F gestaltet ist. Perseus und seine Mitstreiter müssen bestimmte Dinge zusammensuchen, um daraus die ultimative Waffe zusammenzubauen. Dabei müssen einige sehr vorhersehbare Gefahren überwunden werden.

Die Charaktere bleiben vollkommen blass und stehen in jeder Hinsicht hinter den Effekten zurück. Die Götter um Zeus dürfen nur einige Platitüden von sich geben und strahlen nichts aus, was wirklich glaubhaft macht, dass es sich bei ihnen um seit mehreren tausend Jahren existierende Wesen handelt, die schon unzählige Schlachten geschlagen und viele Dinge erschaffen bzw. vernichtet haben. Der einzige Gott, der interessant wirkt und nicht so eindimensional daherkommt, ist Hephaistos (Bill Nighy), der verstoßene Götterschmied, dessen Verstand merklich unter seiner Isolation gelitten hat, der aber dennoch Weisheit besitzt. Wenn es den Autoren des Film gelungen wäre, auch den anderen Gottheiten ein bisschen von dieser Ambivalenz mitzugeben, wäre "Kampf der Titanen 2 - Zorn der Titanen" sicherlich ein besserer Film geworden.

Letztlich steht und fällt eine Heldengeschichte aber natürlich mit ihrem Helden - und in diesem Fall fällt sie leider mehr, als dass sie steht. Perseus, gespielt von Sam Worthington, ist kein Hero, der mitreißen kann. Es fehlt ihm einfach an Ausstrahlung und an irgendwelchen Besonderheiten, die ihn unverkennbar machen. Er wird im Laufe des Films ständig vermöbelt, gewinnt aber letztlich doch immer, ohne dass man als Zuschauer konkret sagen kann, wieso eigentlich. Mit ein bisschen Selbstironie hätte Perseus recht interessant werden können, aber stattdessen wirkt er allzu ernst.

Fazit

"Kampf der Titanen 2 - Zorn der Titanen" bewirkt nicht wirklich, dass man sich den dritten Teil, der bereits geplant ist, herbeisehnt. Die Effekte sind recht sehenswert, aber darüber hinaus hat der Film wenig zu bieten.

Maret Hosemann - myFanbase
08.12.2012

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