Bewertung: 6
John August

Nines, The

Dein Leben ist nur ein Spiel.

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Inhalt

Nachdem er aus Liebeskummer jede Menge Mist gebaut und mit dem Gesetz in Konflikt geraten ist, wird TV-Schauspieler Gary (Ryan Reynolds) in die Villa eines abwesenden Drehbuchautors einquartiert und unter Hausarrest gestellt. Die Presseagentin Margaret (Melissa McCarthy) soll dafür sorgen, dass er sich anständig benimmt. Auch die verheiratete Nachbarin Sarah (Hope Davis) zeigt großes Interesse an Gary. Langsam beginnt der Schauspieler jedoch an seinem Verstand zu zweifeln, denn immer wieder hat er seltsame Halluzinationen und spürt, dass mit ihm etwas nicht stimmt. Ständig stößt er auf die Zahl Neun. Was verschweigen Margaret und Sarah ihm?

Der Drehbuchautor Gavin (Reynolds) hat eine Serie namens "Knowing" geschrieben, in der es um eine Frau geht, die den Verdacht hegt, dass ihre kleine Tochter etwas mit dem Verschwinden ihres Ehemannes zu tun hat. Für die Hauptrolle hat Gavin seine gute Freundin Melissa McCarthy vorgesehen. Ein Reality-TV-Programm filmt den Autor dabei, wie er seine Serie an einen Sender zu verkaufen versucht. Die Änderungsvorschläge der Produzentin Susan (Davis) bereiten ihm jedoch zunehmend Sorgen. Bald gerät seine ganze Welt ins Wanken.

Der Videospielentwickler Gabriel (Reynolds) macht mit seiner Frau Mary (McCarthy) und seiner kleinen Tochter Noelle (Elle Fanning) einen Ausflug in die Wildnis. Als das Auto nicht mehr anspringt, macht sich Gavin auf die Suche nach Hilfe und stößt auf die mysteriöse Sierra (Davis).

Kritik

Es wäre eine nahezu brillante Verknüpfung mit der Handlung, wenn ich diesem Film neun von neun Punkten geben würde, aber das kann ich dann doch nicht tun. Eine Neun ist "The Nines" für mich nicht. Andererseits bin ich keinesfalls gewillt, den zum Teil schlechten Kritiken, die zu diesem Film im Internet kursieren, ohne weiteres zuzustimmen. Natürlich ist "The Nines" verwirrend, eigenwillig und sehr darum bemüht, ein Kunstfilm zu sein, lässt dabei aber immer ein Konzept erkennen und bleibt durchweg interessant.

Der Film ist in drei Kapitel unterteilt, die man als ineinander verschachtelte Teile eines Puzzles bezeichnen kann. Im ersten Abschnitt "The Prisoner" beobachten wir den Schauspieler Gary, der im TV einen Cop spielt, im Privatleben aber aus Liebeskummer mit dem Gesetz in Konflikt geraten ist. Er wird in einer leer stehenden Villa unter Hausarrest gestellt und von zwei unterschiedlichen Frauen im Auge behalten, von der Presseagentin Margaret und der Nachbarin Sarah. Gary fühlt sich in der Villa bald immer unwohler, er sieht und hört Dinge, die er nicht versteht, und wird von der Zahl Neun verfolgt. Dieser erste Teil des Films lebt von den Geheimnissen, die man als Zuschauer zu entschlüsseln versucht, und den kleineren und größeren Details, die man bemerkt und gedanklich abspeichert, weil man ahnt, dass sie noch wichtig sein können. Einige Szenen schießen allerdings etwas übers Ziel hinaus und haben einen leicht albernen Touch.

Das zweite Kapitel "Reality TV" dreht sich um den Drehbuchautor Gavin, der einem Sender seine Fernsehserie "Knowing" verkaufen will und dabei von einer Reality-TV-Kamera begleitet wird. Gavin ist seine Serie wichtiger als alles andere, doch er verliert immer mehr die Kontrolle über sie. Melissa McCarthy spielt sich in diesem zweiten Filmabschnitt gewissermaßen selbst. Immer wieder werden Elemente ihrer realen Karriere und ihres Privatlebens aufgegriffen. So findet die Serie "Gilmore Girls" mehrfach Erwähnung und auch Melissas Ehemann Ben Falcone tritt auf. Diese Quasi-Echtheit verleiht dem zweiten Abschnitt ein ganz anderes Ambiente als dem vorherigen Kapitel. Stellenweise fühlt man sich tatsächlich in die Mühlen der Fernsehindustrie hineinversetzt, in diese Welt aus Hoffnungen, Enttäuschungen, Intrigen und Einschaltquoten. Fiktion und Realität werden ordentlich durcheinander gewirbelt.

Im dritten Abschnitt "Knowing" werden wir in die Serie gleichen Namens hineingezogen und lernen Gabriel kennen, der mit seiner Familie während eines Ausflugs in die Natur eine Panne hat. Handys funktionieren zwischen all den Bergen und großen Bäumen selbstverständlich nicht. Gabriel versucht Hilfe zu holen und trifft auf eine Frau, die nicht die Absichten hat, die sie behauptet zu haben. Was wie der Beginn eines Horrorfilms klingt, bildet hier den letzten Schritt zur großen Auflösung.

Besagte Auflösung erklärt nicht jedes Detail des Films, ist aber durchaus verständlich. Ob sie einem zusagt, ist natürlich wieder ein anderes Thema. Grundsätzlich finde ich die dahinter stehende Idee recht gut, sie wird hier für meinen Geschmack aber etwas zu kitschig präsentiert.

Fazit

"The Nines" verdient keine neun Punkte, ist aber dennoch ein durchaus interessanter Film, der den Kopf zu beschäftigen weiß.

Maret Hosemann - myFanbase
04.05.2012

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