Bewertung: 4
Stéphane Rybojad

Special Forces

"Welcome to Afghanistan."

Inhalt

Die französische Journalistin Elsa (Diane Kruger) tätigt eine Aufnahme von einer unterdrückten Frau, als ihr Kollege Alex (Jeanne Bournaud) sie anruft und vor einem Übergriff warnt. Eine zunächst gelungene Flucht treibt Elsa an, mit ihrer Arbeit weiterzumachen. Kurz darauf werden sie und Alex von den Taliban gefangen genommen und verschleppt. Ein Team der französischen Spezialeinheit um Kovax (Djimon Hounsou) und Lucas (Denis Menochet) bekommt den Befehl, nach Afghanistan zu reisen, und die französische Journalistin aus der Gefangenschaft zu befreien. Noch nicht in Afghanistan angekommen, erhalten sie die Information, dass Elsa nach Pakistan verschleppt wurde. Noch von ihrer letzten Mission ermutigt, stimmen sie sich auf den Absprung über Pakistan ein, und bereiten sich professionell wie immer vor. Doch beim Einsatz kommt alles anders als geplant, und das Team befindet sich auf der Flucht durch den Hindukusch...

Kritik

Die Zeit ist vermutlich schon reif, dass das Geschehen im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet zur Historie mutiert, und Verfilmungen aller Art nicht mehr lange auf sich warten lassen. Haben sich die Hollywoodstudios noch mit einem Film wie "Brothers - Zwei Brüder. Eine Liebe." stark zurückgehalten und mehr Wert auf ein funktionierendes Drama gelegt, besorgten sich die französischen Kollegen um Studio Canal ein an Action angereichertes Drehbuch. Vermutlich war den Verantwortlichen klar, dass dieses Drehbuch nicht viel zu bieten hat, und deshalb engagierten sie gleich mehrere berühmte Schauspieler, um so zumindest noch einen gewissen Star-Effekt erhaschen zu können.

Dieser Effekt verfliegt schnell, wenn selbst eine Diane Kruger ("Unknown Identity") noch blasser in einer Rolle erscheint als üblich. Leider bietet ihre Rolle auch nicht mehr, denn auf eine ausgeklügelte Handlung wurde wenig Wert gelegt. Dieser Film wurde ausgelegt auf eine Spezialeinheit, die, wie man vermuten kann, einen Einsatz auszuführen hat und wenig Worte wechseln muss. Dabei bleibt einfach wenig Zeit für tolle Dialoge. Es gibt aber auch nicht viel, worauf die Macher stolz sein könnten. Die meisten Kampfhandlungen sind zwar nett anzusehen, bieten aber nichts herausragendes. Einige Szenen sind auch eher fraglich, gerade wenn Talibankämpfer wie Fischfutter auf die Spezialeinheit losgelassen werden.

Krugers Schauspielkollegen, mit denen sie schon in einigen Filmen zusammengearbeitet hat, fühlen sich sichtlich unterfordert. Insbesondere Djimon Hounsou ("Push") und Benoît Magimel ("Intimate Enemies") liefern eine Leistung nach Lohn ab, ohne großartige Überraschungen oder gar zu Mitgefühl verleitendes Schauspiel zu bieten. Viel Potential boten die Drehorte dieses Filmes. Natürlich war es den Machern nicht möglich, in Afghanistan selbst zu drehen, aber im Nachbarland Tadschikistan - welches auch nicht für ruhige Verhältnisse bekannt ist - und in der an Somalia grenzenden Republik Dschibuti konnten vielerlei gute Landschaftsaufnahmen gemacht werden. Es kommt aber selten vor, dass ein Kinozuschauer wegen Landschaftsaufnahmen ins Kino geht.

Fazit

Eine plumpe französische Antwort auf ein heikles Thema, das die westliche Politik seit einem Jahrzehnt beschäftigt. Der Film bietet zwar das übliche Kriegsschauspiel, doch das reicht bei weitem nicht aus, um den Unterhaltungsdrang zu stillen.

Ignat Kress - myFanbase
18.01.2012

Diskussion zu diesem Film