Bewertung: 6
D. Kerry Prior

Untote wie wir

Man ist so tot, wie man sich fühlt.

Foto: Copyright: 2012 Universal Pictures Germany
© 2012 Universal Pictures Germany

Inhalt

Der US-Soldat Barton Gregory (David Anders) wird im Irak getötet und unter großer Anteilnahme in seiner Heimatstadt beerdigt. Besonders seine Freundin Janet (Louise Griffiths) kann seinen Tod kaum verwinden. Doch schon kurz nach der Beerdigung erwacht Barton in seinem Sarg wieder zum Leben. Er hat keine Ahnung, was mit ihm geschieht, und flüchtet zu seinem besten Freund Joey (Chris Wylde). Dieser vermutet, dass Barton Menschenblut benötigt, um seinen Verfall aufzuhalten. Obwohl sich Barton zunächst sträubt, menschliches Blut zu trinken, lässt er sich schließlich doch darauf ein und stellt fest, dass Joeys Theorie zutrifft. Barton und Joey beginnen, als selbst ernannte Rächer durch die Straßen zu ziehen und Verbrecher zu töten, von deren Blut sich Barton ernährt. Die beiden Revolverhelden steigen zu Medienstars auf, doch schon bald gerät die Sache außer Kontrolle.

Kritik

Ist er ein Zombie? Ist er ein Vampir? Ist er beides? Barton weiß es selbst nicht. Nachdem der US-Soldat im Irak erschossen wurde, entsteigt er wenig später schon leicht verwesend seinem Sarg und versucht irgendwie zu begreifen, was mit ihm geschieht. Er ernährt sich von Blut und verliert tagsüber das Bewusstsein, was ihn in direkte Verbindung zur Vampirrasse bringt, allerdings besitzt er weder Reißzähne noch eine der anderen Eigenschaften, die Vampiren gemeinhin zugeschrieben werden. Äußerlich gleicht Barton eher einem Zombie, und wie ein solcher steht er trotz schwerster Verletzungen immer wieder auf, doch sein Verstand funktioniert dabei einwandfrei, was bei handelsüblichen Zombies ja eher nicht der Fall ist. Barton könnte gut und gerne das Ergebnis einer Romanze zwischen einem Vampir und einem Zombie sein, was ich mir aber lieber nicht im Detail vorstellen möchte.

Genau wie der Charakter Barton verschiedene Elemente des Übernatürlichen in sich vereint, ist auch der Film als solcher ein Mix aus unterschiedlichen Genres. Die Handlung enthält Spuren von Drama, schwarzer Komödie, Parodie und Horror sowie leichte Anflüge von Sozialkritik. Barton durchläuft nach seiner Auferstehung verschiedene Phasen, die von Angst über Optimismus bis hin zu mörderischer Verzweiflung reichen. Er muss sich erst an seinen toten Körper gewöhnen, was nicht ganz schmerz- und ekelfrei verläuft, und hat überdies einige moralische Hemmungen zu überwinden.

Wenn Barton und sein Kumpel Joey dann zusammen auf die Piste gehen, nach Opfern suchen und dabei Waffen, Drogen und Geld sammeln, nimmt der Film den Charakter einer blutigen Buddy-Comedy an. Nebenbei werden auch traditionelle Gangsterfilme parodiert. Mit zunehmender Dauer von Bartons und Joeys Feldzug werden die Ereignisse immer brutaler, zynischer und tragischer. Die beiden Freunde verlieren die Kontrolle über sich und die Entwicklungen, die sie losgetreten haben. Bartons neue Existenz erweist sich letztlich als Fluch für ihn und für viele andere Menschen.

Das alles hat auf jeden Fall seinen Unterhaltungswert und bringt einige originelle und bemerkenswerte Szenen hervor. Der Film kann sich durchaus von der Masse an Zombie- und Vampirfilmen abheben. Handwerklich gibt es allerdings die einen oder anderen Kleinigkeiten zu bemängeln. So sind einige der Schießereien derart mangelhaft inszeniert, dass man ganz genau sieht, dass es sich nur um Platzpatronen handelt. Dass die Gangster so furchtbar klischeehaft rüberkommen und die Polizei derart hirnlos um sich ballert, als würden sie Extrazulagen für getötete Zivilisten erhalten, hätte auch nicht unbedingt sein müssen.

Fazit

"Untote wie wir" ist kein typischer Vampir- bzw. Zombiefilm und hat durchaus originellen Charme, doch die einen oder anderen Schwächen in der Umsetzung lassen sich nicht leugnen.

Maret Hosemann - myFanbase
05.04.2012

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